Tipps und Tricks bei Neurodermitis

Juli 2017

Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, die sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen kann. Neurodermitis verursacht Symptome wie trockene, gerötete, schuppige Haut und einen quälenden Juckreiz.


Das atopische Ekzem - Neurodermitis

Das atopische Ekzem ist auch unter dem geläufigeren Namen Neurodermitis bekannt. Der Begriff atopisch bedeutet, dass die Krankheit durch eine übermäßige Reaktion des Immunsystems ausgelöst wird. Die Betroffenen sind meist genetisch vorbelastet. Das Ekzem wird umgangssprachlich auch Beugeekzem oder Milchschorf genannt. Die Krankheit geht mit einer Entzündung der Haut einher, die sich in Juckreiz und Rötungen äußert. Typischerweise tritt das Ekzem im Gesicht, auf der Kopfhaut, hinter den Ohren, in den Kniekehlen, in den Achselhöhlen und in der Leistengegend auf.

Neurodermitis-Symptome bei Kindern

Neurodermitis kann bereits bei Babys auftreten. In der Regel beginnt die Neurodermitis im Gesicht und an der behaarten Kopfhaut. Dort bildet sich eine gelb-weiße, schuppige Kruste auf geröteter Haut, die auch nässen kann (Milchschorf). Das Ekzem kann sich auch an den Streckseiten von Armen und Beinen und in manchen Fällen um den Mundbereich zeigen. Etwa im ersten Lebensjahr können Beugeekzeme hinzukommen, die sich in den Kniekehlen, in Hautfalten, am Ellenbogen oder am Handgelenk mit juckenden, krustigen, schuppigen und geröteten Ekzemen äußern. Die Haut nässt an den betroffenen Stellen und ist gleichzeitig trotzdem extrem trocken. Mit zunehmendem Alter verdicken sich diese Hautstellen und das Hautbild wird gröber. Während der Pubertät bildet sich die Neurodermitis häufig vollkommen zurück.

Neurodermitis-Symptome bei Erwachsenen

Neurodermitis zeigt sich bei Erwachsenen durch Juckreiz und Hautirritationen, kleine, juckende Hautknoten sowie eine lederartige Hautverdickung. Typischerweise tritt Neurodermitis bei Erwachsenen an Augen- und Stirnbereich, am Hals, an den Beugeseiten der Extremitäten sowie an Hand- oder Fußrücken auf.

Verstärkende Faktoren

Faktoren wie Hitze, Schwitzen, trockene Luft, Heizungsluft oder hohe Raumtemperaturen, synthetische Kleidung, aggressive Reinigungsprodukte für die Haut, stark gechlortes Wasser, Stress und Allergien verstärken die Symptome eines atopischen Ekzems.

Was hilft bei Neurodermitis?

Wenn Sie oder Ihr Kind unter Neurodermitis leiden, wird die Behandlung je nach Schweregrad ausgewählt. Bei einer leichten Neurodermitis richtet sich die Therapie darauf, Schüben vorzubeugen, die Haut mit entsprechenden Lotionen oder Cremes zu pflegen und auslösende Faktoren zu meiden. Bei einer schwereren Neurodermitis werden ergänzend Cremes oder Lotionen verordnet, die das Immunsystem bremsen (wie etwa Kortison-Präparate). Reicht diese Behandlung nicht aus, können stärkere, äußerlich wirksame Präparate verordnet werden. Bei einer schweren Neurodermitis werden zusätzlich Medikamente eingenommen, die Einfluss auf das Immunsystem haben.

Ernährung bei Neurodermitis

Viele Menschen, die unter Neurodermitis leiden, haben Nahrungsmittelallergien. Deshalb lohnt es sich, beim Allergologen einen entsprechenden Allergietest durchführen zu lassen. Häufig liegen Allergien gegen Kuhmilch, Zitrusfrüchte, Eier oder Nüsse vor. Wenn Sie allergisch reagieren, sollten Sie die entsprechenden Lebensmittel meiden.

Ein weiterer Tipp: Testen Sie selbst, ob bestimmte Lebensmittel bei Ihnen einen Neurodermitis-Schub verursachen. Häufig vertragen Menschen mit einem atopischen Ekzem zum Beispiel scharfe, stark gewürzte Speisen oder auch Kaffee und Alkohol schlecht. Stellen Sie aufgrund Ihrer Beobachtungen und eventuell vorhandener Allergien zusammen mit Ihrem Arzt einen individuellen Plan für eine Neurodermitis-Ernährung zusammen. Wichtig ist, dass durch die abgestimmte Ernährung keine Mangelerscheinungen auftreten.

Tipps und Hausmittel bei Neurodermitis

Auch wenn es merkwürdig klingt: Führen Sie ein "Kratztagebuch". So kommen Sie Auslösern auf die Spur und können diese besser meiden.


Wärme verstärkt die Beschwerden. Heizen Sie Ihre Wohnung und Ihr Schlafzimmer deshalb nicht zu stark. Im Schlafzimmer ist eine Temperatur von 17 bis 18 Grad optimal. Lüften Sie regelmäßig.

Langes und heißes Duschen trocknet die Haut aus. Duschen Sie nicht zu lange und nicht zu heiß. Dasselbe gilt fürs Baden. Benutzen Sie pH-neutrale Seifen und cremen Sie sich nach dem Duschen oder Baden mit einer rückfettenden Lotion ein. Bei Neurodermitis an den Händen oder am Körper ist Nachtkerzenöl ein geeignetes Hausmittel. Beträufeln Sie die juckenden Bereiche. Das fördert die Elastizität der Haut und lindert den Juckreiz. Ringelblumensalbe wirkt bei Neurodermitis auch auf bereits entzündeten Stellen lindernd. An den Augen sollten Sie Salben nur sehr vorsichtig und dünn auftragen, da die Haut hier besonders dünn und empfindlich ist.

Sonnenlicht hilft gegen Neurodermitis und lindert zum Beispiel auch effektiv Neurodermitis im Gesicht. Fragen Sie Ihren Arzt nach einem geeigneten, hypoallergenen Sonnenschutz. Bei offenen Wunden und stark irritierter Haut sollten Sie nicht schwimmen gehen. Gechlortes Wasser im Schwimmbad irritiert die Haut. Einige Schwimmbäder enthalten ungechlortes Wasser, das mit anderen Verfahren gereinigt wird. Wenn Sie im Meer schwimmen waren, sollten Sie sich nach dem Bad kurz abduschen.

Wenn die Neurodermitis durch Allergene im Haushalt verstärkt wird, sollten Sie diese nicht verwenden. Rauchen Sie nicht im Haus und verzichten Sie auf agressive Reinigungsprodukte. Nutzen Sie stattdessen eine spezielle, für Neurodermitis geeignete Waschlotion. Sie können auch auf Produkte zurückgreifen, die normalerweise für ein Kind konzipiert wurden - diese Pflegeprodukte sind besonders sanft und werden streng auf Allergene und Zusatzstoffe geprüft. Optimal sind rückfettende Reinigungsprodukte.

Synthetische Fasern und Schurwolle reizen die Haut. Achten Sie darauf, Kleidung aus natürlichen Stoffen wie Baumwolle oder Seide zu tragen. Auch einige Waschmittel reizen die Haut. Verwenden Sie deshalb Produkte für empfindliche Haut.

Foto: © Dmitry Lobanov – 123RF.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 23. Mai 2017 04:27 von SilkeCCM.
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