Rezeptfreie Medikamente gegen Durchfall

Juli 2017

Durchfall ist belastend und unangenehm. Sie können zunächst versuchen, die Beschwerden mit rezeptfreien Medikamenten zu behandeln.


Auswahl von rezeptfreien Medikamenten gegen Durchfall

Eine akute Durchfallerkrankung können Sie zu Beginn mit verschiedenen rezeptfreien Medikamenten behandeln. Diese wirken gegen Durchfall, nicht aber gegen Erbrechen. Neben diesen frei in der Apotheke erhältlichen Medikamenten, kann Ihr Arzt Ihnen zusätzlich rezeptpflichtige Medikamente gegen Durchfall verschreiben.

Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welches Medikament für Sie und Ihre Beschwerden am besten geeignet ist. Erwähnen Sie dabei individuelle Besonderheiten wie die Einnahme anderer Medikamente, Schwangerschaft oder weitere Erkrankungen. Achten Sie auch bei rezeptfreien Medikamenten immer auf die Dosierungsanleitung und die Höchstdosis des Medikaments. Nehmen Sie rezeptfreie Medikamente bei Durchfall nicht länger als zwei Tage eigenständig ein. Wenn die Beschwerden dann nicht abgeklungen sind, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen. Einen Testbericht über rezeptfreie Medikamente bei Durchfall finden Sie hier.

Bei Kindern, die unter Durchfall leiden, sollten rezeptfreie Medikamente nur über einen kurzen Zeitraum von ein bis zwei Tagen angewendet werden. Kinder reagieren auf Flüssigkeitsverluste und Schwankungen im Blutsalzhaushalt empfindlicher, so dass Sie bei andauernden Beschwerden zügig den Kinderarzt aufsuchen sollten.

Medikamente, die die Darmtätigkeit ausbremsen

Medikamente, die die Darmtätigkeit ausbremsen, verringern so akut die Beschwerden und helfen schnell gegen Durchfall. Diese Medikamente sollten allerdings nur kurzfristg eingesetzt werden, da Keime und Schadstoffe so wesentlich langsamer ausgeschieden werden.


Medikamente, die die Darmtätigkeit herabsetzen, enthalten den Wirkstoff Loperamid. Dieser behandelt jedoch nicht die Ursache des Durchfalls, sondern stellt nur den Darm ruhig, wodurch Wasser- und Elektrolytverluste gestoppt werden können. Loperamid ist ein starkes Medikament, daher sollten Sie unbedingt die Dosierungsanleitung beachten und die Tageshöchstdosis nicht überschreiten. Die Einnahme kann zu Müdigkeit, Schwindel und Somnolenz (abnorme Schläfrigkeit) führen.

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, wenn Ihr Arzt Ihnen von der Einnahme dieses Medikaments abgeraten hat (zum Beispiel bei einem Darmverschluss in der Vorgeschichte) oder wenn Sie unter Leberfunktionsstörungen leiden, darf das Medikament nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.

Medikamente, die Giftstoffe binden

Medizinische Kohle bindet Bakterien und Giftstoffe im Magen-Darm-Trakt, so dass die Giftstoffe mit dem Stuhl ausgeschieden werden können. Achten Sie darauf, medizinische Kohle mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen und beachten Sie die in der Packungsbeilage aufgeführten Kontraindikationen.

Medikamente zum Aufbau der Darmflora

Präparate mit Milchsäurekulturen oder Hefebakterien sind zum Aufbau der Darmflora geeignet. Sie fangen Gifte im Darm ab oder verhindern das Wachstum schädlicher Bakterien im Darm.

Gerbstoffe bei Durchfall

Präparate mit Tanninalbuminat und Präparate mit Blutwurz enthalten Gerbstoffe. Die Präparate verhindern, dass Bakterien an die Darmwand andocken und schützen so die Schleimhaut im Darm. Außerdem verhindern die Präparate die Ausscheidung großer Flüssigkeitsmengen bei Durchfall.

Hygiene und Ernährung bei Durchfall

Auch wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie weiterhin eine an die Erkrankung angepasste Schonkost einhalten. Achten Sie außerdem auf eine sorgfältige Hygiene.

Hinweis für das Auftreten von Durchfällen

In folgenden Fällen sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren: Wenn der Durchfall länger als zwei Tage anhält, starkes Erbrechen hinzukommt, Sie viel Flüssigkeit verlieren, Fieber haben, Blut im Stuhl entdecken oder wenn Ihr Puls stark ansteigt (Hinweis auf Flüssigkeitsmangel). Auch wenn Durchfall in der Schwangerschaft oder nach exotischen Reisen (zum Beispiel in die Tropen oder in Entwicklungsländer) auftritt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.


Foto: © Oneblink – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 13. Juni 2017 21:13 von SilkeCCM.
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