Nasenpolypen: Diagnose und Behandlung

Juli 2017

Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen in der Nasennebenhöhle. Sie können jedoch bis in die Nasenhöhle hineinwachsen und die Atmung behindern.


Was sind Nasenpolypen?

Als Nasenpolypen bezeichnet man gutartige Schleimhautwucherungen, die in der Schleimhaut der Nasenmuschel oder den Nasennebenhöhlen entstehen. Nasenpolypen sind einige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß und bilden sich häufig auf dem Boden entzündlicher Prozesse, etwa bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung. Da sie tief in der Nase sitzen, können Sie die Polypen nicht selbst erkennen.

Nasenpolypen - Symptome

Kleine Polypen verursachen in der Regel keine Beschwerden und sind dementsprechend nicht behandlungsbedürftig. Größere Polypen können jedoch die Nasenatmung behindern, verursachen eine näselnde Sprache und können die Ursache für nächtliches Schnarchen sein. Durch den behinderten Sekretabfluss aus den Nasennebenhöhlen kommt es häufig zu Fließschnupfen, Infekten und Entzündungen der Nasennebenhöhlen sowie Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen. Auch der Geruchssinn kann durch Nasenpolypen gestört werden.

Wie erkennt man Nasenpolypen bei Kindern?

Nasenpolypen kommen bei Kindern wesentlich seltener vor als bei Erwachsenen, zeigen sich jedoch anhand derselben Symptome. Bei Kindern treten Nasenpolypen gehäuft im Rahmen einer Mukoviszidose oder von Funktionsstörungen der kindlichen Nasenschleimhaut auf. Deshalb sollten Kinder mit Nasenpolypen sorgfältig auf etwaige auslösende Erkrankungen untersucht werden.

Mit welchen Erkrankungen sind Nasenpolypen assoziiert?

Nasenpolypen treten gehäuft bei Personen auf, die unter Entzündungen der Nasennebenhöhlen leiden oder bei denen eine allergische Rhinitis oder eine asthmatische Erkrankung vorliegt. Auch bei Mukoviszidose können Nasenpolypen gehäuft entstehen.

Nasenpolypen - Ursachen

Nasenpolypen entstehen aufgrund mehrerer Faktoren. Oft liegt eine langfristige Reizung der Nasenschleimhäute zugrunde. Zudem kann eine schlechte Durchlüftung der Nasenhöhlen die Entstehung von Polypen begünstigen. Auch eine Schiefstellung der Nasenscheidewand bietet eine Grundlage für die Entstehung von Polypen, da der Sekretabfluss aus der Nase behindert wird.

Diagnose von Nasenpolypen

Anhand der typischen Symptome kann der Arzt bereits eine Verdachtsdiagnose stellen. Er wird Sie deshalb zunächst nach Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen und Ihrer Familienanamnese befragen. Danach wird eine gründliche HNO-ärztliche Untersuchung durchgeführt. Zunächst betrachtet der Arzt die Nase von außen und untersucht, ob es Fehlstellungen oder Ähnliches gibt. Dann folgt eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie). Mit Hilfe der Rhinoskopie kann die Nasenhöhle beurteilt werden, wobei ein Polypenbefall meist deutlich festgestellt werden kann. Wenn notwendig kann der Arzt die Nase noch mit weiteren bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder Computertomographie untersuchen.


Einseitige Nasenpolypen sollten immer genauer untersucht werden, insbesondere wenn die Polypen bluten. In seltenen Fällen kann es sich dabei um Symptome eines bösartigen Tumors der Nasennebenhöhle handeln. Wenn dieser Verdacht besteht, muss der Arzt eine Probe aus dem Gewebe entnehmen, die dann unter dem Mikroskop auf bösartig entartete Zellen hin untersucht wird.

Behandlungsmöglichkeiten

Generell sind eine konservative (medikamentöse) und/oder eine operative Therapie möglich.
Die Behandlungsform hängt dabei davon ab, wie ausgeprägt die Nasenpolypen sind und wie stark der Patient die Beschwerden empfindet.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten

Eine konservative Behandlung kann die Beschwerden nur symptomatisch lindern. Wenn die Nasenatmung durch die Nasenpolypen behindert ist, können zum Beispiel abschwellende Nasentropfen verordnet werden. Diese Nasentropfen dürfen allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum angewendet werden. Fragen Sie Ihren Arzt nach den genauen Anwendungsvorschriften. In einigen Fällen verordnet der Arzt auch kortisonhaltige Nasensprays.


Wenn die Polypen mit einem allergischen Geschehen assoziiert sind, muss die Allergie behandelt werden. In einigen Fällen können sich die Polypen von alleine wieder zurückbilden.

Operative Behandlung

Eine Nasenpolypen-Operation erfolgt in der Regel in Vollnarkose. Die Polypen werden operativ mit einer Zange oder einer Schlinge abgetragen. Danach wird eine Tamponade in die Nasenmuschel eingebracht. Bei einem normalen Verlauf kann die Tamponade nach zwei Tagen entfernt werden. Wenn die Polypen in den Nasennebenhöhlen liegen, wird eine spezielle Nasennebenhöhlenoperation durchgeführt. Die Ergebnisse der Operation sind normalerweise gut.

Wenn es nach der Operation zu Blutungen, starken Schmerzen oder Fieber kommt, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen. In den Tagen nach der Operation sollten Sie sich zu Hause schonen.

In fünf bis zehn Prozent der Fälle kommt es nach der Operation zu Rückfallen (Rezidiven). In lediglich einem Prozent der Fälle muss deshalb noch einmal eine Operation durchgeführt werden.

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 13. Juni 2017 19:54 von SilkeCCM.
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