Wie macht sich ein Schlafapnoe-Syndrom tagsüber bemerkbar?

Juli 2017

Ein Schlafapnoe-Syndrom kann durch ständig wiederkehrende nächtliche Atemaussetzer zu einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit führen. Lesen Sie hier mehr über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten des Schlafapnoe-Syndroms.


Was ist ein Schlafapnoe-Syndrom?

Beim Schlafapnoe-Syndrom (kurz SAS) leiden Betroffene unter nächtlich wiederkehrenden Atemstillständen. Die Atemstillstände führen zu einer verringerten Sauerstoffverkonzentration im Blut. Dieser Zustand signalisiert dem Gehirn eine Atemnot und versetzt es in eine Art Alarmbereitschaft, die eine Aufweckreaktion auslösen kann. Die meisten Aufweckreaktionen führen jedoch nicht zum bewussten Aufwachen der Betroffenen. Der Körper gerät also nachts immer wieder unter erheblichen Stress, ohne dass dies bemerkt wird.

Die häufigste Form des Schlafapnoe-Syndroms entsteht durch eine starke Entspannung der Muskulatur um die oberen Atemwege in der Nacht. Dadurch fällt der obere Teil der Luftröhre zusammen. Es kommt zu einer zeitweiligen Verlegung der Atemwege. In diesem Fall spricht man von einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (kurz OSAS). Selten kann ein Schlafapnoe-Syndrom auch durch eine Schädigung des zentralen Nervensystems ausgelöst werden. In diesem Fall wird die Atmung vom Gehirn fehlgesteuert - man spricht von einem zentralen Schlafapnoe-Syndrom.

Atemaussetzer, die tagsüber auftreten, gehören nicht zum Krankheitsbild eines Schlafapnoe-Syndroms. Außerdem hat jeder Mensch in Schlaf wenige und kurzen Apnoen. Bis zu fünf Apnoen pro Stunde Schlaf sind normal. Ab mehr als fünf Aussetzern liegt eine Schlafapnoe vor.

Welche Auswirkungen hat ein Schlafapnoe-Syndrom tagsüber?

Da die nächtliche Erholung kaum noch möglich ist, kommt es tagsüber zu Symptomen wie ausgeprägter Tagesmüdigkeit oder Einschlafzwang am Tag (bis hin zum Sekundenschlaf).
Betroffene schlafen zum Beispiel im Kino, beim Lesen, in Meetings oder auch beim Autofahren ein.

Einfluss auf die Psyche

Ein Schlafapnoe-Syndrom kann außerdem erheblichen Einfluss auf die psychische Situation der Betroffenen haben. Symptome sind zum Beispiel Nervosität, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Kraftlosigkeit und auch depressive Verstimmungen.

Einfluss auf die Sexualität

Ein Schalafapnoe-Syndrom kann zu einer Abnahme der Libido sowie zu Potenzstörungen führen.

Welche langfristigen Folgeerkrankungen können sich entwickeln?

Durch ein Schafapnoe-Syndrom können sich langfristig Folgeerkrankungen entwickeln. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Zudem kann sich das Risiko für einen plötzlichen Herztod, Tinnitus, Magengeschwüre, Migräne und viele weitere Erkrankungen erhöhen. Ein Schlafapnoe-Syndrom sollte daher auf jeden Fall behandelt werden.

Schafapnoe-Syndrom - Diagnose

Wenn Sie sich häufig müde fühlen oder stark schnarchen, sollten Sie sich von Ihrem Arzt auf das Schlafapnoe-Syndrom hin untersuchen lassen. Orientierend kann zunächst eine Schlafuntersuchung zu Hause erfolgen. Dazu bekommt der Patient ein Messgerät mit nach Hause, das während des Schlafs den Atemluftstrom, Atembewegungen von Brust und Bauch, den Puls, die Sauerstoffsättigung des Bluts, die Körperlage und die Schnarchgeräusche aufzeichnet. Deuten die Ergebnisse auf das Vorliegen eines Schlafapnoe-Syndroms hin, wird der Patient zur genauen Untersuchung in ein Schlaflabor überwiesen. Dort wird der Schlaf ein bis zwei Nächte lang untersucht.

Schweregrade eines Schlafapnoe-Syndroms

Wie schwer ein Schlafapnoe-Syndrom ist, hängt davon ab, wie viele Atemaussetzer registriert werden. Gemessen wird dabei die Anzahl der Atemaussetzer und die Dauer der Atempausen. Besonders wichtig ist, wie viele zehn Sekunden andauernde Atempausen der Patient pro Stunde hat. Je mehr solcher Atemaussetzer auftreten, desto ausgeprägter ist das Schlafapnoe-Syndrom.

Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms

Ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom wird je nach Schweregrad unterschiedlich behandelt. Bei einer leichten Schlafapnoe können schon einfache Maßnahmen dazu beitragen, die Zahl der Atemaussetzer zu verringern. Zum Beispiel empfiehlt es sich, Übergewicht abzubauen, da überflüssige Pfunde eine Schlafapnoe begünstigen. Auch sollte auf Alkohol, Rauchen und die Einnahme von Schlaftabletten verzichtet werden. In einigen Fällen helfen auch Geräte, die eine Rückenlage beim Schlafen verhindern oder speziell angefertigte Gebissschienen, die den Kiefer in einer bestimmten Position halten.

In schweren Fällen kommt ein spezielles Beatmungsgerät zum Einsatz, das der Patient nachts trägt. Über eine Atemmaske wird dabei mit etwas Überdruck Luft in die Nase und zum Teil auch in den Mund geblasen, so dass ein Zusammenfallen der Atemwege verhindert wird.

Ein zentrales Schlafapnoe-Syndrom muss je nach auslösender Ursache behandelt werden. Ob man eine Schlafapnoe heilen kann, hängt ebenfalls von der auslösenden Erkrankung ab.

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 10. Mai 2017 15:44 von Dr. Blattmann.
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