Die weißen Blutkörperchen

September 2017

Die weißen Blutkörperchen spielen eine entscheidende Rolle in der Immunabwehr. Sie verteidigen den Körper gegen Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren.


Weiße Blutkörperchen

Die weißen Blutkörperchen, die in der Fachsprache auch Leukozyten geannt werden, werden im Knochenmark produzier und befinden sich im Blut, in den Lymphknoten, in der Lymphflüssigkeit, in den Mandeln, im Thymus, in der Milz und im Knochenmark. Es gibt unterschiedliche Leukozytentypen, die verschiedene Aufgaben bei der Immunabwehr wahrnehmen. Einige Untergruppen der weißen Blutkörperchen spielen auch bei allergischen Reaktionen eine Rolle.

Normwerte

Bei Erwachsenen gelten in der Blutanalyse 4 000 - 10 000 Leukozyten pro µl als normal. Im Urin dürfen 0 – 3 Leukozyten pro µl oder 5 Zellen/Gesichtsfeld unter dem Mikroskop nachweisbar sein.


Wenn im Blut zu viele Leukozyten gemessen werden, spircht man von einer Leukozytose. Wenn zu wenig Leukozyten gemessen werden, spricht man von einer Leukozytopenie. Infektionen, aber auch bösartige Bluterkrankungen wie etwa eine Leukämie führen zu einer erhöhten Anzahl von weißen Blutkörperchen. In den meisten Fällen steckt ein Infekt hinter einer Leukozytenerhöhung. Sind die Werte leicht erhöht, kann in einigen Fällen zunächst zugewartet und kontrolliert werden. Bei einer starken Erhöhung muss nach der Ursache (zum Beispiel Infektfokus) gesucht werden. Bei Leukämieerkrankungen können krankhaft veränderte und unreife Leukozyten in sehr hoher Zahl aus dem Knochenmark freigesetzt werden.

Daneben kann der Leukozytenwert auch durch Faktoren wie Rauchen oder die Einnahme bestimmter Medikamente wie Prednisolon erhöht werden. Auch in der Schwangerschaft oder bei starkem Stress kann es zu einer Leukozytose kommen.

Sind die Leukozyten zu niedrig sollte ebenfalls nach der Ursache geforscht werden, denn zu niedrige Leukozyten-Werte können auf Autoimmunerkrankungen, Krebserkrankungen, Erkrankungen des Knochenmarkes oder Virusinfekte hindeuten. Außerdem können verschiedene Medikamente wie bestimmte Schmerzmittel oder Immunsuppressiva die Leukozytenzahl im Blut verringern. Häufig verursachen niedrige Leukozyten unspezifische Symptome wie zum Beispiel Müdigkeit. Liegen die Werte sehr niedrig, kann der Körper durch den Mangel an Abwehrzellen deutlich anfälliger für Infekte werden.

Die verschiedenen weißen Blutkörperchen

Die weißen Blutkörperchen erfüllen verschiedene Aufgaben in der Immunabwhr. Deshalb gibt es auch verschiedene Arten weißer Blutkörperchen: Die Lymphozyten, die Monozyten und die Granulozyten.

Die Granulozyten

Die Neutrophilen Grnulozyten

Neutrophile Granulozyten bekämpfen Krankheitserreger im Blut. Die neutrophilen Granulozyten sind die ersten Abwehrzellen, die bei einer bakteriellen Infektion alarmiert werden. Eine zu geringe Anzahl neutrophiler Granulozyten im Blut wird als Neutropenie bezeichnet.

Die Eosinophilen Granulozyten

Eosinophile Granulozyten spielen bei allergischen Reaktionen eine Rolle und bekämpfen zudem parasitäre Erkrankungen. Wenn der Anteil dieser Zellen an den weißen Blutkörperchen zu hoch ist, übersteigt, spricht man von einer Eosinophilie. Diese kann zum Beispiel bei parasitären Erkrankungen oder bei Allergien auftreten.

Die Basophilen Granulozyten

Die basophilen Granulozyten spielen ebenfalls bei allergischen Reaktionen eine Rolle. Bei einer allergischen Reaktion setzten sie zum Beispiel Histamin im Körper frei. Wenn der Anteil dieser Zellen an den weißen Blutkörperchen 1% übersteigt, spricht man von einer Basophilie. Ein solcher Anstieg kann auch das Vorliegen einer Leukämie, auf metabolische Erkrankungen oder auf endokrine Erkrankungen hinweisen.

Die Lymphozten

Man unterscheidet verschiedene Arten von Lymphozyten: Die so genannten B-Lymphozyten produzieren spezifische Antikörper gegen bestimmte Antigene. Die T Lymphozyten erkennen körperfremde Stoffe,die von körpereigenen Zellen auf ihrer Oberfläche präsentiert werden. T- Lymphozyten sorgen dafür, dass die kranken Zellen entfernt werden. Daneben gibt es noch die so genannten natürlichen Killerzellen, die anormale Zellen wie zum Beispiel Tumorzellen und virusinfizierte Zellen, zu erkennen abtöten können. Wenn im Blut zu viele Lymphozyten vorliegen, spricht man von einer Lymphozytose. Eine Lymphozytose kann durch virale Infektionen aber auch durch Leukämien ausgelöst werden. Wenn zu wenig Lymphozyten im Blut vorhanden sind, spricht man von einer Lymphozytopenie.

Die Monozyten

Monozyten sind Vorläuferzellen von bestimmten Fresszellen, die im Gewebe Erreger unschädlich machen. Monozyten werden vor allem im Falle bei Infekten, einer Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) und bei Leukämien vermehrt produziert.

Lesen Sie auch

Artikel im Original veröffentlicht von p.horde. Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 10. August 2017 22:08 von Dr. Blattmann.
Das Dokument mit dem Titel "Die weißen Blutkörperchen" wird auf CCM Gesundheit (gesundheit.ccm.net) unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der Lizenzvereinbarungen dürfen Sie das Dokument verwenden, verändern und kopieren, wenn Sie dabei CCM Gesundheit deutlich als Urheber kennzeichnen.