Schilddrüsenerkrankungen - Diagnostik

September 2017

Schilddrüsenhormone beeinflussen fast alle Organsysteme des Körpers. Im Folgenden stellen wir Ihnen die gängigsten Untersuchungen vor, die der Arzt bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung durchführt.


Schilddrüsenerkrankungen

Es gibt verschiedene Schilddrüsenerkrankungen, die durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden können. Die Erkrankungen können mit einer Über- oder mit einer Unterfunktion der Schilddrüse einhergehen. In einigen Fällen ist die Hormonproduktion der Schilddrüse auch nicht beeinträchtigt.

Welcher Arzt kann die Schilddrüse untersuchen?

Wenn der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung besteht, führt der erste Weg zum Hausarzt. Dieser kann die Schilddrüse bereits durch Tasten untersuchen und in einer ersten Diagnostik durch eine Blutuntersuchung die Werte der Schilddrüsenhormone im Blut bestimmen und so eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenüberfunktion feststellen. Viele Hausärzte führen zudem Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse durch (Schilddrüsensonographie). Falls Ihr Hausarzt diese Untersuchung nicht anbietet, wird er Sie wenn nötig an einen dafür ausgebildeten Arzt überweisen. Wenn eine spezielle Schilddrüsenszintigraphie (eine Methode zur Messung der Aufnahme von Jod durch einzelne Bereiche der Schilddrüse) durchgeführt werden soll, überweist der Hausarzt Sie zu einem Nuklearmediziner.

Untersuchungen der Schilddrüse

Tastuntersuchung

Die Tastuntersuchung ist die erste und einfachste Untersuchung, die der Arzt durchführt. Dabei tastet er die Haut über der Schilddrüse ab, um eventuelle Knoten oder Vergrößerungen zu ertasten.

Ultraschalluntersuchung

Häufig wird im Anschluss eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchgeführt. Im Ultraschallbild kann der Arzt erkennen, ob Knoten in der Schilddrüse vorliegen und wie diese Knoten strukturiert und durchblutet sind. Eine Ultraschalluntersuchung ist nicht schmerzhaft und es besteht keine Strahlenbelastung.

Blutuntersuchungen

Im Blut werden meist folgende Werte bestimmt: TSH, FT3 und FT4. Trijodthyronin (FT3) und Tetrajodthyronin (Thyroxin, FT4) sind Schilddrüsenhormone, die von der Schilddrüse produziert werden. TSH wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) synthetisiert und stimuliert die Freisetzung der Schilddrüsenhormone in der Schilddrüse. TSH fördert außerdem die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse. Jod wird für die Herstellung der Schilddrüsenhormone benötigt. Besteht der Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis) werden zudem spezielle Antikörper bestimmt. Wenn der Verdacht auf eine Krebserkrankung der Schilddrüse besteht, kann der Arzt das Blut zudem auf spezielle Tumormarker untersuchen lassen.

Szintigrafie

Durch eine Szintigrafie kann die Funktion der Schilddrüse beurteilt werden. Mit Hilfe radioaktiv markierter Stoffe werden die Funktions- und Durchblutungsverhältnisse der Schilddrüse sichtbar gemacht. Bei einer sogenannten Suppressionsszintigrafie werden zudem Bereiche in der Schilddrüse sichtbar gemacht, die unabhängig von Botenstoffen aus dem Gehirn arbeiten und viele Schilddrüsenhormone produzieren.

Biopsie

In einigen Fällen ist es notwendig, eine Gewebeprobe aus der Schilddrüse zu entnehmen. So können die Zellen unter dem Mikroskop genau beurteilt werden.


Foto: © Blaj Gabriel – Shutterstock.com

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Artikel im Original veröffentlicht von Carlos-vialfa. Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 1. August 2017 06:15 von SilkeCCM.
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