Pilzerkrankungen im Mund

Januar 2017

Viele Menschen leiden einmal unter einer Pilzerkrankung im Mund. Lesen Sie hier alles Wissenswerte über Symptome und Therapie.

Pilzerkrankungen im Mund

In der Mundhöhle finden sich unterschiedliche Bakterien und Pilze - auch bei guter Mundhygiene. Normalerweise siedeln Pilze auf der Zunge und im Mund aber nur in geringer Zahl, so dass dies nicht zu Problemen führt. Unter bestimmten Bedingungen (häufige Ursachen sind Immunschwäche, Schwangerschaft, Einnahme von Antibiotika oder Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken) vermehren sich die Pilze im Mund. Auf den Schleimhäuten und der Zunge entsteht ein weißlicher, nicht abwischbarer Belag und die Schleimhäute im Mund entzünden sich. Eine Pilzinfektion im Mund wird am häufigsten durch Hefepilze (Candia albicans) hervorgerufen.

Candida albicans

Meist werden Pilzerkrankungen im Mund durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst. Deutlich seltener steckt ein Befall mit anderen Pilzen wie Kryptokokkus, Blastomycis, Histoplasma, Aspergillus oder anderen Pilzen hinter einer Pilzinfektion im Mund.

Beschwerdebild

Ein Candidabefall in der Mundhöhle (Mundsoor) macht folgende Beschwerden:

Weißer Belag auf der Zunge und im Mund (der Belag ist oberflächlich und lässt sich abwischen);

Gerötete, entzündete Schleimhaut;

Brennen oder Schmerzen.

Übertragung

Prinzipiell kann ein Mundsoor durch einen Austausch von Speichelflüssigkeit als Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen werden. Deshalb sollten Pilzerkrankungen behandelt werden. Achten Sie auf eine gute Hygiene.

Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose auf Grund der typischen Symptome. Zudem kann er einen Abstrich anfertigen, um den Pilz nachzuweisen.

Behandlung

Wenn Sie oben aufgeführte Symptome bei sich entdecken, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Der Arzt kann ein Mittel gegen Pilze verordnen. Meist wird es als Lösung oder als Lutschtablette verordnet.
Antiseptische Mittel mit desinfizierenden Bestandteilen wie z.B. Chlorhexidin oder Hexetidin wirken zudem desinfizierend.

Hausmittel bei Pilzerkrankungen im Mund

Zur unterstützenden Behandlung von Mundsoor können Betroffene den Mund mit einer Munspülung aus Myrrhe, Salbei oder Arnika ausspülen. Myrrhentinktur wirkt gegen Pilze, Arnika und Salbei haben eine antseptische Wirkung. Saure Lebensmittel reizen die empfindliche Mundschleimhaut und verursachen bei Betroffenen häufig Schmerzen. Verzichten Sie zunächst deshalb auf saure Früchte und Säfte. Achten Sie auf eine gute Mundhygiene und tauschen Sie Ihre Zahnbürste regelmäßig aus. Zahnprothesen müssen gut gereinigt werden und sollten gut sitzen. Candidapilze können auch kariöse Zähne als Reservoir nutzen. Deshalb sollten Sie bei wiederholtem Befall Ihren Zahnarzt um Rat fragen.

Pilzerkrankungen im Mund bei Babys

Bei Neugeborenen und Babys ist die Mundflora noch nicht voll entwickelt und die Speichelproduktion ist noch eingeschränkt. Dies kann Pilzerkrankungen begünstigen. Da Babys zudem viele Sachen in den Mund nehmen, kommen Pilzinfektionen im Mundbereich häufig vor. Die Infektion äußert sich ebenfalls mit weißen, nicht abstreifbaren Belägen auf der Zunge und an den Mundschleimhäuten. Wenn Sie denken, dass Ihr Kind an einer Pilzerkrankung im Mund leidet, sollten Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen. Er kann Ihnen ein Mundgel verschreiben, dass die Pilze abtötet. Kochen Sie Schnuller und Sauger aus und tauschen Sie die Zahnbürste Ihres Kindes regelmäßig aus. Reinigen Sie vor dem Stillen Ihre Brustwarzen.

Differentialdiagnose: Leukoplakie

Als Leukoplakie werden alle weißen, nicht abwischbaren Effloreszenzen der Schleimhaut bezeichnet. Die Leukoplakie kommt auch im Mundraum vor und fällt dort als weiß verfärbtes Schleimhautareal auf. Als Ursachen werden Nikotin- und Alkoholmissbrauch sowie mechanische Reize angenommen. Eine Leukoplakie kann entarten und Krebs auslösen und sollte deshalb ärztlich behandelt werden. Auf Grund der weißen Farbe wird eine Leukoplakie von Laien häufig mit einer Pilzinfektion im Mund verwechselt. Sie sollten bei allen Verfärbungen und ungewöhnlichen Belägen im Mund immer Ihren Arzt zur Abklärung aufsuchen.

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 17. Januar 2017 14:21 von Dr. Blattmann.
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