Wie kann man Hausstaubmilben bekämpfen?

April 2017

Hausstaubmilben können schwere Allergien und allergisches Asthma auslösen. Wir zeigen Ihnen, was man gegen die fürs Auge unsichtbaren Tierchen unternehmen kann.



Milben beim Menschen

Milben können beim Menschen Erkrankungen auslösen, die mit dem Oberbegriff Acariose bezeichnet werden. Zu den bekanntesten Milbenarten gehört die Hausstaubmilbe. Hausstaubmilben ernähren sich vor allem von Pilzen, die auf abgestorbenen Hautschuppen wachsen. Deshalb leben Hausstaubmilben vor allem im Staub und in Decken, Kissen und Matratzen. Der Kot von Hausstaubmilben enthält Allergene, die bei vielen Menschen zu allergischen Beschwerden führen.

Kann man Hausstaubmilben erkennen?

Hausstaubmilben sind winzig klein und nur unter dem Mikroskop zu erkennen, also nicht mit bloßen Auge etwa im Bett. Hausstaubmilben verursachen auch keine Bisse wie andere Milbenarten (zum Beispiel wie die Bisse von der Grasmilbe). Ob Sie Hausstaubmilben bei sich zu Hause haben, erkennen Sie am einfachsten daran, dass Sie vermehrt allergisch auf Hausstaub reagieren. Wenn Sie eine Hausstaubmilbenallergie vermuten, sollten Sie einen Allergietest beim Facharzt, einem Allergologen, durchführen lassen.

Hausstaubmilben bekämpfen

Wenn Sie unter einer Hausstaubmilbenallergie leiden, müssen Sie Staub in der Wohnung so gut wie möglich vermeiden. Lüften Sie deshalb Ihre Räume für mindestens 30 bis 60 Minuten pro Tag. Dies gilt sowohl für die Sommer-, als auch für die Wintermonate.


Da sich Hausstaubmilben in warmer und feuchter Umgebung gut vermehren können, sollten Sie eine kühlere Raumtemperatur von 19 bis 20 Grad bevorzugen und die Luftfeuchtigkeit nicht über 60 Prozent ansteigen lassen.

Lassen Sie sich bei nachgewiesener Hausstauballergie einen Matratzenschoner vom Arzt verordnen, der Milben abhält. Der Bezug sollte die Matratze vollkommen einhüllen. Die Füllung von Kopfkissen und Decken sollte aus Kunststoff sein, denn Federkissen bieten Milben eine gute Umgebung. Außerdem ist es wichtig, die Bettwäsche regelmäßig zu wechseln und wöchentlich bei mindestens 60 Grad zu waschen.

Denken Sie auch daran, dass für Hausstauballergiker Etagenbetten ungünstig sind, da die Person, die unten schläft, die Hausstaubmilben aus der oberen Matratze einatmet.

Als Milbenallergiker sollten Sie auf Teppiche, Vorhänge und Gardinen in der Wohnung verzichten. Auch andere "Staubfänger", wie Trockenblumensträuße, Plüschkissen usw., sind in der Wohnung von Milbenallergikern ungünstig.

Wenn Ihre Kinder unter einer Milbenallergie leiden, empfiehlt es sich außerdem, Stofftiere mindestens für eine Nacht im Monat in einem Plastikbeutel in der Gefriertruhe zu lagern, um Milben abzutöten.

Staubsaugen und Putzen bei Hausstaubmilbenallergie

Böden, Möbel und Oberflächen sollten mindestens einmal wöchentlich mit einem feuchten Tuch von Staub befreit werden. Verwenden Sie keine Staubwedel, sonst verteilen sich die Milben im ganzen Zimmer.


Saugen Sie ihre Wohnung außerdem ein- bis zweimal pro Woche. Dabei sollten Sie den Bereich unter dem Bett besonders gründlich reinigen. Der Staubsauger sollte mit einem Schwebstofffilter (HEPA-Filter) ausgestattet sein. Dieser spezielle Filter verhindert, dass Milben beim Saugen in die Raumluft gelangen. Es empfiehlt sich trotzdem, den Raum nach dem Staubsaugen auszulüften.

Staubentferner-Sprays und aggressive Reinigungsmittel sind für Milbenallergiker ungeeignet, da diese Allergien verschlimmern können.

Welcher Staubsauger ist für Milbenallergiker geeignet?

Es gibt viele Staubsauger, die speziell für Milbenallergiker konzipiert wurden. Beim Kauf eines Staubsaugers sollten Sie als Allergiker auf folgende Kriterien achten: Partikelrückhaltevermögen, HEPA-Filter, Mikrofilter, Nachmotorfilter, Elektrobürste am Staubsauger, antibakteriell beschichtete Beutel, Beutelverschluss mit Abdeckkappen. Um ein geeignetes Gerät zu finden, können Sie Testberichte, zum Beispiel von Stiftung Warentest oder Öko-Test, zu Rate ziehen.

Mittel gegen Hausstaubmilben beim Menschen

Der Einsatz von Antimilbenbettwäsche reduziert den Milbenkontakt. Spezielle Bettbezüge können ärztlich verordnet werden. Die Kosten werden von den Krankenkassen in diesem Fall übernommen.

Chemische Mittel gegen Milben

Investieren Sie nicht zu viel Geld in Antimilbenmittel, ohne sich vorher über deren Wirksamkeit zu informieren. Um ein geeignetes Produkt zu finden, können Sie sich von Ihrem Arzt oder auch in der Apotheke beraten lassen.


Pestizide oder Biozide zur Bekämpfung von Milben und Zecken bezeichnet man als Akarizide. Wichtig ist auch, dass die Akarizide bestimmte Pilze abtöten, denn diese spielen als Nahrungsquelle für Milben eine wichtige Rolle. Akarizide sind als Sprays, Pulver, Schaum oder in flüssiger Form erhältlich.

Vorsicht ist bei Produkten geboten, die nicht medizinisch geprüft wurden. Wenn Sie nicht den Original-Wirkstoff nutzen, kann dies dazu führen, dass die Milbeneier und Larven nicht abgetötet werden. Achtung: Verwenden Sie keine Akarizide aus dem Gartencenter, da diese nur für Pflanzen verwendet werden dürfen.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung chemischer Milbensprays

Akarizide sollten von Personen, die unter allergischem Asthma leiden, nicht angewendet werden, da das Produkt Asthmaanfälle auslösen kann. Lüften Sie nach der Anwendung von chemischen Produkten den Raum für mehrere Stunden und halten Sie sich bei der Anwendung exakt an die Gebrauchsanleitung.


Foto: © Tomislav Pinter – Shutterstock.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 8. März 2017 09:21 von SilkeCCM.
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