Welche Effekte hat Kokain auf die Gesundheit?

Dezember 2016

Kokain ist eine Droge mit großem psychischem und physischem Suchtpotenzial.


Was ist Kokain?

Kokain - umgangssprachlich auch Koks genannt - wird aus den Blättern des Kokastrauchs gewonnen und in Form eines weißen, kristallartigen Pulvers konsumiert. Kokain wird meist durch die Nase geschnupft und dort über die Schleimhäute aufgenommen. Außerdem kann Kokain intravenös konsumiert oder geraucht werden.


Kokain beeinflusst im Gehirn die Ausschüttung verschiedener Neurotransmitter wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin und entfaltet so seine stimulierende Wirkung. Außerdem führt Kokain zu einer Verengung der Blutgefäße und hat einen lokal betäubenden Effekt.

Wie wirkt Kokain?

Durch den Konsum von Kokain kommt es unmittelbar zu Euphorie, einem Gefühl gesteigerter Leistungsfähigkeit und einem gesteigerten Selbstbewusstsein (deshalb wird Kokain auch als "Egodroge" bezeichnet), einer Abnahme von Hungergefühl, Müdigkeit und Schmerzempfinden sowie zu einer Verengung der Blutgefäße. Nach dieser Phase können paranoide Stimmungen, Ängste, Depressionen oder Halluzinationen auftreten.

Wie lange wirkt Kokain?

Die kurzfristige Wirkung von geschnupftem Kokain klingt nach etwa 45 Minuten ab. Bei intravenösem Konsum beträgt die Wirkungsdauer 10 bis 20 Minuten, bei gerauchtem Kokain ist sie noch küzer und liegt bei 5 bis 10 Minuten.

Risiken und Nebenwirkungen von Kokain

Kokain bewirkt eine Erhöhung der Atem- und der Pulsfrequenz. Durch den Konsum kann es zu bedrohlichen Atemunregelmäßigkeiten kommen. Außerdem steigt durch die Verengung der Blutgefäße der Blutdruck an. Die Folgen können gefährliche Blutdruckkrisen und Herzrhythmusstörungen sein.

Durch den Konsum von Kokain steigt das Risiko für einen Schlaganfall durch eine Verengung der Hirngefäße oder das Platzen von Gefäßen im Gehirn. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich und kann zu starken Behinderungen führen.

Kokainkonsum mindert außerdem das Hunger- und Durstgefühl und das Schlafbedürfnis. Es kann zu Austrocknung und Mangelernährung kommen. Der Schlafentzug kann Halluzinationen, Verfolgungsängste, Desorientierung, Angstzustände und Aggressivität auslösen.

Kokain schädigt die Schleimhäute von Nasen, Lippen, Mund und Bronchien. Der Konsum kann zu Löchern in der Nasenscheidewand führen.

Bei Schwangeren kann Kokainkonsum Früh- und Fehlgeburten und starke Blutungen verursachen, da sich die Plazenta ablösen kann. Kokainkonsum kann zu Behinderungen beim Ungeborenen führen, da die Durchblutung in der Nabelschnur gemindert wird.

Beim Nachlassen der kurzfristigen Wirkung kommt es häufig zu starken Depressionen, Paranoia oder Halluzinationen.

Die Kokainpsychose

Kokainkonsum kann zu einer sogenannten Kokainpsychose führen. Dieser Zustand ist durch wahnhafte Wahrnehmungsstörungen gekennzeichnet. Betroffene leiden besonders häufig unter der Vorstellung, dass Insekten auf oder unter ihrer Haut krabbeln (Dermatozoenwahn). Die Kokainpsychose kann chronisch verlaufen.

Kokain Überdosis

Die Dosierung von Kokain ist unberechenbar. Beim Schnupfen gilt eine Dosis von 1,2 bis 1,4 Gramm, beim Spritzen von 0,75 bis 0,8 Gramm Kokain als direkt lebensbedrohlich. Beim Rauchen ist die Dosis sehr variabel, eine lebensbedrohliche Überdosierung ist sehr leicht möglich.

Außerdem können durch den Konsum von verunreinigtem ("gestrecktem") Kokain potenziell lebensgefährliche Zustände auftreten.

Kokain und Alkohol

Eine besondere Gefahr beim Mischkonsum von Kokain und Alkohol liegt darin, dass Alkohol im Erleben des Kokain-Berauschten nicht die übliche Wirkung zeigt. Deshalb trinken viele Kokainkonsumenten Alkohol im Übermaß, ohne dies akut zu bemerken. Die Gefahr einer Intoxikation kann sich auf diese Weise drastisch erhöhen.

Abhängigkeit von Kokain

Kokain hat ein hohes Suchtpotenzial, denn schon nach kurzem Konsum kann es zu psychischer Abhängigkeit kommen. Es gibt sogar Berichte über psychische Abhängigkeiten nach einmaligem Konsum. Da Konsumenten nach Abklingen der unmittelbaren Effekte oft starke depressive Stimmungen erleben, wird Kokain häufig sofort wieder konsumiert. So kann es zu gesteigertem Konsum kommen.


Konsumenten berichten zum Teil von tage- oder wochenlangem Konsum. Andauernder Kokainkonsum kann die Psyche des Konsumenten verändern. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Kokain eine euphorisierende und selbstbewusstseinssteigernde Wirkung hat. Je häufiger und höher dosiert Kokain konsumiert wird, desto schneller setzt die körperliche Abhängigkeit ein. Symptome dafür sind dramatische Stimmungsschwankungen, Depressionen oder psychotische Schübe. Das Absetzen von Kokain kann wochenlange Entzugserscheinungen auslösen.

Foto: © HamsterMan - Shutterstock.com

Lesen Sie auch


Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 15. September 2016 03:16 von SilkeCCM.
Das Dokument mit dem Titel "Welche Effekte hat Kokain auf die Gesundheit?" wird auf CCM Gesundheit (gesundheit.ccm.net) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Gesundheit deutlich als Urheber kennzeichnen.