Gutartige Veränderungen an der Brust: Das Fibroadenom

Mai 2017

Das Fibroadenom ist der häufigste gutartige Tumor der weiblichen Brust. Es besteht aus Bindegewebe und betrifft besonders häufig Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.


Fibroadenome der Brust

Fibroadenome sind gutartige Tumoren der Brust, die aus Brustdrüsen- und Bindegewebe bestehen. Die Knoten werden meist bei einer Tastuntersuchung entdeckt. Sie fühlen sich derbe und gummiartig an und sind bei der Untersuchung verschiebbar. Da das Wachstum von Fibroadenomen hormonell beeinflusst wird, kann sich die Konsistenz von Fibroadenomen im Zyklusverlauf ändern. Die Knoten können einige Millimeter bis Zentimeter groß sein und verursachen in der Regel keine Schmerzen. Meist handelt es sich bei einem Fibroadenom um einen einzelnen Knoten, der nur an einer Brustseite auftritt. In etwa zehn Prozent der Fälle sind beide Brüste betroffen. Fibroadenome betreffen vor allem jüngere Frauen vor den Wechseljahren.

Warum treten Fibroadenome auf?

Forscher gehen davon aus, dass sich Fibroadenome aufgrund eines hormonellen Prozesses bilden.
Dabei liegt wohl ein Missverhältnis der Hormone Östrogen und Progesteron vor. Dieses hormonelle Ungleichgewicht führt zu einer Vermehrung von bindegewebsartigen Strukturen in der Brust.

Diagnose von Fibroadenomen

Wenn Knoten, narbige Veränderungen oder andere Auffälligkeiten an den Brüsten entdeckt werden, muss immer zunächst eine Krebserkrankung ausgeschlossen werden, da der Unterschied zwischen einem gutartigen und bösartigen Tumor der Brust allein durch die Tastuntersuchung nicht auszumachen ist. Wenn Sie einen Knoten oder Tumor an der Brust tasten, sollten Sie deshalb immer zügig ihren Frauenarzt zur weiteren Abklärung aufsuchen.

Wenn ein Knoten an der Brust entdeckt wird, wird eine Mammographie und/oder eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um die Struktur des Knotens genauer zu untersuchen. Zeigen sich in diesen bildgebenden Verfahren Auffälligkeiten, wird eine Biopsie aus dem Knoten entnommen, damit die Zellen mikroskopisch untersucht werden können. Nur so kann abschließend festgestellt werden, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung handelt.

Behandlung von Fibroadenomen

Da das Fibroadenom ein gutartiger Tumor ist, muss der Knoten nicht zwingend operativ entfernt werden. Frauen mit einem Fibroadenom der Brust sollten allerdings die Brüste regelmäßig beim Frauenarzt untersuchen lassen, um zu erkennen, ob sich das Gewebe verändert.

Wenn der Knoten kosmetisch stört, extrem groß ist oder sehr schnell wächst, kann der Frauenarzt jedoch dazu raten, das Fibroadenom chirurgisch entfernen zu lassen. Viele Ärzte raten auch vor einer Schwangerschaft zu einer chirurgischen Entfernung, da Fibroadenome im Rahmen der hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft stärker wachsen können. Die meisten Frauen können später auch an der Seite der operierten Brust ohne Probleme ihr Baby stillen.

Wie ausgedehnt die Operation ist und wie lange die Frau danach krankgeschrieben werden muss, hängt von der Größe des Knotens ab. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um eine eher kleine Operation, die bei kleinen Knoten auch unter lokaler Betäubung durchgeführt werden kann. Je nachdem an welcher Stelle sich das Fibroadenom befindet und wie groß es ist, kann sich durch die Operation die Brustform verändern. Es ist außerdem in einigen Fällen möglich, dass trotz der Operation nicht alle Fibroadenomzellen entfernt werden und der Knoten deshalb erneut wachsen kann.

Welche Konsequenzen hat die Erkrankung?

Fibroadenome sind gutartige Tumore. In den Wechseljahren können sich die Knoten aufgrund der "fehlenden" Hormone selbst zurückbilden. Bei Hormonsubstitution oder im Rahmen der Schwangerschaft können die Tumore jedoch auch schnell wachsen und das umliegende Gewebe verdrängen.


Einfache Fibroadenome der Brust erhöhen das Risiko der betroffenen Frau, an Brustkrebs zu erkranken, nicht. Wenn bei einer Frau mehrere Fibroadenome in der Brust bestehen, erhöht sich das Brustkrebsrisiko gering - etwa um das Eineinhalb- bis Zweifache in den nächsten zehn Jahren. Deshalb ist es wichtig, den Befund regelmäßig beim Frauenarzt kontrollieren zu lassen.

Foto: © Tharakorn Arunothai – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 2. März 2017 01:20 von SilkeCCM.
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