Husten - ein Symptom mit vielen Ursachen

Mai 2017



Was ist Husten?

  • Husten ist das willkürliche oder aufgrund des Hustenreflex unwillkürliche explosionsartige Ausstoßen von Luft.
  • Husten wird durch eine Irritation der Atmwege ausgelöst.
  • Durch den Husten können Fremdkörper, Bakterien, Sekret etc. ausgestoßen werden.
  • Husten kann auf verschiedenste Ursachen zurückzuführen sein.
  • Im Folgenden wollen wir Ihnen die häufigsten Ursachen für Husten kurz vorstellen.

Die Laryngitis

  • Die Laryngitis ist eine Entzündung des Kehlkopfes.
  • Das Hauptsymptom ist Heiserkeit, die oft von einem trockenen Husten begleitet wird.
  • Häufig betrifft eine Laryngitis kleine Kinder zwischen dem 1. und 6. Lebensjahr. Wenn Ihr Kind Symptome einer Laryngitis zeigt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen!

Ursachen für eine Laryngitis

  • Eine Laryngitis wird meistens durch virale Infekte ausgelöst.
  • Auch eine starke Simmbelastung oder ein anhaltender Aufenthalt in schlechter Luft (verrauchte Zimmer) können Auslöser für eine Laryngitis sein.
  • Eine Laryngitis kann durch Rauchen ausgelöst werden.
  • Eine Laryngitis kann durch einen Reflux von saurem Magensaft ausgelöst werden.
  • Eine Laryngitis kann außerdem durch aufsteigende Infekte (z.B. durch eine Bronchitis) ausgelöst werden.



Rauchen

  • Rauchen schädigt das Lungengewebe nachhaltig und führt mit der Zeit zu einem chronischem Husten.
  • Rauchen ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Lungekrebs, Asthma, chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen, anderen Krebserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, chronischen Brocnhitiden, etc.

Asthma

Asthma ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit. Die Entzündung führt zu einer Verengung der Atemwege, was als Bronchialobstruktion bezeichnet wird. Begleitend kann eine erhöhte Schleimproduktion auftreten. Betroffene leiden unter Hustenanfällen und Atemnot.
  • In einem typischen Asthmaanfall verengen sich die Bronchien.
  • Durch die Verengung verstopfen die Bronchien; Schleim kann nicht abgehustet werden, und die Luftzirkulation wird erschwert.
  • Meist sind Asthmaanfälle von Husten, Keuchen und pfeifender Atmung begleitet.
  • Patienten erleben Asthmaanfälle selbstverständlich als äußerst bedrohlich.
  • Viele Asthmatiker leiden zudem unter einer chronischen bakteriellen Superinfektion der Atemwege, was wiederum die asthmatische Erkrankung verschlechtert. Deshalb müssen Lungenentzündungen und Bronchitiden bei Asthmatikern konsequent antibiotisch behandelt werden.

Die Bronchitis und die Pneumonie

Eine Bronchitis und eine Pneumonie werden von (meist) produktivem Husten begleitet. Außerdem können Fieber und Schmerzen im Brustbereich auftreten. Wenn Sie unter diesen Symptomen leiden, sollten Sie zügig einen Arzt aufsuchen.

Lungenkrebs

Lungenkrebs verläuft im Anfangsstadium häufig symptomlos. Folgende Symptome können auftreten: trockener Husten, blutiger Husten, Atemnot, Schwellung der Lymphknoten, Appetitverlust und Gewichtsabnahme, Schmerzen in der Brust, etc.. Wenn Sie unter diesen Symptomen (oder einem dieser Symptome!) leiden, sollten Sie zügig einen Arzt aufsuchen.

Tuberkulose

Die Tuberkuolose ist eine hoch ansteckende Erkrankung, die häufig mit Husten einhergeht.

Keuchhusten

Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst wird. Eine Keuchhustenerkrankung kann Wochen andauern. Auf das Anfangsstadium mit erkältungsartigem Husten folgt eine Phase mit anfallsartig verlaufenden stakkatoartigen Hustenattacken. Bei Säuglingen kann eine Keuchhusteninfektion besonders gefährlich verlaufen, da es zu einem Atemstillstand kommen kann. Zur Prophylaxe existiert eine allgemein empfohlene wirksame Impfung.

Wie wird Keuchhusten übertragen?

  • Keuchhusten wird durch Tröpfcheninfektion übetragen.
  • Das einzige Erregerreservoir für Bordetella pertussis ist der Mensch. Deshalb könnte die Erkrankung durch eine konsequente Durchimpfung der Bevölkerung prinzipiell ausgerottet werden.
  • Da bei Erwachsenen häufig Impflücken bestehen, können Erwachsene die Erkrankung auf Kinder übertragen.

Inkubationszeit und Verlauf

  • Die Inkubationszeit dauert normalerweise etwa 7 bis 10 Tage.
  • Zunächst tritt eine Erkältungssymptomatik mit leichtem Fieber, Schnupfen und trockenem Reizhusten auf. Diese Phase wird als Stadium catarrhale bezeichnet.
  • Nach etwa 7 bis 14 Tagen treten die typischen, plötzlich einsetzenden, starken, stakkatoartigen Hustenattacken auf. Dieses Stadium wird als Stadium convulsivum bezeichnet. Die Anfälle schließen mit einem Jauchzen bei der folgenden Einatmung ab und können von Erbrechen und Hochwürgen von glasigem Schleim begleitet werden. Das Stadium convulsivium dauert 2 bis 6 Wochen.
  • Darauf folgt das Stadium decrementi, in dem die Hustenanfälle an Schwere abnehmen. Dieses Stadium dauert bis zu 3 Wochen.
  • Ohne antibiotische Behandlung können Betroffene den Keim ausscheiden und weitere Menschen anstecken.
  • Eine antibiotische Therapie mildert den Verlauf der Erkrankung jedoch nur ab, wenn es im Stadium catarrhale verabreicht wird.
  • Totzdem soll auch bei späterer Diagnosestellung eine Antibiotikatherapie erfolgen, um die Ansteckungen weiterer Personen zu vermeiden.

Diagnose

  • Wichtig für die Diagnose ist die typische Klinik der Erkrankung.
  • Der Erreger kann mittels Abstrich aus dem Sekret im Nasen-Rachenraum nachgewiesen werden.
  • Außerdem können im Blut Antikörper gegen Bordetella pertussis nachgewiesen werden, die allerdings erst im Stadium convulsivum auftauchen.

Fremdkörperaspiration

Fremdkörper, die eingeatmet wurden (häufig von Kindern), können Hustenattacken auslösen.

Weitere Lungenerkrankungen

  • Die Pneumokoniose entsteht durch eine anhaltende Staubexposition (z.B. im Bergwerk). Der Staub lagert ich in anorganischen oder organischen Teilchen in die Bronchien, den Lunge und den Lymphknoten ein. Pneumokoniosen können mit Husten und Atmenot einhergehen.
  • Der Pulmonale Abszess.
  • Das Lungenemphysem (Überblähung und Zerstörung der Lungenbläschen).

Psychologische Ursachen

Bei einigen Menschen äußern sich psychische Belastungen in körperlichen Symptomen. Husten kann eines dieser Symptome sein.

Der gastroösophageale Reflux

  • Der Begriff gastroösophagealer Reflux bezeichnet das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre.
  • Auslöser kann eine Dysfunktion des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre sein.
  • Wenn der saure Mageninhalt die Spesieröhre hochsteigt, empfinden die meisten Patienten ein Brennen (Sodbrennen).
  • Wenn der saure Mageninhalt in die Luftröhre (oder ins Bronchialsystem) gelangt, kann dies zu Iritationen bis hin zu schwersten Infektionen führen.
  • Gastroösophagealer Reflux geht häufig mit Räuspern und Husten einher.

Die Lungenembolie

Als Lungenembolie bezeichnet man den Verschluss einer Lungenarterie, üblicherweise aufgrund eines eingeschwemmten Blutgerinnsels. Die Lungenembolie geht mit plötzlich einsetzender Atmnot, Husten, Beschleunigung des Pulsschlages und zum Teil mit thorakalen Schmerzen einher. (Es sind auch mildere sowie ausgeprägtere Verläufe möglich). Die Lungenemboloie ist ein medizinischer Notfall, da die Sauerstoffevrsorgung im Körper gestört wird. Im schlimmsten Falle führt eine Lungenembolie zum Tod. Wenn Sie oben genannte Symptome bemerken, sollten Sie einen Arz (bzw. Notarzt) aufsuchen!

Medikamente

Einige Medikamente (wie z.B. ACE-Hemmer) können als Nebenwirkung Husten verursachen.

Andere Erkrankungen

  • Die Herzinsuffizienz kann Husten verursachen.
  • Mukoviszidose geht mit Husten einher.
  • Eine HIV-Erkrankung kann durch diverse opportunistische Infektionen Husten verursachen.

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 16. März 2016 11:17 von Dr. Blattmann.
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