Pilzerkrankungen im Mund

März 2017

Viele Menschen leiden einmal in Ihrem Leben unter einer Pilzerkrankung im Mund. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Symptome und Therapie einer Pilzerkrankung.


Pilzerkrankungen im Mund - Definition

Auch bei guter Mundhygiene befinden sich in der Mundhöhle verschiedene Bakterien und Pilze. Normalerweise siedeln sich Pilze jedoch nur in geringer Zahl auf der Zunge und im Mund an, sodass dies nicht zu Problemen führt. Unter bestimmten Bedingungen (zum Beispiel Immunschwäche, Schwangerschaft, Einnahme von Antibiotika oder von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken) vermehren sich die Pilze im Mund.

Auslöser einer Pilzerkrankung im Mund

Meist werden Pilzerkrankungen im Mund durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst. Deutlich seltener steckt ein Befall mit anderen Pilzen wie Kryptokokkus, Blastomycis, Histoplasma oder Aspergillus hinter einer Pilzinfektion im Mund.


Eine Pilzerkrankung im Mund ist ansteckend. So kann ein Mundsoor durch einen Austausch von Speichelflüssigkeit als Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen werden. Deshalb sollten Pilzerkrankungen behandelt werden. Achten Sie auf eine gute Hygiene.

Symptome bei Pilzen im Mund

Ein Candidabefall in der Mundhöhle (Mundsoor) verursacht folgende Beschwerden: weißer Belag auf der Zunge und im Mund (der Belag ist oberflächlich und lässt sich nicht abwischen), gerötete und entzündete Schleimhaut sowie Brennen oder Schmerzen.

Pilzerkrankungen im Mund bei Babys

Bei Neugeborenen und Babys ist die Mundflora noch nicht voll entwickelt und die Speichelproduktion ist noch eingeschränkt. Dies kann Pilzerkrankungen begünstigen. Da Babys zudem viele Sachen in den Mund nehmen, kommen Pilzinfektionen im Mundbereich häufig vor. Die Infektion äußert sich ebenso wie ein Zungenpilz bei Erwachsenen mit weißen, nicht abstreifbaren Belägen auf der Zunge und an den Mundschleimhäuten.


Wenn Sie denken, dass Ihr Kind an einer Pilzerkrankung im Mund leidet, sollten Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen. Er kann ein Mundgel verschreiben, das die Pilze abtötet. Kochen Sie Schnuller und Sauger in heißem Wasser und tauschen Sie die Zahnbürste Ihres Kindes regelmäßig aus. Reinigen Sie vor dem Stillen Ihre Brustwarzen.

Behandlung einer Pilzerkrankung im Mund

Wenn Sie oben aufgeführte Symptome bei sich entdecken, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Der Arzt kann ein Mittel gegen Pilze verordnen. Meist wird es als Lösung oder als Lutschtablette verordnet. Antiseptische Mittel mit desinfizierenden Bestandteilen wie zum Beispiel Chlorhexidin oder Hexetidin wirken zudem desinfizierend.

Hausmittel bei Pilzerkrankungen im Mund

Zur unterstützenden Behandlung von Mundsoor können Betroffene den Mund mit einer Mundspülung aus Myrrhe, Salbei oder Arnika ausspülen. Myrrhentinktur wirkt gegen Pilze und Arnika und Salbei haben eine antseptische Wirkung. Saure Lebensmittel reizen die empfindliche Mundschleimhaut und verursachen bei Betroffenen häufig Schmerzen. Verzichten Sie daher zunächst auf saure Früchte und Säfte. Achten Sie zudem auf eine gute Mundhygiene und tauschen Sie Ihre Zahnbürste regelmäßig aus. Zahnprothesen müssen sorgfältig gereinigt werden und sollten gut sitzen. Candidapilze können auch kariöse Zähne als Reservoir nutzen. Deshalb sollten Sie bei wiederholtem Befall Ihren Zahnarzt um Rat fragen.

Differentialdiagnose Leukoplakie

Als Leukoplakie werden alle weißen, nicht abwischbaren Veränderungen der Schleimhaut bezeichnet. Die Leukoplakie kommt auch im Mundraum vor und fällt dort als weiß verfärbtes Schleimhautareal auf. Als Ursachen werden Alkohol- und Nikotinmissbrauch sowie mechanische Reize angenommen.

Eine Leukoplakie kann entarten und Krebs auslösen und sollte deshalb ärztlich behandelt werden. Aufgrund der weißen Farbe wird eine Leukoplakie von Laien häufig mit einer Pilzinfektion im Mund verwechselt. Sie sollten bei allen Verfärbungen und ungewöhnlichen Belägen im Mund immer Ihren Arzt zur Abklärung aufsuchen.

Foto: © Vladimir Gjorgiev - Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann.
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