Woher kommt der Husten nach einem Rauchstopp?

Dezember 2016

Die meisten (Ex-)Raucher sind überrascht, dass sich ihr Raucherhusten nach dem Rauchstopp zunächst verschlimmert. Wir erklären Ihnen hier, warum das so ist.


Ich habe mit dem Rauchen aufgehört und der Husten wird schlimmer - warum?

Wenn Sie mit dem Rauchen aufgehört haben, kann es in den ersten Wochen zu vermehrtem Husten kommen. Bei Rauchern verkleben nach und nach die Flimmerhärchen in den Bronchien, sodass Schleim nur noch unzureichend abtransportiert werden kann. Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, können sich die verklebten Härchen wieder lösen. Deshalb kann sich der Abtransport von Rückständen und Schleim aus den Bronchien zunächst verstärken. Durch das vermehrte Abhusten können zunächst Halsschmerzen auftreten. Nach und nach sollte sich der Husten jedoch legen.

Husten mit Auswurf nach dem Rauchstopp

Viele Raucher berichten nach dem Rauchstopp zunächst über vermehrten Auswurf. Das ist normal, sollte aber nur einige Wochen dauern. Blutigen, eitrig gelben oder grünen Auswurf und Fieber sollten Sie aber immer beim Arzt abklären lassen.

Trockener Husten nach dem Rauchstopp

Sie können auch einige Zeit nach dem Rauchstopp unter einem trockenen Reizhusten leiden.

Husten mit braunem Auswurf

Der Auswurf kann kurzzeitig auch eine dunklere Farbe haben. Wenn Sie allerdings braunen (altblutigen) Auswurf haben, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren. Blutiger Husten sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Atemnot nach dem Rauchstopp

Raucher kommen schneller aus der Puste. Dieses Phänomen legt sich nicht sofort nach dem Rauchstopp. Wenn Sie allerdings dauerhaft unter Atemnot leiden, sollten Sie ebenfalls Ihren Arzt konsultieren.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn der Husten über mehrere Wochen andauert, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Ebenso sollten Sie sofort zum Arzt gehen, wenn Sie blutigen Auswurf bemerken oder unter Fieber, Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb leiden.

Lungenerkrankung (COPD)

Viele Raucher leiden unter einer chronischen Bronchitis, die zu einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) führen kann. Bei einer COPD kommt es zu Husten, vermehrtem Auswurf und Atemnot bei Belastung. Häufig werden Lungenbläschen durch diese Erkrankung überbläht und teilweise zerstört.


Um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, sollte eine COPD medikamentös behandelt werden. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland drei bis fünf Millionen Menschen unter einer COPD. Wenn Sie mit dem Rauchen aufgehört haben und trotzdem dauerhaft unter Husten und Atemnot leiden, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen um abzuklären, ob die Beschwerden durch eine Lungenerkrankung ausgelöst werden.

Warum es sich lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören

Es gibt viele Gründe, weshalb es sich lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören. Und weil das Aufhören schwer fallen kann, erinnern wir Sie noch einmal an die Wichtigsten: Das Risiko für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße verringert sich schon nach einem Jahr um 50 Prozent. Nichtraucher erleiden außerdem seltener einen Schlaganfall. Asthmaanfälle und chronische Bronchitiden treten seltener auf und das Risiko, an Lungenkrebs und anderen Krebsarten zu erkranken, sinkt ebenfalls.


Foto: © Ljupco Smokovski – Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 8. November 2016 07:24 von SilkeCCM.
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