Wie Sie eine Trennung überstehen

August 2017

Eine Trennung zu verarbeiten und zu überwinden ist immer schwer - egal ob Sie oder Ihr Partner sich für die Trennung entschieden haben. Lesen Sie hier, wie Sie die neue Situation schneller akzeptieren können und was Ihnen hilft, Ihr altes Leben loszulassen und etwas Neues zu beginnen.



Trennung und Scheidung

Immer mehr Paare lassen sich scheiden oder trennen sich. Die Trennung erscheint vielen Paaren zunächst weniger schmerzhaft als die endgültige Scheidung. Bei den meisten Paaren kommt jedoch irgendwann der Moment, an dem die Scheidung vor der Tür steht. Damit ist die Trennung endgültig. Beide Partner benötigen Zeit, um diese schwierige Phase zu verarbeiten. Erst danach können beide wieder in ein neues Leben starten.

Trennung mit Kind

Wenn Sie gemeinsame Kinder haben, ist eine Trennung eine besondere Herausforderung. Eine Trennung bedeutet dann, dass die Familie auseinandergeht. Überlegen Sie deshalb, ob es sich um eine kurzfristige Krise handelt, die sich eventuell lösen lässt, oder ob eine Trennung unabänderlich ist. In vielen Fällen lohnt es sich, hier professionelle Hilfe zu suchen - zum Beispiel durch einen Psychologen oder eine Mediator. Häufig sind Männer einer Beratung gegenüber eher abgeneigt, weil Sie sich nicht vor fremden Menschen öffnen wollen oder weil Sie denken, dass Sie unter Druck geraten könnten. Bedenken sie jedoch, dass, auch wenn am Ende dieser Beratungsphase eine Trennung steht, Sie diese häufig besser verarbeiten und auch die Kinder besser auffangen können. Eine Beziehung nur wegen der Kinder zu erhalten, ist in vielen Fällen nicht ratsam, denn täglicher Streit und ständige Konflikte sind für Kinder ebenso schwer zu ertragen wie eine Trennung.

Sprechen Sie mit den Kindern über die Trennung erst, wenn Sie sicher sind, dass die Partnerschaft oder die Ehe auseinandergeht. Eltern sollten den Kinder die Situation möglichst offen erklären. So vermeiden Sie, dass die Kinder sich für die Trennung schuldig fühlen. Versuchen Sie, mit Ihrem Partner eine feste Regel über den Verbleib der Kinder und finanzielle Belange zu finden. Lassen Sie sich dabei nicht von Partnerschaftsproblemen, Frust und Enttäuschung leiten und stellen Sie das Wohl der Kinder über Ihre Gefühle. Eltern sollten es auf jeden Fall auch vermeiden, sich vor den Kindern gegenseitig schlecht zu machen, denn Kinder wollen den Eltern gegenüber loyal sein und geraten sonst schnell in innere Konflikte. Der Partner, der die familiäre Wohnung verlässt, wird dabei in aller Regel derjenige sein, der die gemeinsamen Kinder nicht mehr jeden Tag sehen und im Alltag begleiten kann. In den meisten Fällen bleiben die Kinder bei der Mutter. Es gibt heutzutage jedoch auch viele alleinerziehende Väter.

Die Kinder benötigen Zeit, um die neue Situation zu verstehen und sich an das veränderte Familienleben zu gewöhnen. In vielen Fällen müssen die Eltern nicht nur Ihren Schmerz, den die Trennung hinterlassen hat, verarbeiten, sondern auch die Wut, Ratlosigkeit und Traurigkeit der Kinder ertragen. Zeigen Sie Ihren Kindern, dass nach wie vor beide Elternteile für sie da sind. Kinder brauchen beide Eltern!

Der Alltag nach der Trennung

Einige Kinder reagieren auf die Trennung der Eltern mit Rückzug, Wut, Trauer, Verweigerung oder einem Leistungsabfall in der Schule. Sie sollten deshalb den Lehrer oder die Kindergärtner über die neue Situaton in der Familie unterrichten. Wenn Eltern sich trennen, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass die Kinder lebenslang traumatisiert werden! Kinder akzeptieren die neue Situation mit der Zeit. Wichtig ist, dass die Kinder von beiden Elternteilen gleichermaßen geliebt werden. Streiten Sie sich deshalb nie vor den Kindern und tragen Sie keine Konflikte über die Kinder aus!

Die Trennungsphasen

Phase eins: Verleugnung

Kurz nach einer Trennung scheinen die Geschehnisse wie ein böser Traum, der vorübergeht und der Liebeskummer fühlt sich an, als ob er nie vergeht. Bei den meisten Paaren besteht in dieser Phase noch die Hoffnung, noch einmal zusammenzufinden. Nutzen Sie diese Phase, um Abstand voneinander zu gewinnen. Vielleicht können Sie die Dinge aus dieser Perspektive neu betrachten und gewichten.

Phase zwei: Schmerz

Auch wenn die erste Zeit nach einer endgültigen Trennung schlimm ist - der Schmerz ist nötig, um die Situation begreifen und analysieren zu können. Zu Beginn stürzen alle Emotionen auf einen ein - Trauer, Wut, Zweifel, Fragen, Schuldgefühle können den Alltag bestimmen. Auch Depressionen und Einsamkeit sind in dieser Phase keine Seltenheit. Tipps gegen Liebeskummer umfassen in dieser Phase einen möglichst strukturierten Alltag, in dem Sie trotz allem wie gewohnt Ihrer Arbeit und Ihren Verpflichtungen nachgehen und möglichst viel Kontakt zu Menschen suchen. Sport kann helfen, Emotionen abzubauen und die Gedanken neu zu ordnen. Wenn Ihnen die Situation über den Kopf wächst, wenn Sie sich mehr und mehr zurückziehen und Sie vor Trauer nicht mehr weiter wissen, sollten Sie nicht zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen!

Phase drei: Langsamer Neubeginn

In Phase drei schöpfen Betroffen langsam wieder neuen Mut. Wut und Schmerz wandeln sich zunehmend in positive Enrgien - Momente der Freude sind wieder möglich.

Phase 4- Neues Selbstvertrauen

Langsam aber stetig kehrt das Selbstvertrauen wieder zurück. Vielleicht besteht nun schon die Möglichkeit, die gescheiterte Beziehung mit Abstand zu analysieren und zu erkennen, warum die Partnerschaft scheiterte. Beginnen Sie nun, Ihre Zukunft neu zu planen.

Ein neuer Partner

Stürzen Sie sich nach einer Trennung nicht sofort in eine neue Beziehung, um sich abzulenken. Erst wenn Sie die alte Beziehung verarbeitet haben, sind Sie für eine neue Partnerschaft bereit. Versuchen Sie zu analysieren, woran Ihre alte Beziehung gescheitert ist. Lernen Sie aus Ihren Erfahrungen. Fragen Sie sich auch: Was will ich wirklich vom Leben und von meinem Partner?

Es kann durchaus sein, dass Sie sich mit dem neuen Partner zunächst unsicher fühlen. Wird diese Beziehung halten? Oder läuft alles wieder auf eine schmerzhafte Trennung hinaus? Solche Gedanken sind durchaus normal!


Foto: © Radu Trifan – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 13. August 2017 22:38 von Dr. Blattmann.
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