Nasenpolypen - Diagnose und Behandlung

Februar 2017



Diagnose

  • Der Arzt wird Sie zunächst nach Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen, Ihrer Familienanamnese etc. befragen.
  • Danach wird eine gründliche HNO-ärztliche Untersuchung durchgeführt.
  • Zunächst betrachtet der Arzt die Nase von außen und untersucht, ob es eventuell Fehlstellunge o.ä. gibt.
  • Dann folgt eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie). Mit Hilfe der Rhinoskopie kann die Nasenhöhle beurteilt werden, wobei ein Polypenbefall meist deutlich festgestellt werden kann.
  • In den meisten Fällen treten Polypen in beiden Nasenmuscheln auf.
  • Ein eitriger Ausfluss aus der Nase spricht für eine Infektion.
  • Wenn notwendig, kann der Arzt die Nase noch mit weiteren bildgebenden Verfahren wie z.B. Röntgen, Ultraschall oder einer Computertomographie untersuchen.

Behandlungsmöglichkeiten

  • Generell ist eine konservative (medikamentöse) und/oder eine operative Therapie möglich.
  • Die Behandlungsform hängt dabei davon ab, wie ausgeprägt die Nasenpolypen sind und wie stark der Patient die Beschwerden empfindet.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten

  • Eine konservative Behandlung kann die Beschwerden nur symptomatisch lindern.
  • Wenn die Nasenatmung durch die Nasenpolypen behindert ist, können z.B. abschwellende Nasentropfen verordnet werden.
  • Abschwellende Nasentropfen dürfen nur für einen begrenzten Zeitraum angewendet werden! Fragen Sie Ihren Arzt nach genauen Anwendungsvorschriften!
  • In einigen Fällen verordnet der Arzt kortisonhaltige Nasensprays.
  • In einigen Fällen verordnet der Arzt auch die Einnahme von Kortisonpräparaten.
  • Wenn die Polypen mit einem allergischen Geschehen assoziiert sind, muss die Allergie behandelt werden.
  • In einigen Fällen können Polypen von alleine verschwinden.

Operative Behandlung

  • Die Polypen-Operation erfolgt in Vollnarkose.
  • In seltenen Fällen ist die Operation auch unter örtlicher Betäubung durchführbar.
  • Die Polypen werden operativ mit einer Zange oder einer Schlinge abgetragen.
  • Danach wird eine Tamponade in die Nasenmuschel eingebracht.
  • Bei einem normalen Verlauf kann die Tamponade nach 2 Tagen entfernt werden.
  • Wenn die Polypen in den Nasennebenhöhlen liegen, wird eine spezielle Nasennebenhöhlenoperation durchgeführt.
  • Die Ergebnisse der Operation sind in der Regel gut.
  • Wenn es nach der Operation zu Blutungen, starken Schmerzen oder Fieber kommt, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen!
  • In den Tagen nach der Operation sollten Sie sich zu Hause schonen.

Risiken der Operation

  • An das Operatonsgebiet angrenzende Strukturen oder Organe können verletzt werden.
  • Es kann zu Blutungen während der Operation oder zu Nachblutungen nach der Operation kommen.
  • Nach der Operation können Verwachsungen in der Schleimhaut oder an der Nasenscheidewand auftreten.
  • Es kann zu Infektionen kommen.

Rezidive

  • In 5 bis 10% der Fälle kommt es nach der Operation zu Rezidiven.
  • In lediglich 1% der Fälle muss deshalb noch einmal eine Operation durchgeführt werden.

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 28. Januar 2013 17:44 von Dr. Blattmann.
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