Welche Lebensmittel erhöhen den Harnsäurespiegel?

März 2017

Ein zu hoher Harnsäurespiegel kann unangenehme Folgen haben: Bei dauerhaft hohen Werten droht ein schmerzhafter Gichtanfall.


Was ist Harnsäure?

Harnsäure fällt beim Abbau von sogenannten Purinen an. Purine sind Bestandteile von Zellkernen. Einerseits bildet der menschliche Körper selbst Purine, andererseits werden sie auch mit der Nahrung aufgenommen. Im gesunden Stoffwechsel werden Purine zu Harnsäure abgebaut und diese wird über die Nieren - und auch zu einem geringeren Anteil über den Stuhl - ausgeschieden. Ist der Purinstoffwechsel gestört, steigt der Harnsäurespiegel im Körper an. Als Folge bilden sich Harnsäurekristalle, die zu schmerzhaften Ablagerungen in den Gelenken führen. Auf Dauer führt eine zunehmende Harnsäureablagerung an Gelenken und im Gewebe zu einer Gelenkentzündung. Diese Erkrankung wird Gicht genannt.

Ursachen für zu viel Harnsäure

Eine Störung des Purinstoffwechsels kann verschiedene Gründe haben. Einerseits wird bei einer einseitigen Ernährung mit stark purinhaltigen Lebensmitteln (wie zum Beispiel Fleisch) zu viel Purin zugeführt, so dass beim Abbau zu viel Harnsäure anfällt. Andererseits hängt Gicht häufig auch mit anderen Faktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, einer Fettstoffwechselstörung oder Diabetes zusammen.

Symptome bei erhöhtem Harnsäurespiegel

Ist die Harnsäureausscheidung gestört, bilden sich Harnsäurekristalle, die sich zum Beispiel in den Gelenken ablagern können. Hier können sie zu einer Entzündung der Gelenkinnenhaut führen, die sehr schmerzhaft ist. Diese Erkrankung bezeichnet man als Gicht. Ein hoher Harnsäurespiegel kann außerdem zu Harnsteinen in den Harnwegen führen.

Was tun gegen zu viel Harnsäure?

Bei erhöhtem Harnsäurespiegel empfiehlt sich eine Ernährung mit purinarmen Lebensmitteln. Häufig wird zusätzlich die Ausscheidung von Harnsäure aus dem Körper medikamentös angeregt. Lesen Sie im Folgenden, welche Lebensmittel Sie bei erhöhten Harnsäurespiegeln meiden sollten.

Stark purinhaltige Lebensmittel vermeiden

Zu den tierischen Purinquellen gehören vor allem Fleisch (vor allem Wurstwaren), Fisch und Meeresfrüchte. Zu den pflanzlichen Purinquellen zählen vorrangig Hülsenfrüchte und Samen (zum Beispiel Sonnenblumenkerne). Auch Hefe ist ein stark purinhaltiges Lebensmittel.

Folgende Lebensmittel erhöhen den Harnsäurespiegel im Blut: Fleisch (vor allem rotes Fleisch), Geflügelhaut, Gans, Ente, Innereien (Leber, Nieren usw.), Wurstwaren, Sardellen, Sardinen, Forelle, Hering, Meeresfrüchte sowie stark fermentierter Käse.

Alkohol hemmt die Harnsäureausscheidung. Bier ist außerdem ein stark purinhaltiges Lebensmittel, auf das Sie verzichten sollten.

Sie finden hier eine ausführliche Tabelle mit dem genauen Puringehalt vieler Lebensmittel.

Naturheilmittel bei hohen Harnsäurewerten

Einen hohen Harnsäurespiegel können Sie unterstützend auch mit Naturheilmitteln senken. Generell empfiehlt es sich, ausreichend (also zwei bis zweieinhalb Liter täglich) zu trinken. Kaffee und Tee sind neben Wasser und Saftschorlen kein Problem. Besonders empfehlenswert sind Brennnesseltee und Pferdeschwanztee (Pferdeschwanz ist eine Schachtelhalmpflanze). Beide Teesorten wirken harntreibend und steigern so die Ausscheidung. Auch Apfelwasser ist ein geeignetes Getränk. Dazu kochen Sie einfach einen in Stücke geschnittenen Apfel in anderthalb Litern Wasser. Den weichgekochten Apfel sieben Sie danach ab, die Flüssigkeit können Sie trinken. Apfelwasser hilft, Harnsäure auszuscheiden und schmeckt angenehm frisch.

Foto: © genmike - 123RF.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann.
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