Unfruchtbarkeit beim Mann - Diagnostik

Mai 2017


Männliche Sterilität

Viele Menschen denken, dass die Ursachen für Zeugungsprobleme von Paaren in der Regel bei der Frau liegen. Allerdings können die Ursachen dafür auch beim Mann liegen.
  • In 10% bis zu 30 % aller Fälle ist eine Sterilität des Mannes die Ursache für Infertilität bei Paaren.
  • In 30 % aller Fälle liegen die Ursachen bei beiden Partnern.

Ursachen für männliche Sterilität haben keine sexuellen Störungen zur Folge. Die Fertilität hängt nicht mit der sexuellen Leistungsfähigkeit zusammen.

Anomalien der Samenzellen

  • Männliche Sterilität kann mit einer unzureichenden Qualität der produzierten Samenzellen, einer unzureichenden Produktion an Samenzellen oder Anomalien beim Vorankommen der produzierten Samenzellen zusammenhängen.
  • Oligospermie - darunter versteht man ein zu geringes Vorkommen von Samenzellen im Sperma. Normalerweise enthält Sperma mindestens 20 Millionen Samenzellen pro ml. Ein Wert von unter 10 Millionen Samenzellen pro ml. kann Ursache für Infertilität sein.
  • Azoospermie - das Sperma enthält überhaupt keine Samenzellen.
  • Asthenospermie - darunter versteht man einen Mobilitätsdefekt der Samenzellen, die somit Schwierigkeiten beim Vorankommen haben. Normalerweise kommen im Sperma mindestens 50% progressiv motile und mindestens 25 % schnell progressive Spermien vor. Liegt der Wert darunter, spricht man von Asthenospermie.
  • Nekrospermie - darunter versteht man eine erhöhte Anzahl von toten Samenzellen (> 50 %) im Sperma. Ursache dafür sind häufig Infektionen.
  • Teratospermie - darunter versteht man das vermehrte Auftreten nicht regulär geformter Spermien.
  • Oft treten mehrere Anomalien gemeinsam auf.

Andere Ursachen für männliche Sterilität

Sterilität kann häufig mechanisch, infektiös oder genetisch bedingt sein. Hormonelle Gründe sind selten ursächlich. Häufige Ursachen für männliche Sterilität sind:
  • Hodenverletzungen;
  • Nachwirkungen viraler Infektionen (insbesondere bei Mumps);
  • Sexuell übertragbare Infektionen;
  • Alkohol- und Tabakkonsum;
  • Strahlenschädigungen;
  • Varikozele (Krampfadernbildung im Hodenbereich);
  • Lageanomalie des Hodens (Ausbleiben des Absinkens der Hoden in den Hodensack im Laufe der embryonalen Entwicklung);
  • Chemotherapie;
  • Retrograde Ejakulation - das Sperma wird nicht nach außen, sondern in die Harnblase abgegeben;
  • Spermien- Antikörper - manche Männer bilden Antikörper gegen ihre eigenen Spermien. In diesem Fall sind Mobilität und Befruchtungsfähigkeit der Spermien eingeschränkt;
  • Bestimmte Leber- und Nierenkrankheiten;
  • Wiederholte Chemikalienexposition;
  • Verstopfung der Kanäle (Nebenhoden, Samenleiter), über die das Sperma nach außen gelangen muss;
  • Genetische Anomalien: z.B. das Klinfelter-Syndrom, ein angeborener Gendefekt, bei dem zugleich eine Hodenatrophie, Azoospermie (Fehlen von Spermien im Ejakulat) und Gynäkomastie vorkommen.


In 10% bis 15 % aller Fälle wird weder beim Mann noch bei der Frau eine Ursache für die Infertilität des Paares festgestellt.

Diagnose

Um die Sterilität festzustellen, werden in der Regel verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Diagnoseverfahren vor:

Das Spermiogramm

  • Bei dieser Untersuchung wird die Spermienqualität beurteilt.
  • Beim Spermiogramm werden die Spermien gezählt und ihre Lebenskraft untersucht.
  • Die Spermien werden in einem Labor durch Masturbation gewonnen.
  • In den drei vorhergehenden Tagen sollte kein Geschlechtsverkehr stattgefunden haben.
  • In den vorangehenden Tagen sollten Sie keine heißen Bäder nehmen.
  • Nach der Ejakulation muss das Sperma rasch untersucht werden.



Die Qualität des Spermas einer Person variiert oft im Laufe der Zeit. Ein einziges anormales Spermiogramm reicht daher nicht aus, um eine Störung zu diagnostizieren. Das Spermiogramm muss 2 oder 3 mal ähnliche Werte aufweisen, damit eine Pathologie diagnostiziert werden kann. Daher ist es nötig, mehrere Spermiogramme im Abstand von mehreren Wochen erstellen zu lassen.

Das normale Spermiogramm

Die WHO definier ein normales Spermiogramm wie folgt:
Ejakulationsvolumen: > 1,5 ml.
Spermienkonzentration: über 15 Millionen Spermatozoen pro ml.
Mobilität der Spermien: > 40 % progressiv bewegliche Spermien pro ml.
Anteil lebender Spermien: > 50 %.
Normaler PH-Wert : > 7,2.


Die Kriterien sind von Labor zu Labor verschieden, Kontrollen müssen, wenn nötig, im selben Labor durchgeführt werden, um vergleichbare Ergebnisse zu liefern.

Mögliche Anomalien im Spermiogramm

  • Männliche Sterilität kann mit einer unzureichenden Qualität der produzierten Samenzellen, einer unzureichenden Produktion an Samenzellen oder Anomalien beim Vorankommen der produzierten Samenzellen zusammenhängen.
  • Oligospermie - darunter versteht man ein zu geringes Vorkommen von Samenzellen im Sperma. Normalerweise enthält Sperma mindestens 20 Millionen Samenzellen pro ml. Ein Wert von unter 10 Millionen Samenzellen pro ml kann Ursache für Infertilität sein.
  • Azoospermie - das Sperma enthält überhaupt keine Samenzellen.
  • Asthenospermie - darunter versteht man einen Mobilitätsdefekt der Samenzellen, die Schwierigkeiten beim Vorankommen haben. Normalerweise kommen im Sperma mindestens 50% progressiv motile Spermien und mindestens 25 % schnell progressive Spermien vor. Liegt der Wert darunter, spricht man von Asthenospermie.
  • Nekrospermie - darunter versteht man eine erhöhte Anzahl von toten Samenzellen (> 50 %) im Sperma. Ursache dafür sind oft Infektionen.
  • Teratospermie - darunter versteht man das vermehrte Auftreten nicht regulär geformter Spermien.
  • Oft treten mehrere Anomalien gemeinsam auf.

Hormonwerte

Die Bestimmung der Hormonwerte gibt Aufschluss darüber, ob die Hoden ausreichend Samenzellen produzieren.

Ultraschalluntersuchung

Durch einen Ultraschalluntersuchung lässt sich feststellen, ob unter Umständen Fehlbildungen, Verschlüsse oder und Verengungen vorliegen.

Karyogramm

Beim Karyogramm handelt es sich um eine Untersuchung der männlichen Chromosomen, um eventuelle genetische Anomalien festzustellen.

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 7. Oktober 2015 16:42 von Dr. Blattmann.
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