Die weißen Blutkörperchen

November 2017

Die weißen Blutkörperchen spielen eine entscheidende Rolle bei der Immunabwehr. Sie verteidigen den Körper gegen Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze und Viren.


Weiße Blutkörperchen – Definition

Die weißen Blutkörperchen, in der Fachsprache Leukozyten genannt, werden im Knochenmark produziert. Sie befinden sich im Blut, in den Lymphknoten, der Lymphflüssigkeit, den Mandeln, der Milz, im Thymus und im Knochenmark. Es gibt unterschiedliche Leukozytentypen, die verschiedene Aufgaben bei der Immunabwehr wahrnehmen. Einige Untergruppen der weißen Blutkörperchen spielen auch bei allergischen Reaktionen eine Rolle.

Normwerte

Bei Erwachsenen gelten in der Blutanalyse 4.000 bis 10.000 Leukozyten pro Milliliter als normal. Im Urin dürfen null bis drei Leukozyten pro Milliliter oder fünf Zellen pro Gesichtsfeld unter dem Mikroskop nachweisbar sein.


Wenn im Blut zu viele Leukozyten gemessen werden, spricht man von einer Leukozytose. Wenn zu wenige Leukozyten gemessen werden, ist von einer Leukozytopenie die Rede. Infektionen, aber auch bösartige Bluterkrankungen wie Leukämie, führen zu einer erhöhten Anzahl von weißen Blutkörperchen. In den meisten Fällen steckt hinter einer Leukozytenerhöhung ein Infekt. Sind die Werte leicht erhöht, kann in einigen Fällen zunächst abgewartet und kontrolliert werden. Bei einer starken Erhöhung muss nach der Ursache (zum Beispiel Infektfokus) gesucht werden. Bei Leukämieerkrankungen können krankhaft veränderte und unreife Leukozyten in sehr hoher Zahl aus dem Knochenmark freigesetzt werden.


Daneben kann der Leukozytenwert auch durch Faktoren wie Rauchen oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente wie Prednisolon erhöht werden. Auch in der Schwangerschaft oder bei starkem Stress kann es zu einer Leukozytose kommen.

Sind die Leukozyten zu niedrig, sollte ebenfalls nach der Ursache geforscht werden, denn zu niedrige Leukozyten-Werte können auf Autoimmunerkrankungen, Krebserkrankungen, Erkrankungen des Knochenmarks oder Virusinfekte hindeuten. Außerdem können Medikamente wie bestimmte Schmerzmittel oder Immunsuppressiva die Leukozytenzahl im Blut verringern. Häufig verursachen niedrige Leukozyten unspezifische Symptome wie Müdigkeit. Liegen die Werte sehr niedrig, kann der Körper durch den Mangel an Abwehrzellen deutlich anfälliger für Infekte werden.

Arten weißer Blutkörperchen

Weiße Blutkörperchen erfüllen verschiedene Aufgaben bei der Immunabwehr. Deshalb gibt es auch mehrere Arten weißer Blutkörperchen: die Granulozyten, die Lymphozyten und die Monozyten.

Die Granulozyten

Die neutrophilen Granulozyten

Neutrophile Granulozyten bekämpfen Krankheitserreger im Blut. Die neutrophilen Granulozyten sind die ersten Abwehrzellen, die bei einer bakteriellen Infektion alarmiert werden. Eine zu geringe Anzahl neutrophiler Granulozyten im Blut wird als Neutropenie bezeichnet.

Die eosinophilen Granulozyten

Eosinophile Granulozyten spielen bei allergischen Reaktionen eine Rolle und bekämpfen zudem parasitäre Erkrankungen. Wenn der Anteil dieser Zellen an den weißen Blutkörperchen zu hoch ist, spricht man von einer Eosinophilie. Dies kann zum Beispiel bei parasitären Erkrankungen oder bei Allergien der Fall sein.

Die basophilen Granulozyten

Die basophilen Granulozyten spielen ebenfalls bei allergischen Reaktionen eine Rolle. Bei einer allergischen Reaktion setzten sie zum Beispiel Histamin im Körper frei. Wenn der Anteil dieser Zellen an den weißen Blutkörperchen ein Prozent übersteigt, spricht man von einer Basophilie. Ein solcher Anstieg kann auch auf das Vorliegen einer Leukämie sowie metabolischer oder endokriner Erkrankungen hinweisen.

Die Lymphozyten

Man unterscheidet verschiedene Arten von Lymphozyten. Die sogenannten B-Lymphozyten produzieren spezifische Antikörper gegen bestimmte Antigene. Die T-Lymphozyten erkennen körperfremde Stoffe und sorgen dafür, dass kranke Zellen entfernt werden. Daneben gibt es die sogenannten natürlichen Killerzellen, die anormale Zellen wie zum Beispiel Tumorzellen und virusinfizierte Zellen, erkennen und abtöten können.


Wenn im Blut zu viele Lymphozyten vorliegen, spricht man von einer Lymphozytose. Eine Lymphozytose kann durch virale Infektionen aber auch durch Leukämie ausgelöst werden. Wenn zu wenige Lymphozyten im Blut vorhanden sind, spricht man von einer Lymphozytopenie.

Die Monozyten

Monozyten sind Vorläuferzellen von bestimmten Fresszellen, die im Gewebe Erreger unschädlich machen. Monozyten werden vor allem bei Infekten, Leukämie und im Falle einer Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) vermehrt produziert.


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Artikel im Original veröffentlicht von p.horde. Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 3. Oktober 2017 01:45 von SilkeCCM.
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