Rezeptfreie Schmerzmedikamente: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

Mai 2017

Rezeptfreie Schmerzmedikamente gehören zu den am häufigsten verkauften Medikamenten. Aber auch rezeptfreie Medikamente haben Risiken und Nebenwirkungen. Lesen Sie hier das Wichtigste über Schmerzmittel aus der Gruppe der Nichtsteroidalen Antirheumatika.


Was sind Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) ?

Nichtsteroidalen Antirheumatika (kurz NSAR) sind Schmerzmittel, die schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Die Medikamente werden häufig in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen eingesetzt. Wie der Name schon sagt enthalten die Medikamente keine Steroide (Cortison). Schmerzmedikamente mit Cortison werden als steroidale Antirheumatika bezeichnet.

Wie wirken NSAR?

Nichsteroidale Antirheumatika hemmen im menschlichen Körper zwei unterschiedliche Enzyme, die Cyclooxygenase-1 (COX-1) und die Cyclooxygenase-2 (COX-2). Diese Enzyme produzieren im menschlichen Körper die so genannten Prostaglandine. Die Prostaglandine der COX-1 sind für einen Teil der Blutgerinnung, den Schutz der Magenschleimhaut und die Ausscheidungsfunktion der Niere zuständig. Die Prostaglandine der COX-2 verursachen im Krankheitsfall Fieber, Schmerzen und eine Entzündungsreaktion.


Da unselektive NSAR sowohl die COX-1 als auch die COX-2 hemmen, wirken die Mittel nicht nur schmerz- und entzündungshemmend, sondern können auch die Blutgerinnung verändern, die Schleimhaut im Magen-Darmtrakt angreifen und die Ausscheidungsfunktion der Nieren beeinträchtigen. Deshalb sollten NSAR niemals über einen längeren Zeitraum ohne ärztlichen Rat eingenommen werden! Dies gilt auch für rezeptfreie NSAR!

Rezeptfreie NSAR: Ibuprofen, Aspirin, Diclofenac

Besonders bekannte NSAR, die auch rezeptfrei erhältlich sind, sind Aspirin (ASS), Ibuprofen und Diclofenac (Voltaren).

Wann darf man NSAR in Selbstmedikation einnehmen?

Wenn Sie leichte Schmerzen haben, können Sie Medikamente aus der Gruppe der NSAR einnehmen. Kinder sollten NSAR jedoch nur nach ärztlichem Rat einnehmen. Achtung: Kinder sollten Aspirin (ASS) nicht einnehmen, besonders dann, wenn sie unter Infekten leiden. Es kann sonst zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen.


NSAR sollten, auch wenn sie rezeptfrei erhältlich sind, nicht eigenständig über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Fragen Sie bei andauernden Schmerzen immer Ihren Arzt um Rat. Wenn die Schmerzen stärker werden oder andere unerwartete Symptome auftreten, ist es natürlich auch immer sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen.

NSAR: Warnhinweise und Nebenwirkungen

Sie sollten NSAR nicht einnehmen, wenn Sie unter Magengeschwüren oder Geschwüren im Zwölffingerdarm leiden. Sie sollten NSAR ebenfalls nicht einnehmen, wenn Ihr Blutungsrisiko erhöht ist. Auch Patientem mit schweren Nieren-, Leber- oder akuten Herzerkrankungen sollten NSAR nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen und die Dosis gegebenenfalls anpassen.

Kinder dürfen kein Aspirin (ASS) einnehmen, da es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen kann.

NSAR während der Schwangerschaft und Stillzeit

NSAR sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden, außer wenn die Einnahme vom Arzt ausdrücklich empfohlen wurde. Als Schmerzmittel wird während der Schwangerschaft und in der Stillzeit meist Paracetamol empfohlen.

Überdosierung

Sie sollten NSAR nicht überdosieren! Wenden Sie sich im Falle einer Überdosierung an Ihren Arzt.

NSAR: Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

NSAR können mit vielen verschiedenen Medikamenten interagieren. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

Alarmsignale

Wenn Sie NSAR eingenommen haben und folgende Beschwerden auftreten, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen: Erbrechen von Blut, Blut im Stuhl, Schwierigkeiten beim Atmen, Hautausschläge, Sehstörungen, Übelkeit, Schwindel, Ohrensausen, Kopfschmerzen.

Foto: © Milos Vucicevic - Shutterstock.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 7. März 2017 10:25 von SilkeCCM.
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