Medikamente zur Behandlung von Allergien: Kortikosteroide

Mai 2017

Kortikosteroide spielen eine wichtige Rolle in der medikamentösen Allergietherapie. Wann Sie sich zur Behandlung einer Allergie eignen, lesen Sie hier.


Kortikosteroide - Definition

Kortikosteroide, kurz auch Kortikoide, sind Steroidhormone, die vom Körper in der Nebennierenrinde hergestellt werden. Daneben gibt es synthetisch hergestellte Kortikosteroide, die als Medikamente verabreicht werden können.

Kortikosteroide - Medikamente

Kortikosteroide sind Medikamente, die entzündungshemmend wirken. Sie können sowohl in Tablettenform als auch als Sirup oder Spray verabreicht werden oder kommen lokal in Cremes zur Anwendung. In schweren Fällen (zum Beispiel bei einem allergischen Schock oder einem schweren Asthmaanfall) können Kortikosteroide über die Vene gespritzt werden. Es stehen verschiedene Präparate in unterschiedlicher Wirkstärke zur Verfügung.

Kortikosteroide - Wirkung

Bei einer Entzündungsreaktion, wie sie zum Beispiel im Rahmen einer allergischen Reaktion hervorgerufen wird, setzen die Körperzellen Botenstoffe frei, die im Gewebe zu den typischen Entzündungszeichen wie Schwellung, Rötung und Erwärmung führen. Kortikosteroide hemmen sowohl die Freisetzung dieser Botenstoffe, als auch deren Wirksamkeit.

Wirksam gegen viele Krankheiten

Kortikosteroide werden häufig als Medikament verwendet. Die Arzneimittel können bei vielen Arten von Entzündungen Abhilfe schaffen: Dazu gehören Erkrankungen mit einer Überreaktion des Immunsystems wie Allergien oder Autoimmunerkrankungen und entzündlich-rheumatische Beschwerden.

Muskelaufbau bei Sportlern

Da bestimmte Kortikosteroide, die Androgene, den Stoffwechsel günstig beeinflussen, Leistung und Kraft steigern, indem sie ein geringeres Belastungsempfinden vermitteln, die Speicherung von Fett hemmen und den Muskelaufbau fördern, werden sie im Sport auch als Dopingmittel benutzt. Diese Verwendung ohne medizinische Indikation ist gesundheitsgefährdend und im Hochleistungssport illegal.

Kortikosteroide in der Behandlung von allergischem Asthma

Ein Großteil der Asthma-Patienten wird mit Kortikosteroiden behandelt. Die Präparate können für einen kurzen Zeitraum oder auch als Dauertherapie verschrieben werden. Kortikosteroide hemmen die Entzündungsreaktion in den Atemwegen und können so das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten. Die Medikamente lassen die Schleimhäute abschwellen und führen so zu einer Erweiterung der verengten Atemwege. Außerdem wird die Viskosität und die Produktion des Bronchialschleims vermindert, was das Abhusten erleichtert.

Bei allergischem Asthma werden Kortikosteroide inhaliert. Bei schweren Verläufen kann das Medikament auch als Tablette eingenommen oder mittels Infusion angewendet werden.

Kortikosteoide als Nasenspray

Bei einem allergischen Schnupfen können Kortikosteroide in Form eines Nasensprays angewendet werden.

Kortikosteroide als Creme

Bei der Behandlung von allergischen Erscheinungen an der Haut (zum Beispiel bei Ekzemen) stehen Kortikosteroide in Form einer Salbe oder für schwere Fälle in Tablettenform zur Verfügung.

Kortikosteroide - Nebenwirkungen

Eine kurzfristige Therapie mit Kortikosteroiden verursacht in der Regel keine Nebenwirkungen. Allerdings kann eine längere Einnahme bestimmter Kortikosteroide, der Glukokortikoide (wie Kortison und Kortisol), zu schweren Nebenwirkungen führen, wie Gewichtszunahme (als Symptom gilt das typische Mondgesicht), Ausbildung einer Diabeteserkrankung und - weil hier katabol wirkend - Muskelschwund. Bei längerer Einnahme wird die körpereigene Produktion des Hormons in der Niere reduziert und es kommt zur Niereninsuffizienz. Falls eine Langzeittherapie geplant ist, wird Ihr Arzt Sie gründlich über mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Therapie aufklären.

Kortikosteroide, die lokal auf der Haut angewendet werden, können bei längerem Gebrauch zu einer "Ausdünnung" der Haut führen und deren Barrierefunktion schwächen.

Der Missbrauch anaboler Kortikosteroide kann zu Akne, Unfruchtbarkeit, Diabetes, Herzrhythmusstörungen sowie Leber- und Nierenschäden führen.

Kortikosteroide, die im Rahmen einer Asthmatherapie inhaliert werden, führen äußerst selten zu systemischen Nebenwirkungen. Allerdings kann hier durch die Schwächung des Immunsystems im Mundraum eine Pilzbesiedlung gefördert werden. Deshalb empfiehlt es sich, nach der Inhalation den Mund auszuspülen bzw. die Zähne zu putzen. Weitere Nebenwirkungen können Heiserkeit oder eine Rachenentzündung sein.

Da Kortikosteroide bei langfristiger Therapie zu ernsthaften Nebenwirkungen führen können, müssen alle Präparate, die Kortikosteroide enthalten, ärztlich verordnet werden.

Foto: © Dima Sobko - Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 8. März 2017 10:03 von SilkeCCM.
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