Wie macht sich ein Schlafapnoe-Syndrom tagsüber bemerkbar?

April 2017

Ein Schlafapnoe-Syndrom kann durch ständig wiederkehrende nächtliche Atemaussetzer zu einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit führen. Lesen Sie hier wissenswertes über die Erkrankung, die Symptome und die Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist ein Schlafapnoe-Syndrom?

Beim Schlafapnoe-Syndrom (kurz: SAS) leiden Betroffene unter nächtlichen wiederkehrenden Atemstillständen. Die Atemstillstände führen zu einer verringerten Sauerstoffverkonzentration im Blut. Dieser Zustand signalisiert dem Gehirn als Folge eine Atemnot und versetzt ihn in eine Art Alarmbereitschaft, die zu einer Aufweckreaktion führen kann. Allerdings führen die meisten Aufweckreaktionen nicht zum bewussten Aufwachen der Betroffenen. Der Körper gerät also nächtlich immer wieder unter erheblichen Stress, ohne dass dies bemerkt wird.


Die häufigste Form des Schlafapnoe-Syndroms entsteht durch eine starke Entspannung der Muskulatur um die oberen Atemwege in der Nacht. Dadurch fällt der obere Teil der Luftröhre zusammen, es kommt zu einer zeitweiligen Verlegung der Atemwege. In diesem Fall spricht man von einem "obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom" (Kurz: OSAS). Selten kann ein Schlafapnoe-Syndrom auch durch eine Schädigung des zentralen Nervensystems ausgelöst werden. In diesem Fall wird die Atmung vom Gehirn "fehlgesteuert" - man spricht von einem "zentralen Schlafapnoe-Syndrom".

Atemaussetzer, die tagsüber auftreten, gehören nicht zum Krankheitsbild eines Schalfapnoe-Syndroms.

Welche Auswirkungen hat ein Schlafapnoe-Syndrom tagsüber?

Da die nächtliche Erholung kaum noch möglich ist, kommt es tagsüber zu Symptomen wie einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit oder einem Einschlafzwang am Tag (bis hin zum Sekundenschlaf).
Betroffene schlafen zum Beispiel im Kino, beim Lesen, in Meetings oder auch beim Autofahren ein.

Einfluss auf die Psyche

Ein Schlafapnoe-Syndrom kann außerdem erheblichen Einfluss auf die psychische Situation der Betroffenen haben. Symptome sind zum Beispiel Nervosität, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme Kraftlosigkeit und auch depressive Verstimmungen.

Einfluss auf die Sexualität

Ein Schalafapnoe-Syndrom kann zu einer Abnahme der Libido sowie zu Potenzstörungen führen.

Welche langfristigen Folgeerkrankungen können sich entwickeln?

Durch ein Schafapnoe-Syndrom können sich langfristig Folgeerkrankungen entwickeln. Dazu gehören Herz-Kreislauferkrankungen wie z.B. Bluthochdruck, Herzinfarkte sowie Schlaganfälle, erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod, Tinnitus, Magengeschwüre, Migräne und viele weitere Erkrankungen. Ein Schlafapnoe-Syndrom sollte also behandelt werden!

Diagnose

Wenn der Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom besteht, Sie sich dauernd müde fühlen oder wenn Sie stark schnarchen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, um ein Schlafapnoe-Syndrom auszuschließen.
Orientierend kann zunächst eine Schlafuntersuchung zu Hause erfolgen. Dazu bekommt der Patient ein Messgerät mit nach Hause, das während des Schlafs den Atemluftstrom, Atembewegungen von Brust und Bauch, den Puls, die Sauerstoffsättigung des Bluts, die Körperlage und die Schnarchgeräusche aufzeichnet. Deuten die Ergebnisse auf das Vorliegen eines Schlafapnoe-Syndroms hin, wird der Patient zu genauen Untersuchung in ein Schlaflabor überwiesen. Dort wird der Schlaf ein bis zwei Nächte lang untersucht.

Schweregrade eines Schlafapnoe-Syndroms

Wie schwer ein Schlafapnoe-Syndrom ist, hängt davon ab, wie viele Atemaussetzer registriert werden. Gemessen wird dabei die Anzahl der Atemaussetzer und die Dauer der Atempausen. Besonders wichtig ist, wie viele 10 Sekunden lange Atempausen der Patient pro Stunde Schlafzeit hat. Je mehr dieses Atemaussetzter auftreten, desto ausgeprägter ist das Schlafapnoe-Syndrom.

Behandlung

Ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom wird je nach Schweregrad unterschiedlich behandelt. Bei einer leichten Schlafapnoe können schon einfache Maßnahmen dazu beitragen, die Zahl der Atemaussetzer zu verringern: Zum Beispiel empfiehlt es sich, Übergewicht abzubauen. Denn überflüssige Pfunde begünstigen eine Schlafapnoe. Auch sollte auf Alkohol, Rauchen und die Einnahme von Schlaftabletten verzichtet werden.


Teilweise eignen sich auch Hilfsmittel, welche die Rückenlage im Schlaf vermeiden. In leichten Fällen kann zum Beispiel bereits eine Anpassung des Lebensttils mit einer Gewichtsabnahme und dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin Abhilfe schaffen. In eiigen Fällen helfen auch Geräte, die eine Rückenlage beim Schlafen verhindern oder speziell angefertigte Gebissschienen, die den Kiefer in einer bestimmten Potition halten. In schweren Fällen kommt ein spezielles Beatmungsgerät zum Einsatz, das Betroffene nachts tragen. Über eine Atemmaske wird dabei mit etwas Überdruck Luft in Nase und zum Teil auch den Mund geblasen, so dass ein Zusammenfallen der Atemwege verhindert wird.

Ein zentrales Schlafapnoe-Syndrom muss je nach auslösender Ursache behandelt werden. Ob eine Heilung möglich ist, hängt dabei ebenfalls von der auslösenden Erkrankung ab.

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 22. April 2017 17:19 von Dr. Blattmann.
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