Medikamente, die den Eisprung auslösen

Februar 2017

Wenn eine Unfruchtbarkeit aufgrund einer Ovulationsstörung vorliegt, kann eine medikamentöse Therapie erfolgen, um den Eisprung bei einer Frau auszulösen.


Auslösen des Eisprungs

30 Prozent aller Fälle weiblicher Unfruchtbarkeit sind auf Ovulationsstörungen zurückzuführen, die bewirken, dass nicht genügend oder gar keine reifen Eizellen produziert werden. Die Stimulation des Eisprungs kann medikamentös erfolgen. Dies kann auf den drei verschiedenen Ebenen des Reifungsprozesses der Eizelle geschehen: auf der Ebene der Eierstöcke, der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) und des Hypothalamus (Ziwschenhirn). Die häufigste Behandlungsmethode bei Ovulationsstörungen besteht darin, die Eierstöcke zu stimulieren, um einen Eisprung auszulösen.

Medikamente zum Auslösen des Eisprungs

Medikamente, die den Eisprung auslösen sollen, können einzeln oder im Rahmen einer künstlichen Befruchtung oder In-Vitro-Fertilisation verschrieben werden. Sie müssen von Ärzten verschrieben werden, die Erfahrung im Umgang mit diesen Medikamenten haben. So lassen sich die Effizienz der Behandlung maximieren und negative Begleiterscheinungen minimieren.


Bei all diesen Behandlungsformen sind engmaschige Kontrollen nötig, um die Wirksamkeit zu überprüfen, den Zeitpunkt des Eisprungs zu bestimmen und die Behandlung gegebenenfalls anzupassen. Die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis hängt von der Wirksamkeit der Behandlung und dem Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs ab. Es sollten regelmäßig Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden, um die Reaktion der Eierstöcke zu verfolgen, die Anzahl der Follikel auszumachen und die Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut zu untersuchen.

Ihr Frauenarzt wird im Ultraschall regelmäßig die Größe der Follikel (Eibläschen) am Eierstock kontrollieren. Ein Follikel wächst jeden Tag um etwa 2 mm. Der Eisprung sollte etwa mit 20 mm ausgelöst werden.

Über die Konsequenzen und Nebenwirkungen von Hyperstimulationsbehandlungen werden die behandelten Frauen oft nicht ausreichend aufgeklärt. Frauen sollten ausreichend informiert sein, um die Vorzüge und Risiken dieser Behandlungsform zu kennen.

Im Folgenden wollen wir Ihnen einige bekannte Medikamente vorstellen. Welche Medikamente für Sie persönlich geeignet sind, kann nur ein erfahrener Gynäkologe mit Ihnen gemeinsam entscheiden.

Clomifen (Clomhexal, Clomid)

Clomifen ist ein Wirkstoff, der die Hirnanhangsdrüse stimuliert, sodass diese vermehrt Hormone, die zu einem Eisprung führen sollen, produziert. Clomifen wird in Tablettenform über eine Behandlungsdauer von fünf Tagen verschrieben. 30 Prozent der Frauen gelingt es, mit diesem Mittel schwanger zu werden - im Durchschnitt nach dem 3. Zyklus. Schlägt die Behandlung nicht an, wird sie nicht weitergeführt.


Eine Behandlung mit Clomifen kann zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Hitzewallungen und Sehstörungen führen. Eine Hyperstimulation ist möglich.

Unter Clomifen gibt es eine erhöhte Anzahl von Mehrlingsschwangerschaften, aber auch von spontanen Fehlgeburten: Der Anteil liegt je nach Studie zwischen 10 und 19 Prozent. Auch Eileiterschwangerschaften treten mit etwas höherer Wahrscheinlichkeit als bei normalen Schwangerschaften auf.

Ovitrelle

Das Präparat Ovitrelle enthält einen Wirkstoff mit dem Namen Choriogonadotropin alfa. Choriogonadotropin alfa ist dem im Körper vorkommenden Hormon Choriogonadotropin sehr ähnlich. Choriogonadotropin ist an der natürlichen Regulierung der Fortpflanzung und der Fruchtbarkeit beteiligt. Das Präparat wird zusammen mit anderen Arzneimitteln zur Unterstützung der Entwicklung und Reifung von Eizellen verwendet. Es muss über eine Injektion verabreicht werden.


Unter der Behandlung kann es zu einer Überstimulation kommen. Wenn Sie früher oder vor Kurzem ein Blutgerinnsel (Thrombose) im Bein, in der Lunge oder einen Herzanfall oder Schlaganfall hatten oder wenn diese Erkrankungen in Ihrer Familie vorkommen, haben Sie möglicherweise ein erhöhtes Risiko, dass sie unter der Therapie erneut auftreten oder sich verschlechtern. Mehrlingsschwangerschaften und Fehlgeburten sind nach einer Stimulationsbehandlung häufiger.

Predalon

Predalon enthält den Wirkstoff Choriongonadotropin und wirkt dementsprechend analog zu Ovitrelle. Während Predalon aus dem Urin schwangerer Frauen gewonnen wird, wird Ovitrelle biochemisch hergestellt. Welches Präparat für Sie geeignet ist, sollten Sie individuell mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Natürliche Methoden, um den Eisprung auszulösen

Viele Frauen stehen einer medikamentösen Auslösung des Eisprungs wegen der möglichen Nebenwirkungen skeptisch gegenüber. Sie können daher zunächst auch versuchen, den Eisprung mit natürlichen Mitteln zu stimulieren.

So gibt es beispielsweise pflanzliche Mittel zum Auslösen des Eisprungs. Um den Eisprung zu unterstützen, kommen Tees oder Pflanzenpräparate wie Beifuss, Mönchspfeffer, Frauenmantel oder Schafgarbe zum Einsatz. Die Pflanzenpräparate greifen auf unterschiedlichen Ebenen in den Regelkreis des Körpers ein. Es ist deshalb empfehlenswert, sich von einem in Naturheilkunde erfahrenen Arzt beraten zu lassen.

Eisprung ausgelöst: Wann sollte man Geschlechtsverkehr haben?

Fragen Sie Ihren behandelnden Frauenarzt, wann Sie nach der Verabreichung eisprungauslösender Präparate Geschlechtsverkehr haben sollten. Dies ist abhängig davon, welches Präparat Sie genau erhalten haben.

Foto: © Nelli Syrotynska - Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 18. Januar 2017 11:19 von SilkeCCM.
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