Wann kann man eine In-vitro-Fertilisation wiederholen?

Oktober 2017

Wenn auf normalem Weg keine Schwangerschaft eintritt, kann eine In-vitro-Fertilisation (IVF) in Frage kommen. Dazu wird der Eisprung der Frau künstlich eingeleitet, die Eizellen werden entnommen und die Befruchtung wird im Reagenzglas herbeigeführt. Anschließend werden die Embryonen wieder in die Gebärmutter der Frau eingebracht.


Die In-vitro-Befruchtung

Bei der In-vitro-Befruchtung (In-vitro-Fertilisation) wird eine Eizelle mit einer Samenzelle befruchtet, um einen Embryo zu bilden. Die Befruchtung erfolgt dabei im Reagenzglas, weshalb die Methode umgangssprachlich als künstliche Befruchtung bezeichnet wird. Die In-vitro-Fertilisation an sich ist ein längerer Prozess, der aus vielen verschiedenen Einzelschritten besteht.

Eine IVF kommt für Paare in Frage, bei denen ein Jahr lang trotz regelmäßigem und ungeschütztem Sex keine Schwangerschaft eingetreten ist. Grundsätzlich können auch unverheiratete Paare eine Kinderwunschbehandlung durchführen lassen. Dabei gelten allerdings besondere Regeln. So muss der Arzt, der das Paar zur IVF berät, nach eigenem Ermessen festlegen, ob das Paar in einer festen Partnerschaft lebt. Der Mann muss die Vaterschaft vor dem Eingriff und zusätzlich nach erfolgreicher Befruchtung anerkennen. Zudem muss vorsorglich eine Abmachung getroffen werden, wer im Falle einer Trennung für den Unterhalt des Kindes aufkommt.

Ablauf einer In-vitro-Befruchtung

Zunächst wird die Eigentätigkeit der Eierstöcke der Frau medikamentös gedrosselt. So können bei der anschließenden Eierstockstimulation mehr Eizellen heranreifen.



Durch die anschließende medikamentöse Eierstockstimulation werden mehrere Eizellen zum Heranreifen gebracht. Dazu werden der Frau Medikamente verabreicht, die die Eizellenproduktion anregen. Die Behandlung kann mit ernsthaften Risiken und Nebenwirkungen verbunden sein und muss deshalb genau kontrolliert werden. Ab dem dritten Zyklustag werden die Follikel mittels Ultraschalluntersuchung überwacht. Durch das Hormon HCG wird schließlich der Eisprung ausgelöst.

Im Folgenden wird die Follikelflüssigkeit unter Vollnarkose transvaginal aus den einzelnen Follikeln abpunktiert. Meist werden fünf bis zehn Eizellen entnommen, die in einem Inkubator bei 37 Grad Celsius konserviert werden. Das Sperma des Partners wird am Tag der Follikelpunktion gewonnen. Anschließend werden die Eizellen mit dem Sperma im Reagenzglas befruchtet. Die Erfolgswahrscheinlichkeit für die Befruchtung liegt bei etwa 50 bis 70 Prozent.

Nach 48 Stunden Inkubationszeit wird aus dem befruchteten Ei ein Embryo, der in die Gebärmutter eingesetzt werden kann. Meist werden zwei Embryos in die Gebärmutter eingesetzt. Überzählige Embryonen können eingefroren werden. Nach 14 Tagen wird beurteilt, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist.

Wie erfolgreich ist eine IVF?

Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft liegt bei etwa 15 bis 20 Prozent je IVF-Zyklus – unabhängig davon, ob es sich um das erste Mal oder folgende IVF-Zyklen handelt. Die Erfolgsaussichten sind jedoch sowohl von der bestehenden Fruchtbarkeitsstörung als auch vom Alter der Frau abhängig, so dass keine generelle Aussage zur Chance einer Befruchtung getätigt werden kann.


Die allgemeine Erfolgsrate nimmt mit wiederholten Versuchen zu. Drei Viertel der Schwangerschaften, die durch eine IVF hervorgerufen werden, enden in einer Geburt. Etwa 25 Prozent der Paare bekommen Zwillinge, bei mehr als 75 Prozent wird es nur ein Kind.

Wie lange sollte die Pause zwischen IVF-Versuchen sein?

Generell ist die Häufigkeit der Wiederholung einer IVF nicht reglementiert. Es gilt jedoch zu bedenken, dass die Methode für Frauen physisch und auch psychisch sehr anstrengend sein kann. Als Pause zwischen den IVF Behandlungen sind normalerweise mindestens drei Monate vorgesehen. Viele Experten raten jedoch, erst sechs Monate nach einer erfolglosen IVF einen weiteren Versuch zu unternehmen.


Sie sollten mit ihrem betreuenden Frauenarzt genau absprechen, wann Sie der nächste Versuch stattfinden kann, da dies auch maßgeblich davon abhängt, wie die Frau die IVF-Therapie verträgt. Eventuell ist es angezeigt, die Kombination der Medikamente zu ändern oder die IVF mit einer anderen Behandlung zu kombinieren. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten!

Ethische Probleme der IVF

Die Erzeugung überzähliger Embryonen bei der IVF bringt viele moralische Probleme mit sich. In einigen Ländern dürfen diese Embryonen, die nicht in die Gebärmutter eingebracht werden, zu Forschungszwecken verwendet werden. In vielen Fällen werden überzählige Embryonen jedoch abgetötet. Beides ist in Deutschland laut Embryonenschutzgesetz verboten. Deshalb werden in Deutschland imprägnierte Eizellen im Vorkernstadium (Anfangsstadium der Befruchtung) eingefroren. Diese können später aufgetaut und in die Gebärmutter eingebracht werden.


Foto: © Andrii Dragan – 123RF.com

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Artikel im Original veröffentlicht von p.horde. Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 19. Oktober 2017 02:53 von SilkeCCM.
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