Behandlungsmöglichkeiten bei Leberzirrhose

Februar 2017




Was ist eine Leberzirrhose?

  • Die Leberzirrhose entsteht meist durch Krankheiten, die die Leber betreffen (z.B. durch eine Hepatitis) oder durch chronischen Alkoholkonsum.
  • Bei einer Leberzirrhose kommt es zu einem bindegewebigem Umbau der Leber.
  • Die Leberzirrhose ist in der Regel irreversibel.
  • Die Zirrhose beeinträchtigt die Funktion der Leber.
  • Durch die Zirrhose nimmt die Leber an Größe zu, verhärtet sich und nimmt eine knotige Struktur an.

Die Leberzirrhose - eine schleichende Erkrankung

  • Eine Leberzirrhose ruft meist erst in einem späten Stadium Symptome hervor (meistens wenn 80% der Leberzellen zerstört sind).
  • In einigen Fällen wird die Leberzirrhose durch eine Routineuntersuchung beim Arzt in einem früheren Stadium entdeckt.

Die Ursachen müssen behandelt werden


Die Leberzirrhose entsteht meist durch Krankheiten, die die Leber betreffen oder durch übermäßigen Alkoholkonsum. Um die Leberzirrhose zu behandeln bzw. um das Fortschreiten der Zirrhose zu verhindern müssen die Ursachen für die Erkrakung bekämpft werden. Dazu gehört z.B.:
  • Alkoholkonsum schädigt die Leber. Um das Fortschreiten der Zirrhose zu verhindern, sollten Sie auf Alkohol verzichten. Dies gilt auch insbesondere dann, wenn Alkoholkonsum der Auslöser für die Leberzirrhose ist.
  • Genrell gilt: Alle leberschädigen Substanzen sind zu meiden.
  • Genrell gilt: Einnahme von Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Arzt.
  • Wenn eine Hepatitis der Auslöser der Leberzirrhose ist, gilt: Behandlung der Hepatitis.
  • Wenn eine Hämochtromatose der Auslöser der Leberzirrhose ist, gilt: Behandlung der Hämochromatose.
  • Wenn eine Autoimmunerkrankung der Auslöser für eine Lebrzirrhose ist, gilt: Behandlung der Autoimmunerkrankung.
  • Etc.

Ernährungstipps

  • Um das Forstschreiten der Zirrhose einzuschränken, ist es wichtig, dass Betroffene sich gesund, ausgewogen und vitaminreich ernähren.
  • Übergewichtige Patienten sollten durch eine fettarme Ernährung und Kalorienreduktion ihr Gewicht vermindern.
  • Bei normalem Ernährungszustand ist eine spezielle Diät nicht sinnvoll.
  • Für so genannte "Leberschutzpräparate" wurde bislang kein wissenschaftlicher Nutzen belegt.

Verzichten Sie auf Alkohol!


Alkoholkonsum schädigt die Leber. Um das Fortschreiten der Zirrhose zu verhindern, sollten Sie auf Alkohol verzichten.

Medikamenteneinnahme: Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt!


Viele Medikamente werden über die Leber abgebaut und können sie beschädigen. Generell gilt: Einnahme von Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Arzt.

Gibt es Medikamente, um die Leberzirrhose zu behandeln?


Es gibt zurzeit noch keine Medikamente, mit denen die übersteigerte Bildung von Bindegewebe bei einer Leberzirrhose eingeschränkt werden kann. Einige Medikamente können jedoch die Auswirkungen der Leberzirrhose auf den Körper mildern.

Diuretika


Diuretika werden eingesetzt, wenn Patienten durch die Leberzirrhose unter einer Bauchwassersucht (Aszites) leiden. Die Medikamente helfen, die Flüssigkeit aus dem Körper auszuschwemmen.

Betablocker


Diese Medikamentengruppe kann eingesetzt werden, wenn es zu einem Hochdruck im Pfortaderkreislauf kommt.

Sonderfall: Hepatische Enzephalopathie


Die hepatische Enzephalopathie ist eine Funktionsstörung des Nervensystems, die durch die abnehmende Entgiftungsleistung der Leber bei einer Leberzirrhose ausgelöst werden kann. Dabei leidet der Patient unter Verwirrtheitszuständen und Schläfrigkeit. Bei einer hepatischen Enzephalopathie ist es das Ziel, die Giftstoffe im Blut zu verringern. Der Patient sollte möglichst wenig Eiweiß und ausreichend Kohlenhydrate zu sich nehmen. Durch Verabreichung von Laktulose wird die Ausscheidung von Ammoniak aus dem Darm verbessert.

Medikamente, die Sie NICHT einnehmen sollten

  • Aspirin und andere nicht steroidale Antirheumatika (wegen Gefahr von Blutungen aus dem Gastroinestinaltrakt);
  • Paracetamol;
  • Leberschädliche Medikamente.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie neue Medikamente einnehmen!

Behandlung von Ösophagusvarizen

  • Bei einer Leberzirrhose können sich so geannte Ösophagusvarizen (Krampfadern der Speiseröhre) bilden, da das Blut nicht mehr in ausreichendem Maß über die Leber zum Herzen fließen kann.
  • In Folge dessen fließt das Blut über andere Venen zum Herzen. Es bilden sich Krampfadern in der Speiseröhre, die leicht platzen und zu starken Blutungen führen können.
  • Um Blutungen vorzubeugen, muss der Druck im Portalkreislauf gesenkt werden (z.B. durch Betablocker).
  • Bei Blutungen muss der Patient sofort ins Krankenhaus eingewiesen werden. Dort können Varizen lokal verödet werden.

Punktion bei Bauchwassersucht


Wenn Patienten durch die Leberzirrhose unter einer Bauchwassersucht (Aszites) leiden, werden sie zunächst mit Diuretika behandelt. Wenn diese Therapie nicht ausreicht, muss das Bauchwasser über eine Punktion aus dem Körper abgeleitet werden.

Lebertransplantation


Bei fortgeschrittener Leberinsuffizienz kann eine Lebertransplantation notwendig werden.

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 28. Januar 2013 20:01 von Dr. Blattmann.
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