Die Honeymoon-Zystitis: Blasenentzündung nach dem Sex

Februar 2017

In vielen Fällen tritt eine Blasenentzündung nach dem Geschlechtsverkehr auf. Man spricht dann von einer sogenannten "Honeymoon-Zystitis". Frauen sind deutlich häufiger von dieser Erkrankung betroffen als Männer.


Definition und Symptome

Eine Blasenentzündung ist an sich zwar keine lebensbedrohliche Erkrankung, kann jedoch für die Betroffenen sehr unangenehm sein. Symptome sind Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Bauchschmerzen. In vielen Fällen hilft es schon, viel zu trinken (mindestens drei Liter über den Tag verteilt), um die Keime aus der Blase zu spülen. Wärme wirkt zudem krampflösend.


Wenn die Symptome sehr unangenehm sind oder andauern, wenn Blut im Urin ist, Flankenschmerzen oder Fieber auftreten, kann dies auf Komplikationen wie eine Nierenbeckenentzündung hindeuten. In diesem Fall sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen. Personen mit chronischen Erkrankungen (wie Diabetes) oder mit einer Immunschwäche müssen einen Harnwegsinfekt immer ärztlich behandeln lassen. Auch in der Schwangerschaft muss eine Harnwegsinfektion immer therapiert werden, da sonst Komplikationen auftreten können.

Ursachen einer Honeymoon-Zystitis

Eine Blasenentzündung wird am häufigsten durch Bakterien ausgelöst. Vorrangig entsteht eine Harnwegsinfektion dann, wenn Bakterien aus dem Darmtrakt in die Harnröhre verschleppt werden, wo sie zu einer Blasenentzündung führen. Begünstigt wird dies durch die Nähe zwischen Harnröhre, Anus und Vagina. Da die Harnröhre bei Frauen kürzer ist als bei Männern, können die Bakterien leichter in die Blase aufsteigen.


Aufgrund der Nähe von Scheide und Harnröhrenmündung können Bakterien während des Geschlechtsverkehrs besonders leicht in die weibliche Harnröhre gelangen. Junge Frauen und Frauen nach der Menopause sind besonders häufig von einer Honeymoon-Zystitis betroffen, da das Erkrankungsrisiko besonders durch Veränderungen in der vaginalen Flora begünstigt wird. Betroffene leiden nach dem Geschlechtsverkehr unter den typischen Symptomen einer Blasenentzündung und klagen über Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Auch hier gilt: Wenn bei einer Honeymoon-Zystitis Blut im Urin sichtbar wird, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Wie kann man einer Honeymoon-Zystitis vorbeugen?

Um einer Blasenentzündung vorzubeugen, empfiehlt es sich ausreichend zu trinken. Gehen Sie außerdem nach dem Geschlechtsverkehr auf die Toilette, um die Blase zu entleeren. So spülen Sie Keime aus der Blase aus.


Ziehen Sie sich nach dem Geschlechtsverkehr zum Schlafen ein T-Shirt und Shorts an. Wenn Sie unbekleidet schlafen, können Sie auskühlen. So wird die Entstehung einer Blasenentzündung begünstigt.

Auch der Gebrauch von Kondomen und Gleitmitteln senkt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Honeymoon-Zystitis. Allerdings bieten Kondome keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Blasenentzündung, da trotzdem Keime aus der Scheide in die Harnröhre gelangen können.

Blasenentzündung - Behandlung

Antibiotika

Antibiotika werden bei Blasenentzündungen eingesetzt, wenn Komplikationen wie Blut im Urin, starke Schmerzen oder Fieber auftreten. In den meisten Fällen ist es ausreichend, wenn die antibiotische Therapie über einen kurzen Zeitraum erfolgt. Achten Sie zudem darauf viel zu trinken, um die Keime aus der Blase auszuspülen. Wenn die Beschwerden trotz Therapie nach zwei bis drei Tagen weiter bestehen, sollten Sie den Arzt erneut konsultieren.

Pflanzliche Mittel und Homöopathie

Eine komplikationslose Blasenentzündung kann zunächst auch ohne antibiotische Behandlung therapiert werden. Achten Sie darauf, mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu trinken, um die Keime aus der Blase auszuscheiden. Wenn Sie bei einer Honeymoon-Zystitis die Therapie mit Homöopathie unterstützen möchten, empfehlen sich zum Beispiel Präparate mit Arnica, Cantharis oder Dulcamara. Allerdings gibt es keine wissenschaftlich anerkannten Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel in der Therapie eines Harnwegsinfekts.

Cranberry-Präparate können der Entstehung einer Blasenentzündung vorbeugen, da Cranberries Stoffe enthalten, die die Anheftung der Bakterien an die Schleimhaut des Harntrakts erschweren und so eine Blasenetzündung verhindern können. Seitens der pflanzlichen Präparate helfen auch Zubereitungen aus Bärentraubenblättern, die als Harndesinfektionsmittel wirken und so bei leichten Blasenentzündungen Linderung bringen können. Entsprechende Präparate erhalten Sie in der Apotheke.

Foto: © namtipStudio - Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 11. Januar 2017 01:32 von SilkeCCM.
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