Behandlungsmöglichkeiten beim Restless-Legs-Syndrom

September 2017

Beim Restless-Legs-Syndrom leiden Betroffene unter einem Kribbeln oder Ziehen in den Beinen, das vor allem nachts auftritt. Lesen Sie hier Wissenswertes über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.


Was ist das Restless-Legs-Syndrom?

Der Begriff Restless-Legs-Syndrom bedeutet übersetzt Erkrankung der unruhigen, ruhelosen beziehungsweise rastlosen Beine. Betroffene leiden unter einem Ziehen, Reißen oder Kribbeln in den Beinen, wenn der Körper zur Ruhe kommt. Die Beschwerden treten vor allem nachts auf und können in einem oder beiden Beinen auftreten. Zwangsläufig kommt es nachts zu Schlafstörungen, teilweise sogar zu völliger Schlaflosigkeit.

Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung vom Restless-Legs-Syndrom betroffen sind. 60 Prozent der Betroffenen sind weiblich. Allerdings sind die Beschwerden bei 80 Prozent der Betroffenen nur schwach ausgeprägt und nicht behandlungsbedürftig.

Idiopathisches und sekundäres Restless-Legs-Syndrom

Wenn Sie unter einem Restless-Legs-Syndrom leiden, sollten Sie gründlich untersucht werden. Ein Selbsttest ist aufgrund der vielen möglichen Differentialdiagnosen, die die Beschwerden auslösen können, ungeeignet. Das Syndrom kann unter anderem durch Krankheiten wie Eisenmangel, Vitamin B-Mangel-Anämie, Niereninsuffizienz mit Dialyse, diabethische Polyneuropathie (Schädigung multipler Nerven als Komplikation eines Diabetes mellitus), Arthritis und Parkinson ausgelöst werden.

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente oder eine Schwangerschaft können Auslöser sein. In diesem Fall spricht man von einem sekundären Restless-Legs-Syndrom. Hier sollte die Grunderkrankung behandelt werden. Auslösende Medikamente sollten nach Absprache mit dem Arzt möglichst abgesetzt werden. Wenn kein auslösender Faktor festgestellt werden kann, spricht man von einem idiopathischen Restless-Legs-Syndrom.

Symptomatische Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung muss individuell an die Beschwerden des Patienten angepasst werden. Dabei steht vor allem die Wiederherstellung der Schlafqualität im Vordergrund. Leidet der Patient nicht stark unter den Beschwerden, kann zunächst eine Therapie ohne Medikamente versucht werden. Die Beschwerden lassen sich durch Bewegung mindern, daher können zum Beispiel spezielle Entspannungsübungen oder abendliche Spaziergänge Linderung verschaffen.

Wissenschaftlich anerkannte Belege für die Wirksamkeit von Homöopathie und pflanzlichen Mitteln bei Restless-Legs-Syndrom gibt es nicht, so dass die Entscheidung zu diesen Therapieformen eine Individualentscheidung ist. Wenn die Betroffenen stark unter ihren Beschwerden leiden, stehen verschiedene Medikamente zur symptomatischen Therapie zur Verfügung.

Dopaminagonisten

Bei der Behandlung schwerer und täglicher Beschwerden gelten sogenannte Dopaminagonisten, Substanzen, die ähnlich wie Dopamin wirken, als Mittel der Wahl. Diese Substanzen stimulieren Dopamin-Rezeptoren im Gehirn und mindern die Symptomatik beim Restless-Legs-Syndrom.

Schmerzmittel

Wenn die Symptomatik vor allem mit Schmerzen einhergeht, können verschiedene Schmerzmittel verabreicht werden. Daneben gibt es als relativ neue Therapieoption für Patienten, bei denen die Standardmedikation mit Dopaminagonisten versagt, eine Kombinationstherapie aus Opioid Oxycodon und Naloxon.

Antikonvulsiva

Die Einnahme von Antikonvulsiva, wie zum Beispiel Gabapentin, hat sich in den letzten Jahren in der Therapie ebenfalls bewährt.

Allgemeine Maßnahmen

Sie sollten versuchen, symptomverstärkende Faktoren wie Kaffee, Alkohol, Wärme, schwere körperliche Arbeit und Stress soweit wie möglich zu vermeiden.

Foto: © Levente Gyori – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 12. September 2017 02:28 von SilkeCCM.
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