Blutuntersuchungen zum Nachweis einer rheumatoiden Arthritis

April 2017

Die rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche rheumatische Erkrankung, die durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems ausgelöst wird. Folge ist eine schmerzhafte Entzündung und Destruktion der Gelenke.


Die rheumatoide Arthritis

Rheuma ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, die dem rheumatischen Formenkreis zugerechnet werden. Die rheumatoide Arthritis (auch chronische Polyarthritis genannt) ist die häufigste chronische entzündliche Erkrankung der Gelenke. Besonders häufig betroffen sind die kleinen Gelenke in den Fingern und Zehen, allerdings kann die Entzündung auch große Gelenke wie das Hüft-, Knie-, Schulter- oder Handgelenk in Mitleidenschaft ziehen.


Die betroffenen Gelenke schwellen an, sind überwärmt, gerötet und schmerzen. Diese Symptome sind meist morgens am stärksten ausgeprägt, die Gelenke sind beim Aufstehen wie versteift. Der Krankheitsbeginn ist oft schleichend, kann aber auch plötzlich eintreten. Die Erkrankung verläuft schubweise. Um das Fortschreiten der Gelenkentzündung zu verhindern und die Schmerzen zu lindern, ist es wichtig, eine rheumatoide Arthritis so früh wie möglich zu diagnostizieren und zu behandeln.

Wie wird eine rheumathoide Arthritis diagnostiziert?

Die Diagnose einer rheumatoiden Arthritis wird anhand von typischen klinischen Symptomen, speziellen Blutuntersuchungen und bildgebenden Verfahren gestellt. Beim Arzt werden zunächst eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung gemacht. Besteht der Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung, folgen in der Regel Röntgenuntersuchungen der betroffenen Gelenke sowie spezielle Blutuntersuchungen. Wir erläutern im Folgenden, welche Blutuntersuchungen herangezogen werden, um eine rheumatoide Arthritis festzustellen.

Welche Blutwerte sind bei einer rheumatoiden Arthritis erhöht?

Entzündungszeichen: CRP und BSG

Bei Entzündungsprozessen im Körper sind die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und der CRP-Wert erhöht. Eine Erhöhung dieser Werte weist somit unspezifisch auf eine Entzündungsreaktion hin.

Blutwerte, die auf eine rheumatische Erkrankung hinweisen: der Rheumafaktor

Der Rheumafaktor ist ein Antikörper, der gegen ein körpereigenes Eiweiß (Protein) gerichtet ist. Dieser spezielle Antikörper lässt sich im Blut nachweisen. Rheumafaktoren sind allerdings nur bei 70 bis 80 Prozent der erkrankten Patienten nachweisbar und können auch teilweise bei Personen, die nicht von einer rheumatoiden Arthritis betroffen sind, nachgewiesen werden.


So ist der Rheumafaktor bei rund 5 Prozent der gesunden Menschen unter 50 Jahren, bei etwa 15 Prozent der 70-jährigen Frauen und bei 10 Prozent der 70-jährigen Männer positiv. Das Vorliegen von Rheumafaktoren ist daher kein Beweis für die Erkrankung. Ebenso wenig bedeutet das Fehlen von Rheumfaktoren, dass die Erkrankung ausgeschlossen werden kann.

Bei einer bestehenden rheumatoiden Arthritis können Rheumafaktoren als Verlaufsparameter herangezogen werden, da man hierdurch die Schwere und Geschwindigkeit des Krankheitsverlaufs nachvollziehen kann.

CCP-Antikörper

Zudem werden die Cyclischen Citrullin Peptid-Antikörper (CCP-Ak) im Blut bestimmt. CCP-Ak zeigen die Erkankung spezifischer an als Rheumafaktoren und sind bei 96 Prozent der Erkrankten nachweisbar. Bei 79 Prozent der Patienten sind CCP-Ak bereits im frühen Stadium der Krankheit vorhanden. Eine kombinierte Messung der Rheumafaktoren und der CCP-Ak hat zu einer enormen Verbesserung der Diagnose geführt.

Diagnosekriterien der rheumatoiden Arthritis

Da eine rheumatoide Arthritis nicht nur anhand der Bestimmung des Rheumafaktors erfolgt, wurden spezielle Scores entwickelt, die die Diagnosestellung erleichtern. Eine detaillierte Tabelle zu den spezifischen Diagnosekriterien finden Sie hier.

Ist auch eine Arthrose im Blut nachweisbar?

Bei einer Arthrose handelt es sich um eine zunehmende schmerzhafte Abnutzung eines Gelenkknorpels. Eine Arthrose darf nicht mit der rheumatoiden Arthritis verwechselt werden, bei der es zu einer Autoimmunerkrankung kommt, durch die sich die Gelenke entzünden. Eine Arthrose wird durch die typische Beschwerdesymptomatik und spezielle Veränderungen im Röntgenbild diagnostiziert. Eine Blutuntersuchung, bei der eine Arthrose spezifisch festgestellt werden kann, existiert nicht.

Foto: © Kay Motec - Shutterstock.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 28. Januar 2017 04:02 von SilkeCCM.
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