Pilzerkrankungen im Mund - Prävention und Therapie

April 2017

In der Mundhöhle finden sich natürlicher Weise unterschiedliche Bakterien und Pilze. Unter bestimmten Bedingungen (z.B. bei Abwehrschwäche, Schwangerschaft, Einnahme von Antibiotika oder Immunsuppressiva) können sich die Pilze stark vermehren, so dass es zu einer Pilzinfektion der Schleimhäute kommt.

Pilzerkrankungen im Mund

Pilzerkrankungen im Mund werden in den meisten Fällen durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst. Eine Pilzinfektion mit Candia albicans äußert sich an der Mundschleimhaut mit weißen, schlecht abstreifbaren Belägen. Diese Beläge werden als Mundsoor bezeichnet.

Auch die normale Mundschleimhaut ist mit Bakterien und Pilzen besiedelt. Dies lässt sich auch durch eine gute Mundhygiene nicht verhindern. Normalerweise hält das körpereigene Immunsystem die Pilze und Bakterien jedoch in Schach, so dass diese nicht zu stark vermehren können. Wird das Immunsystem geschwächt, können die Pilze vermehrt wachsen, was zu einer Pilzinfektion führen kann.

Begünstigende Faktoren

Besonders gefährdet, an einem Mundsoor zu erkranken, sind Menschen, die vermehrt Antibiotika eingenommen haben, Personen, die mit Immunsuppressiva therapiert werden, Menschen, die an Erkrankungen, leiden, die das Immunsystem angreifen (wie z.B. HIV), oder Menschen, die sich einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen.


Auch Kortisonpräparate unterdrücken das Immunsystem. Deshalb leiden Personen, die mit Kortison behandelt werden, häufiger unter Pilzerkrankungen. Wird Kortsion inhaliert (z.B. als Asthmaspray, z.B. in Foster, Viani, Beclomethason, Ventolair und vielen anderen Asthmasprays) wird die Mundschleimhaut geschwächt, so dass sich dort Pilze ansiedeln können. Deshalb ist es wichtig, kortisonhaltige Asthmasprays vor dem Zähneputzen anzuwenden oder nach der Inhalation einen Schluck zu trinken oder den Mund auszuspülen.

Bei älteren Personen ist der Speichelfluss häufig vermindert. Deshalb können Pilzerkrankungen im Mund häufiger auftreten. Auch bei einer Sarkoidose und einigen Autoimmunerkrankungen (wie etwa dem Sjörgen-Syndrom) kann es zu einem verringerten Speichelfluss kommen, so dass Pilzerkrankungen begünstigt werden.

Während der Schwangerschaft und der damit einhergehenden hormonellen Umstellung können Mikroorganismen besser wachsen.

Ein Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen wie er z.B. bei Mangelernährung, einseitiger Ernährung, Malabsorption, Alkoholismus etc. entsteht, begünstigt Pilzerkrankungen.

Rauchen und Drogenkonsum sind prädisponierende Faktoren für Pilzerkrankungen im Mund.

Neugeborenen und Babys nehmen ständig Sachen in den Mund. Allerdings ist bei Ihnen die Mundflora noch nicht ausgereift, so dass Pilzerkrankungen häufiger auftreten.

Auch durch eine mangelnde Mundhygiene oder schlecht gepflegte Prothesen können Pilzerkrankungen im Mund begünstigt werden.

Prävention und Behandlungsmöglichkeiten bei Erwachsenen

Um Pilzerkrankungen im Mund vorzubeugen, ist es wichtig, die gesunde Mundflora aufrecht zu erhalten. Achten Sie auf eine gründliche Zahnpflege und reinigen Sie Zahnprothesen gründlich. Alkohol und Tabak sollten Sie meiden und scharfe, extrem heiße und saure Speisen und Getränke nur in geringem Maße konsumieren. Als Hausmittel können Sie den Mund mit Myrrhentinktur, Aufgüssen aus Kamille oder Arnica ausspülen. Eine ausgeprägte Infektion sollte aber - besonders, wenn Ihr Immunsystem beeinträchtigt ist - mit einem Antipilzmedikament behandelt werden. Diese Mittel enthalten z.B. Wirkstoffe wie Amphotericin B, Miconazol oder Fluconazol. In den meisten Fällen reicht dabei eine lokale Behandlung der Mundschleimhaut mit einer Suspension aus.

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 22. April 2017 18:45 von Dr. Blattmann.
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