Die erektile Dysfunktion

Juli 2017

Die Begriffe erektile Dysfunktion und Erektionsstörung haben den Begriff Impotenz abgelöst, der heutzutage von den meisten betroffenen Männern als negativ besetzt empfunden wird.


Erektile Dysfunktion - Definition

Unter einer erektilen Dysfunktion versteht man eine Störung, bei der ein Mann keine Erektion bekommen oder aufrechterhalten kann, die für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreicht. Der Penis wird nicht steif genug oder erschlafft vorzeitig. Eine Ejakulation findet nicht statt. Erst wenn die Probleme über mindestens sechs Monate andauern, besteht eine behandlungsbedürftige Störung. Eine erektile Dysfunktion kann episodisch, regelmäßig oder andauernd vorkommen und kommt mit zunehmendem Alter häufiger vor. Die Störung tritt gehäuft auf bei Männern, die rauchen, übermäßig Alkohol konsumieren oder stark übergewichtig sind.

Was ein Mann tun sollte, der von Erektionsstörungen betroffen ist

Erektionsstörungen sind häufig und können prinzipiell Männer jeden Alters betreffen. So besagt ein Studienergebnis, dass in Deutschland etwa 20 Prozent aller Männer zwischen 30 und 80 Jahren schon einmal unter einer Erektionsstörung gelitten haben. Nur bei knapp 7 Prozent war die erektile Dysfunktion behandlungsbedürftig. Diese Zahlen zeigen, dass viele Männer Probleme mit der Erektion kennen.


Männern soll an dieser Stelle deshalb Mut gemacht werden, die Störung zu entdramatisieren und ihr die Bedrohlichkeit zu nehmen. Erhebungen zeigen auch, dass ein Großteil der Männer zögert, die Probleme beim Arzt anzusprechen. Dies geschieht aus Scham oder weil Betroffene nicht wissen, dass es wirksame Behandlungsmethoden gibt.

Außerdem glauben ältere Männer oft, dass Erektionsprobleme normal und dauerhaft sind. Denken Sie jedoch daran, dass "Pannen im Bett" oft zu vermindertem Selbstbewusstsein und Schuldgefühlen führen - was wiederum die Erektionsfähigkeit negativ beeinflusst. Wichtig ist, dass Sie bei andauernden Erektionsstörungen rasch einen Arzt aufsuchen, bevor sich die Situation verschlimmert. Nur so können Sie die richtige Therapie erhalten.

Erektile Dysfunktion - Ursachen

Körperliche Ursachen

In 70 Prozent der Fälle hat eine erektile Dysfunktion körperliche Ursachen. Meist ist eine gestörte Durchblutung im Penis schuld an den Beschwerden. Die Durchblutung kann zum Beispiel durch Artheriosklerose, Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes verschlechtert werden. Auch der Lebensstil hat einen entscheidenden Einfluss: Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung begünstigen Durchblutungsstörungen und können somit auch Ursache für eine erektile Dysfunktion sein.

Weitere Ursachen, die eine Erektionsstörung auslösen können, sind unter anderem Testosteronmangel, Operationen oder Verletzungen im Beckenbereich (zum Beispiel nach einer Prostataoperation oder einem Unfall), Verletzungen am Rückenmark (etwa durch einen Bandscheibenvorfall), Krankheiten, die das zentrale Nervensystem betreffen (wie Parkinson oder Multiple Sklerose), aber auch Schäden an peripheren Nerven (zum Beispiel durch eine Polyneuropathie bei Diabetes).

Psychische Ursachen

Bei Erektionsstörungen können sich psychische und körperliche Ursachen vermischen, denn durch die Potenzprobleme entsteht oft eine hohe psychische Belastung, die sich wiederum negativ auf die Erektionsfähigkeit auswirken kann. Rein psychische Auslöser sind vor allem bei jüngeren Männern häufiger Grund für eine erektile Dysfunktion. Als häufige Gründe gelten Stress, Partnerschaftsprobleme, Angsterkrankungen und Depressionen.

Erektile Dysfunktion: Gibt es einen Test?

Ein Diagnoseinstrument, um eine erektile Dysfunktion festzustellen, ist ein spezieller Fragebogen, der fünf Fragen des "Fragebogens zur sexuellen Gesundheit beim Mann (IIEF)" enthält. Die verkürzte Version dient dem Arzt und dem Patienten zur Orientierung, ob eine erektile Dysfunktion vorliegen kann. Die Fragen beziehen sich auf den Zeitraum der vergangenen sechs Monate und lauten:


Wie hoch schätzen Sie Ihre Möglichkeiten ein, eine Erektion zu bekommen und diese auch aufrechtzuerhalten?

Wie schwer empfanden Sie es, die Erektion bis zum Ende des Geschlechtsverkehrs aufrechtzuerhalten?

Sofern Sie durch Stimulation eine Erektion hatten: Wie oft war die Erektion hart genug, um einzudringen?

Wie oft waren Sie in der Lage, die Erektion nach dem Eindringen aufrechtzuerhalten?

Wenn Sie versuchten, Geschlechtsverkehr zu haben, wie oft war dieser befriedigend für Sie?

Therapie der erektilen Dysfunktion

Wie bei allen anderen Erkrankungen auch steht vor der Therapie eine ausführliche Diagnostik, denn nur wenn die Ursache für die Erektionsstörung bekannt ist, kann eine wirkungsvolle Therapie durchgeführt werden. Zur Behandlung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung - angefangen von mechanischen Methoden, wie zum Beispiel einem Penisring, bis zu medikamentösen Ansätzen (zum Beispiel mit Viagra/Cialis) oder lokal anzuwendenden Medikamenten.


Da zu den möglichen Ursachen für eine Erektionsstörung auch einige Lebensgewohnheiten gehören (wie Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum), ist die Änderung schädlicher Verhaltensweisen unter Umständen Teil der Lösung. Welche Therapie geeignet ist, kann nur im gemeinsamen Gespräch zwischen Patient und Arzt besprochen werden.

Medikamente bei erektiler Dysfunktion

Zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion stehen heute verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, die jedoch alle verschreibungspflichtig und nicht rezeptfrei sind, da die Präparate ernstzunehmende Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben können. Besorgen Sie sich deshalb nie Medikamente aus zweifelhaften Quellen, wie sie zum Beispiel im Internet angeboten werden.


Foto: © Atstock Productions- Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 24. April 2017 09:59 von SilkeCCM.
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