HIV - Übertragungswege

September 2017

Ungeschützter Geschlechtsverkehr ist der häufigste Weg, auf dem HIV übertragen wird. Ob jemand mit HIV infiziert ist, lässt sich nicht äußerlich erkennen, nur ein Test kann Aufschluss geben.


Was ist HIV?

Die Abkürzung HIV steht für den Erreger der HIV-Erkrankung: das Humane Immundefizienz-Virus. Das HI-Virus befällt Imunzellen im Körper und führt so zu einer Immunschwäche. Eine HIV-Infektion mündet nach mehreren Jahren Verlauf in die Krankheit Aids. Aids ist die Abkürzung für Acquired Immunodeficiency Syndrome. Aids bezeichnet eine spezifische Kombination von Symptomen, die durch eine Infektion mit HIV auftreten und durch die zunehmende Schwächung des Immunsystems gekennzeichnet sind.

Ansteckungswege

HIV wird im Wesentlichen durch Blut, Sperma und Vaginalsekret (auch durch ungeschützten Oralverkehr) übertragen. Außerdem besteht die Möglichkeit der HIV-Übertragung von einer infizierten Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft. Das Infektionsrisiko ist am Ende der Schwangerschaft bzw. bei der Geburt besonders hoch. Auch beim Stillen kann eine HIV-infizierte Mutter das Virus auf ihr Kind übertragen.

Eine Übertragung über Speichel, Tränen, Tröpfcheninfektion, Nahrungsmittel bzw. Trinkwasser ist dagegen nicht möglich.

Ansteckung über ungeschützten Geschlechtsverkehr

Am häufigsten wird HIV durch ungeschützten Geschlechtsverkehr (sowohl über intakte Schleimhaut als auch über Hautläsionen) übertragen. Schon bei einmaligem ungeschützten Geschlechtsverkehr kann es zur Ansteckung kommen.


Ob eine Person mit HIV infiziert ist oder nicht, kann man äußerlich nicht erkennen. Da die Aids-Erkrankung erst einige Zeit nach der HIV-Infektion auftritt, sind HIV-Infizierte häufig zunächst symptomlos und wirken vollkommen gesund. Viele HIV-Infizierte wissen deshalb auch zunächst nichts von ihrer Erkrankung und können das Virus so unbemerkt übertragen. Wenn HIV-Infizierte Wunden oder Schleimhautläsionen haben, kann das Virus noch leichter übertragen werden. Die Ansteckungswahrscheinlichkeit hängt außerdem mit der Viruslast (Anzahl nachweisbarer Viren) des Überträgers zusammen. Deshalb lässt sich eine Übertragungswahrscheinlichkeit in Prozent nur sehr schwer festmachen.

Wenn Sie häufig den Sexualpartner wechseln und ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, sind Sie besonders gefährdet, sich mit HIV zu infizieren. Wenn Sie einen neuen Partner haben, sollten Sie und Ihr Partner einen HIV-Test machen lassen, bevor Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Schutz vor einer Infektion bieten lediglich Kondome.

HIV-Übertragung durch Blut

HIV kann durch Blut übertragen werden. Dies ist zum Beispiel möglich durch verunreinigtes Spritzbesteck bei Drogenkonsumenten, bei Nadelstichverletzungen bei medizinischem Personal, bei verunreinigten medizinischen Geräten (insbesondere in Ländern mit schlechten Hygienestandards) oder durch Blutkonserven. Das Risiko in Deutschland für eine HIV-Infektion über Blutkonserven gilt allerdings als äußerst gering.


Wenn Sie in Ländern mit niedrigen Hygienestandards medizinisch behandelt werden, sollten Sie äußerst sorgfältig auf die Verwendung von sterilem Material (zum Beispiel Einwegspritzen) achten. Blutkonserven gelten in einigen Ländern mit geringen Hygienestandards (zum Beispiel auf dem afrikanischen Kontinent) als nicht sicher.

HIV-Übertragung während der Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft, der Geburt und der Stillzeit kann eine HIV-infizierte Mutter das Virus auf ihr Kind übertragen. Um das Übertragungsrisiko so gering wie möglich zu halten, sollten schwangere Frauen, die mit HIV infiziert sind, unbedingt behandelt werden.

HIV-Test

Wenn Sie denken, dass Sie sich mit HIV infiziert haben könnten, sollten Sie unbedingt einen HIV-Test machen lassen. Dies ist der einzige Weg, sich und seinen Partner zu schützen. Viele Stellen führen HIV-Tests auch anonym durch.


Sollte sich herausstellen, dass Sie HIV-positiv sind, sollten Sie Ihren Partner auf jeden Fall darüber informieren. Es ist wichtig, dass Ihr Partner so schnell wie möglich behandelt wird. In einigen Fällen kann durch einen schnelle Behandlung die Infektion des Partners vermieden werden.

Mehr Informationen zu HIV

Mehr Informationen über HIV finden Sie unter anderem auf diesen Seiten:


http://www.gib-aids-keine-chance.de/
http://www.aidshilfe.de/

Foto: © Dolgachov – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 5. August 2017 01:56 von SilkeCCM.
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