Magersucht: Definition, Symptome, Ursachen

März 2017

Magersucht wird in der Fachsprache als Anorexia nervosa bezeichnet. Mehr über Ursachen und Symptome der Magersucht lesen Sie hier.


Magersucht - Definition

Magersucht ist eine Essstörung. Betroffene leiden unter einer quälenden Angst, zu dick zu sein, und versuchen dem mit einer minimalen Nahrungsaufnahme entgegenzuwirken. Dadurch kommt es zu einem hochgradigen Gewichtsverlust. Obwohl die Betroffenen häufig deutlich untergewichtig sind, betrachten sie sich selbst als dick oder unförmig. Diese verfälschte Wahrnehmung bezeichnet man als Körperschemastörung. Als Diagnosekriterium gilt ein Body-Mass-Index von 17,5 oder weniger (bei Erwachsenen).

Magersucht - Symptome

Offensichtliches Anzeichen für eine Magersucht ist Untergewicht, das nicht durch eine körperliche Krankheit verursacht wird, sondern durch die Essstörung meist binnen kurzer Zeit herbeigeführt wird. Das Verhalten der Betroffenen ändert sich im Rahmen der Essstörung. So verweigern sie etwa gemeinsame Mahlzeiten und Restaurantbesuche und fixieren sich volkommen auf ihr Gewicht und die in der Nahrung enthaltenen Kalorien. Die Mangelernährung kann zu schwerwiegenden körperlichen Folgen führen.

Magersucht - Ursachen

Magersucht tritt vor allem in der Pubertät in Erscheinung. In dieser Zeit orientieren sich junge Menschen stark an äußeren Vorbildern und wollen in ihrer Gruppe besonders attraktiv wirken. Viele Mädchen haben Models als Idole, die oft weniger als der Durchschnitt wiegen und dank Photoshop und Co noch dünner und perfekter aussehen. Dadurch bekommen junge Mädchen ein realitätsfernes Körperideal vermittelt, welches sie stark unter Druck setzen kann.

Mögliche Auslöser können auch innerhalb der Familie oder dem sozialen Umfeld der Betroffenen liegen. Magersüchtige neigen zum Perfektionismus und sind häufig eher introvertiert. Die Gründe für eine Essstörung können in einer Psychotherapie aufgedeckt und bearbeitet werden.

Magersucht - wer ist besonders gefährdet?

Vor allem Frauen erkranken an Magersucht. Das höchste Risiko haben junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren. Von 100.000 Frauen zwischen 15 und 25 Jahren erkranken zwischen 50 und 75 pro Jahr an Magersucht. Das Erkrankungsrisiko während des ganzen Lebens beträgt für Frauen etwa ein Prozent. In letzter Zeit tritt Magersucht allerdings auch vermehrt bei Männern auf.


Menschen, die Berufe haben, bei denen die Figur eine bestimmende Rolle spielt, gelten als besonders gefährdet, eine Magersucht zu entwickeln. Zu diesen Berufsgruppen gehören zum Beispiel Models und Balletttänzerinnen. Aufsehen erregte im August 2006 der Tod des 22-jährigen Models Luisel Ramos, das kurz nach einer Modenschau in der uruguyaischen Hauptstadt Montevideo an Herzversagen infolge von Anorexia nervosa starb. Zwei Monate später verstarb das brasilianische Model Ana Carolina Reston Macan ebenfalls an Magersucht. Etwa sechs Monate nach dem Tod von Luisel Ramos starb auch deren magersüchtige Schwester Eliana Ramos im Alter von 18 Jahren.

Magersucht - Test

Im Internet gibt es verschiedene Angebote, einen Selbsttest auf Magersucht zu machen. Dabei errechnet ein Rechner aus einer Kombination von BMI und den Antworten auf einen speziellen Fragebogen die Wahrscheinlichkeit, an Magersucht erkrankt zu sein. Dieser Test kann ein Anhaltspunkt für die Erkrankung sein, einen Besuch beim Arzt oder Psychotherapeuten jedoch nicht ersetzen.

Magersucht bei Kindern

Bereits kleine Kinder können von einer Essstörung betroffen sein. Allerdings liegt bei Kindern eher selten eine Anorexia nervosa vor, sondern eher eine Essstörung, die sich auf bestimmte Lebensmittel bezieht. Einige Kinder verweigern die Nahrungsaufnahme auch aus psychischen Gründen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind dauerhaft ein abnormes Essverhalten zeigt oder untergewichtig ist, sollten Sie Ihren Kinderarzt um Rat fragen, der Sie gegebenenfalls an einen Experten überweisen kann.


Foto: © staras - Shutterstock.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann.
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