HIV: Was soll man tun, wenn man eine Infektion vermutet?

Februar 2017

Wenn das Risiko besteht, dass Sie sich mit HIV infiziert haben - zum Beispiel, weil Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten -, sollten Sie einen HIV-Test durchführen lassen. Nur so können Sie Sicherheit darüber bekommen, ob eine Infektion vorliegt.


HIV - Ansteckungswege

HIV kann durch Blut (zum Beispiel Menstruationsblut, verunreinigte Blutkonserven, verunreingtes Spritzbesteck usw.) und durch ungeschützte sexuelle Kontakte über die Schleimhäute, über Scheidenflüssigkeit oder Sperma (auch durch ungeschützten Oralverkehr) übertragen werden. Außerdem ist eine Übertragung über die Muttermilch möglich. Durch Speichel, eine Tröpfcheninfektion oder durch Berührungen (mit unverletzter Haut) kann HIV nicht übertragen werden.

HIV - Symptome

Eine HIV-Infektion verursacht bei Frauen und Männern die gleichen Symptome. Lesen Sie hier, an welchen Anzeichen Sie eine Infektion erkennen.

Ansteckungsrisiko

Wie hoch das Ansteckungsrisiko mit HIV ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: zum einen von der Viruslast des Infizierten und zum anderen von der Sexualpraktik. Die Ansteckungswahrscheinlichkeit lässt sich schwer pauschal in Prozent fassen, da die Studienlage zur Übertragungswahrscheinlichkeit von HIV uneinheitlich ist.


Generell gilt Analverkehr als risikoreichste Praktik, gefolgt von Vaginalverkehr. Hier ist das HIV-Ansteckungsrisiko für die Frau höher als für den Mann. Etwas geringer ist das Ansteckungsrisiko beim Oralverkehr. Bei Entzündungen (zum Beispiel im Rahmen anderer sexuell übertragbarer Infektionen) und Schleimhautverletzungen ist das Infektionsrisiko mit HIV erhöht. Natürlich ist das Risiko einer Ansteckung bei einmaligem ungeschützten Verkehr geringer als bei mehrmaligen Sexualkontakten. Allerdings kann auch durch einmaligen ungeschützten Sex HIV übertragen werden. Den einzigen Weg, sich vor einer Krankheitsübertragung zu schützen, bietet die Verwendung von Kondomen.

Risikosituationen

Ein besonderes Ansteckungsrisiko existiert bei ungeschütztem Sex mit einem Partner, von dem Sie nicht wissen, ob er HIV-positiv oder -negativ ist. Zudem besteht ein Risiko, wenn das Kondom beim Sex reißt, bei ungeschütztem Kontakt mit Risikogruppen (Prostituierte, Drogenkonsumenten mit intravenösem Drogenkonsum, homosexuelle Männer, Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern), bei Kontakt mit Blut (zum Beispiel Nadelstichverletzung) sowie bei intravenösem Drogenkonsum.

Der HIV-Test

Wenn eine HIV-Infektion vorliegt, nennt man das Ergebnis positiv. Wenn keine HIV-Infektion nachgewiesen wurde, heißt das Ergebnis negativ. Beim HIV-Test wird das Blut auf Antikörper untersucht, die sich einige Wochen nach einer HIV-Infektion als Reaktion auf die Ansteckung bilden. Die Bildung von HIV-Antikörpern ist in den meisten Fällen drei Monate nach einer Infektion abgeschlossen. Deshalb bietet der HIV-Test erst drei Monate nach einer möglichen Infektion eine genügend hohe Aussagekraft. Wenn Sie denken, dass eine HIV-Infektion möglich war, sollten Sie den Test deshalb drei Monate nach der potenziellen Ansteckung wiederholen.


Auch wenn HIV erst nach drei Monaten sicher nachgewiesen werden kann, können Sie das Virus trotzdem jederzeit übertragen. Deshalb sollten Sie bis zu einem eindeutig negativen Testergebnis nur geschützten Geschlechtsverkehr haben! Schützen Sie Ihren Partner!

Wann ist ein HIV-Test sinnvoll?

Ein HIV-Test ist grundsätzlich immer dann sinnvoll, wenn die Möglichkeit einer Ansteckung mit HIV besteht bzw. bestanden hat.

Wo wird ein Test durchgeführt?

Einen HIV-Test können Sie bei Ihrem Hausarzt oder anonym beim Gesundheitsamt oder einer Beratungsstelle durchführen lassen.

Was tun, wenn man glaubt, sich infiziert zu haben?

Gehen Sie sofort zum Arzt - wenn möglich in den ersten sechs Stunden nach dem Risikoereignis. Der Arzt beurteilt die Situation und das Ansteckungsrisiko. Innerhalb der ersten 48 Stunden nach dem Risikoereignis können noch Maßnahmen getroffen werden, die das Risiko einer Infektion verringern. Sie können entweder Ihren Hausarzt bzw. den Arzt Ihres Vertrauens oder eine Notaufnahme aufsuchen.

Foto: © Gennadii Korchuganov - 123RF.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 4. Februar 2017 07:07 von SilkeCCM.
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