Unfruchtbarkeit beim Mann: Welche Gründe gibt es?

August 2017

Viele Menschen denken, dass die Ursachen für Zeugungsprobleme und Unfruchtbarkeit von Paaren in der Regel bei der Frau liegen. Dabei sind Männer und Frauen fast genauso häufig von Unfruchtbarkeit betroffen.


Unfruchtbarkeit beim Mann – Anzeichen

Wenn ein Mann trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs mit seiner Partnerin mehr als zwei Jahre kein Kind zeugen kann und bei der Partnerin keine Unfruchtbarkeit vorliegt, spricht man von einer Sterilität (Unfruchtbarkeit oder Zeugungsunfähigkeit) beim Mann.

Ursachen von Sterilität

Die Ursachen für eine Sterilität beim Mann sind zahlreich. Dabei können anatomische Faktoren wie zum Beispiel ein unbehandelter Hodenhochstand oder Krampfadern im Bereich der Hoden (Varikozele) die Ursache sein. Daneben können hormonelle Ursachen wie Testosteronmangel oder ein Prolaktinom (ein hormonproduzierender Tumor der Hirnanhangdrüse) eine Zeugungsunfähigkeit bewirken. Auch Chromosomenstörungen und/oder Infektionen, die die Geschlechtsorgane angreifen können (zum Beispiel Mumps oder eine Chlamydieninfektion) sind häufige Gründe für eine Zeugungsunfähigkeit beim Mann.


Beachten Sie auch, dass Rauchen sowohl beim Mann als auch bei der Frau die Fruchtbarkeit mindert und zu Zeugungsproblemen führen kann. Ebenso können eine Strahlen- oder Chemotherapie oder eine Operation im Beckenraum zu Unfruchtbarkeit führen. Der behandelnde Arzt wird Sie über diese eventuellen Risiken aufklären.

Unfruchtbarkeit durch Sterilisation

Entscheidet sich ein Mann für eine Sterilisation, um bewusst eine Zeugungsunfähigkeit herbeizuführen, werden die Samenleiter durchtrennt. Diese Verhütungsmethode ist mit einem medizinischen Eingriff verbunden und gilt als sehr sicher.

Mikrochirurgische Verfahren machen es in vielen Fällen möglich, durchtrennte Samenleiter wieder miteinander zu verbinden. Das bedeutet jedoch nicht immer, dass die Zeugungsfähigkeit nach dem Eingriff in jedem Fall wiedererlangt werden kann.

Unfruchtbarkeit: Was tun?

Bei einem unerfüllten Kinderwunsch sollten die Partner nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen, um Untersuchungen einzuleiten. Zunächst wird der Arzt eine ausführliche Anamnese bei beiden Partnern erheben, wobei die Krankheitsgeschichte, eine eventuelle Medikation, die Lebensumstände und auch Lebensgewohnheiten erfragt werden (zum Beispiel Rauchen, Alkoholkonsum, Stress usw.).

Männer werden zur weiteren Untersuchung an einen spezialisierten Urologen überwiesen. Dort erfolgt eine körperliche Untersuchung, eine Ultraschalluntersuchung der Hoden und eine Untersuchung des Spermas (Spermiogramm). Wichtig für einen aussagekräftigen Test ist eine vorhergehende drei- bis viertägige sexuelle Enthaltsamkeit. Der Arzt wird genaue Angaben zu der Untersuchung und zum Ablauf machen. Eine Gewebeentnahme aus dem Hoden kann abhängig vom Ergebnis des Spermiogramms in manchen Situationen erforderlich werden.

Behandlung von Zeugungsunfähigkeit

Die Behandlung der Unfruchtbarkeit beim Mann richtet sich nach der auslösenden Ursache. So wird zum Beispiel eine zugrunde liegende Infektion behandelt oder bei hormonellen Gründen eine Hormontherapie veranlasst. Lässt sich die Sterilität des Mannes nicht ursächlich behandeln, stehen verschiedene Verfahren der künstlichen Befruchtung zur Verfügung, um die Chancen einer Schwangerschaft zu verbessern. Bei schlecht beweglichen Spermien oder einer geringen Spermienanzahl kann zum Beispiel eine Insemination in Frage kommen. Dabei werden die Spermien speziell aufbereitet und direkt in die Gebärmutter der Partnerin übertragen.

Foto: © alexmit – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 8. August 2017 02:35 von SilkeCCM.
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