Medikamente zur Allergiebehandlung: Antihistaminika

Mai 2017

In der Behandung von Allergien kommen besonders häufig sogenannte Antihistaminika zum Einsatz. Lesen Sie im Folgenden alles Wissenswerte über diese Medikamentenklasse.


Was sind Antihistaminika?

Bei einer allergischen Reaktion wird durch eine Fehlreaktion des Immunsystems eine große Menge Histamin freigesetzt. Histamin ist ein Botenstoff, der unter anderem die Gefäße weitet und als Auslöser für die typischen Allergiesymptome wie Fließschnupfen oder Augenbrennen gilt.


Antihistaminika sind Medikamente, die die Rezeptoren blockieren, an denen das Histamin angreift. Diese werden bei verschiedenen allergischen Erscheinungen wie beispielsweise bei einer Rhinitis, einer allergischen Konjunktivitis, einer Nesselsucht und/oder Ekzemen verschrieben. Bei der Behandlung von allergischem Asthma spielen Antihistaminika jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

Allergiemedikamente, die nicht müde machen

Einige Antihistaminika machen sehr müde. Es gibt jedoch auch Präparate, die nicht schläfrig machen. Das Nebenwirkungsprofil hängt dabei vom Wirkstoff ab.

Antihistaminika der ersten Generation

Antihistaminika der ersten Generation waren die ersten Antihistaminika, die entwickelt wurden. Nachteil der Wirkstoffe ist jedoch, dass sie ins Gehirn übertreten können und auch dort die Histaminrezeptoren beeinflussen. Dies führt zu einer deutlichen Müdigkeit, so dass einige Wirkstoffe dieser Klasse heutzutage auch als schlafanstoßende Medikamente verordnet werden. Zu den Antihistaminika der ersten Generation gehören zum Beispiel Clemastin und Meclozin.

Antihistaminika der zweiten Generation

Auf Grund der Müdigkeit, die Antihistaminia der ersten Generation auslösen können, wurden Antihistaminika der zweiten Generation entwickelt. Diese können nicht ins Gehirn gelangen, so dass das Nebenwirkunsgprofil günstiger ist und die Wirkstoffe nicht müde machen. Zu den Antihistaminka der zweiten Generation zählen zum Beispiel Cetrizin, Terfenadin, Rupatadin oder Loratadin.

Antihistaminika der dritten Generation

Antihistaminika der dritten Generation sind die aktiven Metabolite von Loratadin und Terfenadin beziehungsweise das Enantiomer von Cetrizin und eine Weiterentwicklung von Rupatadin. Die Mediamente der dritten Generation haben teilweise ein günstigeres Nebenwirkungsprofil als Wirkstoffe der zweiten Generation oder wirken besser auf einzelne Allergiesymptome. Ob ein Wechsel auf Antihistaminka der dritten Generation für Sie sinnvoll ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

Wie werden Antihistaminika verabreicht?

Je nach Indikation können Antihistaminika in Tablettenform, als Spray (zum Beispiel Nasenspray) oder als Tropfen (zum Beispiel Augentropfen) verabreicht werden.

Sind Antihistaminika verschreibungspflichtig?

Einige Antihistaminika sind rezeptfrei in den Apotheken erhältlich (vor allem Antihistaminika der zweiten Generation), aber es gibt es auch rezeptpflichtige Präparate (Antihistaminika der ersten Generation), die vom Arzt verschrieben werden müssen.

Welche Antihistaminika gibt es rezeptfrei?

Viele Antihistaminika der zweiten Generation (in Tabelettenform zum Beispiel Cetrizin oder Loratadin) können Sie in der Apotheke rezepfrei erhalten. Unter den lokal anzuwendenden Antihistaminika (als Nasenspray bzw. Augentropfen) sind die Wirkstoffe Azelastin (Allergodil), Levocabastin (Livocab) und Dimetinden (Fenistil Dosierspray) rezeptfrei erhältlich. Die Kosten für das Medikament müssen Sie in diesem Fall selbst tragen.


Auch wenn Medikamente rezeptfrei erhältlich sind, sollten Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker vor der Einnahme ausführlich beraten lassen. Beachten Sie den Beipackzettel, die Dosierungsanleitung und mögliche Neben- und Wechselwirkungen! Denken Sie daran, dass Antihistaminika während der Schwangerschaft nicht angewendet werden dürfen.

Auch wenn die Präparate ihre allergischen Symptome bessern, sollten Sie als Allergiker einen Arzt konsultieren, um einen Allergietest zu machen und die Behandlung bestmöglich auf ihre Beschwerden abzustimmen.

Antihistaminika helfen nicht

Wenn Antihistaminika die allergischen Beschwerden nicht lindern, sollten Sie Ihren Arzt um Rat fragen. Es kann zum Beispiel sein, dass er Ihnen ein anderes Präparat verordnet, da einige Wirkstoffe besonders gut bestimmte allergische Symptome (wie zum Beispiel allergischen Schnupfen) lindern. In anderen Fällen ist die Ergänzung mit einem weiteren Präparat sinnvoll.


Denken Sie auch daran, dass Sie allergische Symptome am wirkungsvollsten verhindern, wenn
Sie das Allergen kennen und so gut wie möglich vermeiden. Deshalb ist ein Allergietest die Basis jeder Therapie.

Allergie-Medikamente im Test

Bei verschiedenen Anbietern können Sie Testberichte über die Wirksamkeit von rezeptfreien Antiallergika finden. Es ist jedoch ratsamer, eine spezifische antiallergische Therapie mit Ihrem Arzt individuell abzusprechen.


Foto: © Dima Sobko – Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 7. November 2016 11:52 von Dr. Blattmann.
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