Pilzerkrankungen im Mund: Prävention und Therapie

Juni 2017

In der Mundhöhle finden sich natürlicherweise unterschiedliche Bakterien und Pilze. Unter bestimmten Bedingungen (zum Beispiel bei Abwehrschwäche, Schwangerschaft, Einnahme von Antibiotika oder Immunsuppressiva) können sich die Pilze stark vermehren, so dass es zu einer Pilzinfektion der Schleimhäute kommt.


Pilzerkrankungen im Mund

Pilzerkrankungen im Mund werden in den meisten Fällen durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst. Eine Pilzinfektion mit Candia albicans äußert sich an der Mundschleimhaut mit weißen, schlecht abstreifbaren Belägen. Diese Beläge werden als Mundsoor bezeichnet.

Auch die normale Mundschleimhaut ist mit Bakterien und Pilzen besiedelt. Dies lässt sich auch durch eine gute Mundhygiene nicht verhindern. Normalerweise hält das körpereigene Immunsystem die Pilze und Bakterien jedoch in Schach, so dass sich diese nicht zu stark vermehren können. Wird das Immunsystem geschwächt, können die Pilze vermehrt wachsen, was zu einer Pilzinfektion führen kann.

Begünstigende Faktoren

Besonders gefährdet, an einem Mundsoor zu erkranken, sind Menschen, die vermehrt Antibiotika eingenommen haben, oder die mit Immunsuppressiva therapiert werden, oder die an Erkrankungen leiden, die das Immunsystem angreifen (wie zum Beispiel HIV), oder die sich einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen.


Auch Kortisonpräparate unterdrücken das Immunsystem. Deshalb leiden Personen, die mit Kortison behandelt werden, häufiger unter Pilzerkrankungen. Wird Kortsion inhaliert (zum Beispiel als Asthmaspray) wird die Mundschleimhaut geschwächt, so dass sich dort Pilze ansiedeln können. Deshalb ist es wichtig, kortisonhaltige Asthmasprays vor dem Zähneputzen anzuwenden oder nach der Inhalation einen Schluck zu trinken oder den Mund auszuspülen.

Bei älteren Personen ist der Speichelfluss häufig vermindert. Deshalb können Pilzerkrankungen im Mund häufiger auftreten. Auch bei einer Sarkoidose und einigen Autoimmunerkrankungen (wie etwa dem Sjörgen-Syndrom) kann es zu einem verringerten Speichelfluss kommen, so dass Pilzerkrankungen begünstigt werden. Durch eine mangelnde Mundhygiene oder schlecht gepflegte Prothesen können Pilzerkrankungen im Mund ebenfalls begünstigt werden.

Ein Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen wie er beispielsweise bei Mangelernährung, einseitiger Ernährung, Malabsorption oder Alkoholismus entsteht, begünstigt Pilzerkrankungen. Rauchen und Drogenkonsum sind prädisponierende Faktoren für Pilzerkrankungen im Mund.

Während der Schwangerschaft und der damit einhergehenden hormonellen Umstellung können Mikroorganismen besser wachsen. Neugeborene und Babys haben noch keine ausgereifte Mundflora und nehmen zudem ständig Sachen in den Mund, wodurch häufiger Pilzerkrankungen auftreten können.

Prävention und Behandlungsmöglichkeiten bei Erwachsenen

Um Pilzerkrankungen im Mund vorzubeugen, ist es wichtig, die gesunde Mundflora aufrechtzuerhalten. Achten Sie auf eine gründliche Zahnpflege und Reinigung Ihrer Zahnprothesen. Alkohol und Tabak sollten Sie meiden und scharfe, extrem heiße und saure Speisen und Getränke nur in geringem Maße konsumieren.


Als Hausmittel können Sie den Mund mit Myrrhentinktur, Aufgüssen aus Kamille oder Arnika ausspülen. Eine ausgeprägte Infektion sollte aber - besonders, wenn Ihr Immunsystem beeinträchtigt ist - mit einem Antipilzmedikament behandelt werden. Diese Mittel enthalten zum Beispiel Wirkstoffe wie Amphotericin B, Miconazol oder Fluconazol. In den meisten Fällen reicht dabei eine lokale Behandlung der Mundschleimhaut mit einer Suspension aus.


Foto: © Andriy Popov – 123RF.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 2. Mai 2017 10:40 von SilkeCCM.
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