Bluthochdruck behandeln - Welche Medikamente gibt es?

Juli 2017



Wann wird ein Bluthochdruck medikamentös behandelt?


Medikamente spielen in der Therapie des Bluthochdrucks eine große Rolle. Sie werden aber erst dann verordnet, wenn der Bluthochdruck durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten nicht in den Griff zu bekommen ist.

Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck


Ihr Arzt wird in der Regel versuchen, den Blutdruck zunächst mit einem Medikament einzustellen. Sollte dies nicht ausreichen, können verschiedene Medikamente kombiniert werden. Es gibt fünf Hauptgruppen von Medikamenten, die Ärzte in der Regel gegen Bluthochdruck verschreiben. Dies sind folgende:
  • ACE-Hemmer
  • AT1-Antagonisten (AT 1 Blocker)
  • Beta-Blocker
  • Diuretika
  • Kalzium-Antagonisten


Welche Medikamente Ihnen verordnet werden, hängt von Ihrer individuellen Krankengeschichte ab. Im Folgenden stellen wir Ihnen diese Hauptgruppen genauer vor.

ACE-Hemmer

  • ACE-Hemmer blockieren im Körper das Protein ACE. ACE wird für die Herstellung des Hormons Angiotensin-II benötigt.
  • Angiotensin-II ist ein Hormon, das die Blutgefäße verengt und so den Blutdruck steigert.
  • ACE-Hemmer sorgen für eine Verringerung der Angioensin-II Konzentration im Körper. Die Folge: Die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt.
  • ACE-Hemmer werden sehr häufig in der Therapie des Bluthochdrucks eingesetzt und sind in der Regel gut verträglich.
  • Einige Patienten klagen über einen Reizhusten, der unter der Medikamenteneinnahme auftritt.
  • Sollten Sie diese (zwar harmlose aber durchaus störende) Nebenwirkung bei sich bemerken, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Der Arzt kann Ihnen einen AT 1-Antagonisten verordnen, der die gleichen Effekte wie ein ACE-Hemmer hat.

AT 1-Antagonisten

  • AT 1-Antagonisten werden meist verschreiben wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden.
  • AT 1-Antagonisten blockieren die Bindungsstellen des Hormons Angiotensin-II an den Blutgefäßen, so dass Angotensin-II seine Wirkung nicht entfalten kann. Die Folge: Die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt.

Beta-Blocker

  • Beta-Blocker blockieren im Körper die Beta-Rezeptoren.
  • An diesen Rezeptoren docken die "Stresshormone" Adrenalin und Noradrenalin an, die den Blutdruck erhöhen. Die Folge: Der Blutdruck und die Herzfrequenz sinken.
  • Da es nicht nur am Herzen, sondern auch in vielen anderen Organen Beta-Rezeptoren gibt, können bei der Einnahme von Beta-Blockern Nebenwirkungen wie Schwindel, kalte Hände, Müdigkeit etc. eintreten.
  • Betarezeptoren gibt es auchin der Lunge. Deshalb sollten Asthmatiker vor der Einnahme von Beta-Blockern unbedingt Ihren Arzt konsultieren!

Diuretika


Diuretika sind Medikamente, die für eine verstärkte Wasserausscheidung über die Niere sorgen. Die Folge: Die Flüssigkeitsmenge in den Blutgefäßen nimmt ab, der Blutdruck sinkt.

Kalzium-Antagonisten

  • Kalzium spannt die Muskelzellen in den Blutgefäßen an. Die Gefäße verengen sich und der Blutdruck steigt.
  • Kalzium-Antagonisten hemmen die Wirkung des Kalziums. Die Folge: Die Gefäße weiten sich und der Blutdruck sinkt.

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 28. Januar 2013 17:56 von Dr. Blattmann.
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