Erektile Dysfunktion: Wie sollte sich die Partnerin verhalten?

Juli 2017

Für ein Paar können Erektionsprobleme sehr belastend sein. Daher ist es wichtig, das Thema anzusprechen und gegebenenfalls einen Arzt aufzusuchen.


Was ist eine erektile Dysfunktion?

Die Begriffe erektile Dysfunktion und Erektionsstörung haben in den letzten Jahren den Begriff Impotenz abgelöst, der heutzutage von den meisten Medizinern und betroffenen Männern als zu negativ empfunden wird. Unter einer erektilen Dysfunktion versteht man Schwierigkeiten oder die vollständige Unfähigkeit, eine Erektion zu erlangen oder aufrechtzuerhalten. Dies verhindert oft, befriedigenden Geschlechtsverkehr zu haben und seine Partnerin über eine längere Zeit zu penetrieren.


Eine erektile Dysfunktion kann episodisch, regelmäßig oder andauernd auftreten und mit zunehmendem Alter häufiger vorkommen. Die Ursachen können medizinischer oder psychologischer Art sein. Der erste Schritt in der Diagnostik ist es, körperliche Ursachen für eine erektile Dysfunktion auszuschließen. Im Folgenden nennen wir Ihnen die häufigsten medizinischen Gründe und bedeutendsten Risikofaktoren für eine erektile Dysfunktion.

Körperliche Ursachen für eine erektile Dysfunktionen

Arterienverkalkung ist der häufigste Grund für organisch bedingte erektile Dysfunktionen. Ablagerungen an den inneren Wänden der Arterien rund um den Penis können zu einer Arterienverengung führen und so das Blut daran hindern, normal zu fließen und eine Erektion aufrechtzuerhalten. Die wichtigsten Risikofaktoren für Arterienverkalkung sind chronischer Tabakkonsum, erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck und Diabetes.

Ist eine erektile Dysfunktion auf eine Arterienverkalkung zurückzuführen, sollte überprüft werden, ob auch andere Arterien von Verkalkungen betroffen sind. Um eine Verschlimmerung der Lage zu verhindern, sollten die Arterien, die für die Versorgung des Herzens, der Beine und des Gehirns zuständig sind, untersucht werden.

Auch hormonelle Gründe können eine Ursache für eine erektile Dysfunktion sein. So führt ein Mangel an männlichen Sexualhormonen (Testosteron) dazu, dass Erektionen seltener auftreten.

Das Alter ist ebenfalls ein zu berücksichtigender Faktor. Ab dem 50. Lebensjahr benötigt ein Mann oft mehr Zeit und Stimulation, um eine zufriedenstellende Erektion zu erlangen.

Die Einnahme bestimmter Medikamente, etwa Mittel gegen Bluthochdruck, psychotrope Substanzen und Antikonvulsiva, kann erektile Dysfunktionen zur Folge haben.

Auch neurologische Anomalien können für Erektionsstörungen verantwortlich sein. Dazu zählen Schlaganfälle, Rückenmarksverletzungen oder Verletzungen der für die Erektion zuständigen Nerven infolge chirurgischer Eingriffe an der Prostata (Prostatektomie).

Außerdem führt chronischer Alkoholismus häufig zu Erektionsstörungen.

Psychische Gründe

Wenn Männer unter einer erektilen Dysfunktion leiden, spielen häufig neben den körperlichen Ursachen auch psychische Gründe eine wichtige Rolle. So können Partnerschaftsprobleme, Kommunikationsprobleme mit dem Partner, unterschiedliche Ziele in der Partnerschaft (Kinder, Heirat usw.), aber auch Stress, Ängste, Depressionen oder eine zu hohe Erwartungshaltung (häufig auch bei einer neuen Partnerin) seitens des Mannes selbst oder auch seitens der Partnerin Erektionsstörungen auslösen oder verstärken.

Die erektile Dysfunktion sollte kein Tabuthema sein

Erektionsstörungen werden häufig sowohl von den Männern selbst als auch von der Partnerin als Tabuthema angesehen. Viele Männer und Frauen haben daher Angst, das Thema anzusprechen und so mit der Realität konfrontiert zu werden. Eine verminderte Erektionsfähigkeit führt oft zu vermindertem Selbstbewusstsein und Schuldgefühlen beim Mann und auch bei dessen Partnerin. Dies beeinflusst wiederum die Erektionsfähigkeit. Deshalb ist die Haltung der Partnerin zu diesem Thema sehr wichtig.

Erektionsstörungen: Wie gehe ich als Frau damit um?

Keine Frau gibt gerne zu, dass ihr Mann Erektionsstörungen hat. Aber wenn es zu einer Panne im Bett kommt, sollten Sie sich zunächst klar machen, dass Erektionsstörungen ein häufiges Problem sind, unter dem viele Männer einmal leiden. Versuchen Sie, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Situation zunächst möglichst zu entkrampfen. Zeigen Sie Ihrem Partner, dass Sie ihn trotzdem lieben, das kann bereits einigen Druck aus der für den Mann häufig peinlichen Situation nehmen.

Viele Frauen denken dennoch, sie seien an den Erektionsproblemen schuld und suchen den Fehler bei sich oder sie schämen sich. Andere reagieren mit Wut oder Resignation und vermeiden, das Thema anzusprechen.

Wenn die Erektionsprobleme nur kurzfristig auftreten und dann wieder verschwinden, ist dies noch kein Grund zur Sorge. Sie sollten das Thema in diesem Fall zwar auch nicht unter den Teppich kehren, aber sich auch nicht damit verrückt machen. Erektionsstörungen können jeden Mann einmal treffen.

Wenn die Erektionsprobleme über einen längeren Zeitraum andauern, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Partner suchen. Trauen Sie sich auch, belastende Fragen auszusprechen, wie "Findest du mich nicht mehr attraktiv?". In einigen Fällen kann ein offenes Gespräch schon viele Missverständnisse und Vorurteile aus dem Weg räumen. Bei dauerhaften Erektionsstörungen sollte die Frau Ihren Mann unterstützend ermutigen, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen. Nur ein Besuch beim Arzt kann helfen, die erektile Dysfunktion dauerhaft und effektiv in den Griff zu bekommen.

Foto: © Guryanov Andrey – Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 20. Mai 2017 04:36 von SilkeCCM.
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