Andropause: Die Wechseljahre des Mannes

September 2017

Auch bei Männern stellt sich mit zunehmendem Alter die Hormonproduktion im Körper um. Diese Umstellung kann ähnliche Symptome verursachen wie die Wechseljahre bei Frauen.


Die Wechseljahre des Mannes: Die Andropause

Im Alter zwischen 40 und 55 Jahren tritt auch bei Männern eine Zeit der Hormonumstellung ein. In dieser Phase nimmt die Produktion der Androgene (vor allem Testosteron) ab. Auch die Konzentration anderer Hormone verringert sich mit zunehmendem Alter, darunter die des Wachstumshormons HGH (Human Growth Hormone) und die Gruppe der Östrogene, die in geringem Maße auch im männlichen Körper gebildet werden. Da die hormonelle Umstellung mit ähnlichen Symptomen einhergehen kann wie die Wechseljahre bei Frauen, bezeichnet man die Phase analog zum Begriff der Menopause auch als Andropause.

Die Dauer der Andropause ist von Mann zu Mann unterschiedlich. Wie viele Männer unter entsprechenden Beschwerden leiden und ob die Beschwerden einen Krankheitswert haben und einer medizinischen Behandlung bedürfen oder eher Ausdruck eines normalen Alterungsprozesses sind, ist unter Medizinern umstritten.

Wie machen sich die Wechseljahre bei Männern bemerkbar?

Allgemein geht man davon aus, dass etwa die Hälfte aller Männer über 50 Jahren unter Wechseljahresbeschwerden leiden. Dazu zählen Symptome wie eine verminderte Sexualfunktion, eine Abnahme der Libido, Erektionsprobleme, verminderte Muskelkraft sowie ein Rückgang des Muskelanteils zugunsten von Fettgewebe, eine Zunahme des Bauchfetts, die Abnahme der Knochendichte, eine nachlassende Elastizität der Haut und psychische Beschwerden wie ein verändertes Stressempfinden, Nervosität und/oder depressive Verstimmungen.

Behandlung von Beschwerden in der Andropause

Wenn Männer Symptome bemerken, die aufgrund der Andropause auftreten könnten, sollten Sie sich an Ihren Hausarzt wenden. Dieser kann eine Überweisung zu einem spezialisierten Urologen oder einem Endokrinologen ausstellen. Ob ein Defizit an männlichen Sexualhormonen vorliegt, kann dort durch verschiedene Tests wie durch eine einfache Blutentnahme abgeklärt werden.


Wenn die Beschwerden mit einem deutlichen Hormonmangel in Verbindung gebracht werden können, kann der Arzt Medikamente zur Hormonersatztherapie verordnen. Allerdings sollte hier beachtet werden, dass die Gabe von Sexualhormonen an Männer, die unter einem Prostatakarzinom leiden, kontraindiziert ist. Da das Prostatakarzinom vorrangig Männer im fortgeschrittenen Alter betrifft, sollte deshalb vor einer etwaigen Hormontherapie eine entsprechende Screeninguntersuchung erfolgen.

Foto: © Chris from Paris – 123RF.com

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Artikel im Original veröffentlicht von Carlos-vialfa. Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 5. September 2017 00:09 von SilkeCCM.
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