Der neunte Schwangerschaftsmonat

Mai 2017

Wenn Sie im neunten Schwangerschaftsmonat sind, rückt der Entbindungstermin immer näher und es machen sich einige körperliche Veränderungen bemerkbar.


Körperliche Veränderungen während des neunten Schwangerschaftsmonats

Der neunte Schwangerschaftsmonat beginnt mit der 33. Schwangerschaftswoche und endet mit der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche. Anschließend folgt nur noch der 10. Schwangerschaftsmonat von der 37. bis zur vollendeten 40. Schwangerschaftswoche.

Die Lage des Babys

Der Platz in ihrem Bauch wird immer enger, deshalb kann sich ihr Baby nun nur noch seitwärts bewegen. Die meisten Babys finden im neunten Schwangerschaftsmonat ihre endgültige Lage, die sie auch zur Entbindung einnehmen werden. 95 Prozent der Babys liegen nun mit dem Kopf nach unten in der sogenannten Schädellage.

Das Baby senkt sich ins Becken

Sie werden es an ihrem Bauch merken: Das Baby beginnt, sich langsam ins Becken abzusenken. Es geht also in "Startposition" für die Geburt.

Müdigkeit

Viele Frauen fühlen sich im neunten Schwangerschaftsmonat sehr müde. Das ist vollkommen normal, schließlich pumpt das Herz inzwischen fast 40 Prozent mehr als die normale Menge Blut durch den Körper und Sie müssen etwa 10 bis 15 Kilogramm mehr Gewicht tragen. Wenn Sie sich sehr müde und abgeschlagen fühlen, sollten Sie bei Ihrem Arzt den Eisenwert untersuchen lassen.

Rückenschmerzen

Viele Frauen leiden unter Verspannungen und Rückenschmerzen. Außerdem ist es möglich, dass das Baby auf den Ischiasnerv drückt.

Häufiges Wasserlassen

Das Baby drückt auf die Blase. Es ist normal, dass Sie häufig Wasser lassen müssen - leider auch nachts.

Schlafen

Schlafprobleme sind ebenso häufig. Was man auch versucht, es ist kaum noch eine bequeme Schlafposition zu finden. Und wenn man endlich eingeschlafen ist, muss man schon bald wieder auf die Toilette.

Übelkeit

Wenn Sie gegen Ende der Schwangerschaft unter Übelkeit, Sodbrennen und Völlegefühl gelitten haben, kann sich dies im 9. Schwangerschaftsmonat bessern, weil sich das Baby nun ins Becken absenkt und der Druck auf die Magengegend dadurch abnimmt.

Wenn Übelkeit in Verbindung mit starken (Ober-)Bauchschmerzen auftritt, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Dies kann in selteneren Fällen ein Anzeichen für ein sogenanntes HELLP-Syndrom sein, eine Komplikation, die vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft auftreten kann.

Gewichtszunahme

Das Gewicht, das Sie zugenommen haben, setzt sich in etwa wie folgt zusammen:

Baby: ca. 3.000 bis 3.500 Gramm (g)
Gebärmutter: ca. 900 bis 1000 g
Plazenta: ca. 500 g
Fruchtwasser: ca. 1.000 g
Brust: ca. 600 bis 800 g
Neu gebildete Blutmenge: ca. 1.700 Milliliter (ml)
Eingelagertes Wasser: ca. 2.000 g
Speicherfett: 1.500 bis 1.800 g

Kontraktionen

Wahrscheinlich spüren Sie nun immer wieder, dass Ihr Bauch hart wird. Das sind sogenannte "Übungswehen". Der Körper trainiert dabei für die anstehende Geburt. Zudem wird die Plazenta besser durchblutet. Wenn die Wehen regelmäßig kommen, sollten Sie ins Krankenhaus gehen.

Anzeichen für das Einsetzen der Geburt

Den Wehen voraus geht meistens der Abgang des Schleimpfropfs. Wann die Geburt genau einsetzt, lässt sich jedoch nicht sagen - es kann einige Stunden oder mehrere Tagen dauern.


Wenn die Fruchtblase platzt, spricht man von einem Blasensprung. Dieser äußert sich durch eine klare Flüssigkeit, die aus der Scheide läuft. Bei einem Blasensprung sollten Sie zügig ins Krankenhaus fahren, da die Geburt jederzeit einsetzen kann. Fragen Sie Ihren Frauenarzt, ob der Kopf des Babys nun schon fest im Becken liegt.

Sollte der Kopf noch nicht fest im Becken liegen, müssen Sie sich nach einem Blasensprung sofort hinlegen und vom Rettungswagen liegend in die Klinik gebracht werden. In seltenen Fällen kann sonst die Nabelschnur durch das Köpfchen, das nun plötzlich ins Becken rutscht, abgeklemmt werden. Liegt der Kopf bereits fest im Becken, wird kein Rettungswagen benötigt, sie können sich privat ins Krankenhaus fahren lassen.

Die Wehen kommen jetzt in regelmäßigen und zunehmend kürzeren Intervallen und werden länger und stärker. Wehen können sich auch in Rückenschmerzen äußern, die oftmals von krampfartigen Schmerzen, ähnlich wie während der Periode, begleitet werden. Kurz vor der Geburt können die Bewegungen des Kindes nachlassen. Wenn Ihr Kind sich besorgniserregend wenig bewegt, sollten Sie das mit Ihrem Arzt abklären.

Foto: © Iakov Filimonov - Shutterstock.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 29. Dezember 2016 11:52 von SilkeCCM.
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