Eine geeignete Verhütungsmethode auswählen

Februar 2017




Empfängnisverhütung

  • Zur Empfängnisverhütung stehen eine Reihe verschiedener Methoden zur Verfügung.
  • Frauen und Paare können entsprechend eine geeignete Methode auswählen, die ihren Bedürfnissen entspricht.
  • Verhütungsmethoden variieren je nach Alter der Frau, der sozio-ökonomischen Situation, dem Liebesleben, den sexuellen Praktiken etc..
  • Keine Verhütungsmethode ist 100% zuverlässig.
  • Sie sollten sich gründlich, professionell und individuell beraten lassen, welche Verhütungsmethode am besten für Ihre Bedürfnisse geeignet ist.
  • Am besten vereinbaren Sie eine Sprechstunde bei Ihrem Gynäkologen (bzw. Männer beim Urologen), um sich über geeignete Verhütungsmethoden beraten zu lassen.
  • Sie sollten den Partner in die Wahl der Verhütungsmethode mit einbeziehen.

Empfängnisverhütung - Zahlen und Fakten

  • In Deutschland verhüten 54 % der Paare mit der Pille;
  • 13,5 % der Paare verhüten mit der Spirale;
  • 19 % der Paare verhüten mit Kondomen;
  • Etwa 7 % der Paare verhüten mit Sterilisation;
  • 6,5 % der Paare wählen andere Methoden.
  • Jede dritte Schwangerschaft ist ungeplant.
  • 2009 wurden in Deutschland 110 700 Kinder abgetrieben.
  • 40 Prozent der Frauen waren zum Zeitpunkt des Schwangerschaftsabbruchs verheiratet, 55 Prozent ledig. 73 Prozent der Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt, 15 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. 8 Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter und 4 Prozent minderjährig. (Quelle: Destatis)

Die Östrogen-Gestagen Pille

  • Die Pille ist das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel.
  • Die Pille ist eine hormonelle Verhütungsmethode.
  • Die meisten Pillen sind ein Kombinationspräparat aus den Hormonen Gestagen und Östrogen.
  • Unterschiedliche Pillen enthalten unterschiedliche Mengen an Östrogen und Gestagen.
  • Das Östrogen unterdrückt den Eisprung, während das Gestagen die Einnistung einer Eizelle verhindert, sollte es doch zu einem Eisprung gekommen sein.

Vorteile der Pille

  • Wenn die Pille ordnungsgemäß angewendet wird, ist die Verhütung fast zu 100%, sicher.
  • Die Pille hilft, Regelblutungen regelmäßiger, milder und weniger schmerzhaft auftreten zu lassen.
  • Die Pille kann das Hautbild bei Akne verbessern.

Nachteile der Pille

  • Die Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten und Infektionen.
  • die Pille muss ärztlich verordnet werden.
  • Die Einnahme muss regelmäßig jeden Tag zur gleichen Zeit erfolgen.

Mögliche Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen können auftreten:


*


*
    • Übelkeit;
    • Blähungen;
    • Kopfschmerzen;
    • Spannungen in der Brust;
    • Blutungen zwischen den Perioden;
    • Gewichtszunahme;
    • Abnahme der Libido;
    • Tromboembolien;
    • Bluthochdruck;
    • Veränderung von Krebsrisiken;
    • Störungen der Leberfunktion;
    • etc.

Kontraindikationen für Östrogen-Gestagen-Pillen

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen;
  • Diabeteserkrankung;
  • Adipositas;
  • Hypertonie;
  • Migräne;
  • Brustkrebs, Endometrium-oder Gebärmutterhalskrebs;
  • Ungeklärte vaginale Blutungen;
  • Lebererkrankungen;
  • Rauchen;
  • Alter über 35 Jahren;
  • Dyslipidämie;
  • etc.

Das Thromboserisiko

Alle Östrogen-Gestagen-Pillen verursachen ein erhöhtes Risiko für Thromboembolien. Bei einer Thromboembolien bilden sich in den Venen Blutgerinnsel, die in die Lunge wandern können und so lebensgefährlich sein können. Das Risiko für Thromboembolien ist besonders erhöht, wenn Raucherinnen die Pille einnehmen.

Zusätzliche Risikofaktoren für venöse Thrombosen:
  • Immobilisation (z.B. Gips);
  • Familiäre Veranlagung;
  • Tromboembolien in der Vorgeschichte;
  • Übergewicht;
  • Rauchen;
  • etc.

Die Gestagen-Pille (Minipille)

  • Die Gestagen-Pille wird auch als Minipille bezeichnet.
  • Diese Pille enthält nur Gestagen.
  • Minipillen machen den Schleim im Gebärmutterhals für Samenzellen undurchlässig.

Zudem bewirkt das Gestagen, dass sich die Gebärmutterschleimhaut mangelhaft aufbaut. Sollte trotzdem eine Befruchtung stattfinden, kann sich die Eizelle nur schwer einnisten.
  • Die Minipille muss sehr exakt jeden Tag zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden.

Mögliche Nebenwirkungen

  • Amenorrhoe;
  • Blutungen außerhalb der Regelzeiten;
  • etc.

Kondome

  • Die Verwendung von Kondomen ist die einzige Verhütungsmethode, die vor sexuell übertragbaren Krankheiten und Infektionen schützen kann.
  • Kondome sind überall zu kaufen und einfach zu handhaben.
  • Bei unbekannten Partnern sollten Sie auf jeden Fall Kondome verwenden, auch wenn Sie auf andere Weise verhüten.
  • Kondome können abrutschen oder reißen.
  • Für Latexallergiker gibt es latexfreie Kondome.

Der Vaginalring

  • Der Vaginalring ist ein flexibler, transparenter und farbloser Ring.
  • Der einzige derzeit in Deutschland zugelassene Vaginalring ist der "NuvaRing". Die enthaltenen Wirkstoffe sind Etonogestrel und Ethinylestradiol.
  • Die Hormone werden über die Scheidenschleimhaut aufgenommen.

Platzierung des Vaginalrings

  • Die Frau kann den Vaginalring selbst in die Scheide einsetzen.
  • Der Vaginalring sollte am ersten Tag der Monatsblutung platziert werden.
  • Achten Sie immer darauf, dass der Ring richtig platziert ist: Sie sollten ihn während und nach dem Geschlechtsverkehr nicht spüren.

Wie nutzen Sie den Vaginalring

  • Der Vaginalring wird immer am gleichen Wochentag eingeführt und nach 21 Tagen entfernt.
  • Daraufhin setzt die Monatsblutung ein.
  • Nach einer 7 tägigen Pause setzen Sie einen neuen Vaginalring ein.
  • Die Verhütung ist während der gesamten vier Wochen gewährleistet.
  • Der Ring kann ohne Wirkungsverlust innerhalb von 24 Stunden für maximal drei Stunden aus der Scheide entfernt werden und sollte dabei bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.

Risiken und Nebenwirkungen

  • die Kontraindikationen gegen den Vaginalring sind mit denen der Pille identisch.
  • Risiken und Nebenwirkungen des Vaginalrings sind mit denen der Pille identisch.
  • Während der ersten 7 Anwendungstage sollten Sie zusätzlich mit Kondomen verhüten, da die Hormone zunächst über die Schleimhaut aufgenommen und verteilt werden müssen.

Das empfängnisverhütende Hormonimplantat

  • Das empfängnisverhütende Hormonimplantat ist ein streichholzgroßer Stab aus Kunststoff.
  • Das empfängnisverhütende Implantat wirkt analog zur Pille.
  • Das Implantat bietet eine zu 99% sichere Empfängnisverhütung.
  • Das Implantat wird mit einer Hohlnadel eingeführt unter die Haut am Arm eingeführt.
  • Die Platzierung und Entfernung des Implantats dauert ein paar Minuten.
  • Bei der Entfernung bleibt eine kleine, etwa 2 mm lange Narbe zurück.
  • Das Implantat ist in der Regel nicht schmerzhaft.
  • Das Implantat hat für etwa 3 Jahre eine empfängnisverhütende Wirkung.
  • Falls das Implantat nicht vertragen wird oder falls Nebenwirkungen auftreten, sollten Sie dringend Ihren Arzt konsultieren.
  • Vor dem Einsetzen des Implantats sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
  • Das Implantat ist vor allem für Frauen geeignet, die langfristig verhüten möchten, ohne täglich eine Pille einzunehmen.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Implantation kann in einigen Fällen zu einem Hämatom und / oder zu Schmerzen führen. Sonstige Risiken und Nebenwirkungen sind mit denen der Pille vergleichbar.

Die Spirale

  • Die Spirale ist ein häufig genutztes Verhütungsmittel.
  • Die Spirale besteht aus einem T-förmigen Kunststoffstück, um das ein Kupferfaden gewickelt ist.
  • Die Spirale wird vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt und kann dort bis zu fünf Jahre verbleiben.
  • Die Spirale wird auch als Intrauterinpessar (IUP) bezeichnet.
  • Die Spirale wird am besten in den letzen Tagen der monatlichen Menstruation eingesetzt.
  • Der korrekte Sitz der Spirale wird halbjährlich durch eine Ultraschalluntersuchung kontrolliert.
  • Die genaue Wirkungsweise der Spirale ist nicht eindeutig geklärt.
  • Die Spirale verändert wahrscheinlich die Zusammensetzung des Zervixschleims und macht ihn so für Spermien undurchlässig. Zusätzlich verhindert die Spirale die Nidation.
  • Es gibt zudem Spiralen, die Hormone freisetzen.

Mögliche Nebenwirkungen

  • Infektionen;
  • Blutungen;
  • Verstärkte Regelschmerzen;
  • etc.

Kontraindikationen

  • Vaginale / ungeklärte genitale Blutungen;
  • Fehlbildungen der Gebärmutter;
  • Eileiterschwangerschaft, ektopische Schwangerschaft;
  • Koagulopathie;
  • Antikoagulation;
  • Allergie auf Kupfer;
  • Scheideninfektionen;
  • Gynäkologische Infektionen;
  • Schwangerschaft;
  • etc.

Lesen Sie auch


Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 14. Februar 2016 15:11 von Dr. Blattmann.
Das Dokument mit dem Titel "Eine geeignete Verhütungsmethode auswählen" wird auf CCM Gesundheit (gesundheit.ccm.net) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Gesundheit deutlich als Urheber kennzeichnen.