Die D-Dimere

Juli 2017

Ein erhöhter D-Dimer-Wert in der Blutanalyse kann auf ein thrombotisches Ereignis wie eine Venenthrombose oder eine Lungenembolie hindeuten. Lesen Sie hier alles Wissenswerte rund um die Bedeutung und die Aussagekraft des D-Dimer-Wertes.


Was sind D-Dimere?

Wenn im Körper ein Blutgerinnsel aufgelöst wird, wird Fibrin, ein Eiweiß, das bei der Blutgerinnung benötigt wird, gespalten. D-Dimere sind solche Spaltprodukte von Fibrin. Eine Erhöhung des D-Dimer-Wertes weist also darauf hin, dass im Körper ein Blutgerinnsel besteht.

Lungenembolie und Venenthrombose

Von einer Venenthrombose spricht man, wenn sich in den venösen Gefäßen Blutgerinnsel befinden. Die Gerinnsel können aus den venösen Gefäßen in die Lungengefäße wandern und dort eine potenziell lebensgefährliche Lungenembolie auslösen. Bei einer Lungenembolie befinden sich Blutgerinnsel in den Lungenarterien. Etwa drei Viertel der Lungenembolien können auf eine Venenthrombose zurückgeführt werden.

Wann werden die D-Dimere im Blut bestimmt?

Wenn der Verdacht besteht, dass der Patient an einer Venenthrombose oder einer Lungenembolie erkrankt ist, werden die D-Dimere im Blut bestimmt.

Bei erhöhten D-Dimeren kommt als Erkrankung mit ähnlichen Symptomen (Differenzialdiagnose) auch eine Gefäßdissektion (ein Einriss in ein Gefäß) in Frage.

D-Dimere: Referenzbereich und Normwerte

Der D-Dimer-Normwert liegt bei Männern sowie bei Frauen unter 0,5 Milligramm pro Liter. Als leicht erhöht gelten Werte bis 3 mg/l. Alle Werte, die darüber liegen, gelten als stark erhöht. Zu niedrige D-Dimer-Werte haben keine klinische Bedeutung.


Das Besondere am D-Dimer-Wert ist, dass die Grenzwerte bei älteren Menschen höher liegen als bei jungen Menschen, da festgestellt wurde, dass bei über 50-Jährigen die Aussagekraft des Wertes sinkt. Als Formel für die Berechnung der individuellen Toleranzgrenze gilt:
Alter in Jahren x 10 Mikrogramm pro Liter.

Bestimmung der D-Dimere: Sensitiv, aber wenig spezifisch

Die D-Dimere können auch bei Tumorerkrankungen, bei einer Leberzirrhose, im Rahmen von Infekten, nach Operationen oder Verletzungen, in der Schwangerschaft oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente erhöht sein. Man spricht in diesem Fall davon, dass der D-Dimer-Wert falsch positiv ist. Ein erhöhter D-Dimer-Wert bedeutet also nicht zwingend, dass eine Thrombose vorliegt.

Ein erhöhter D-Dimer-Wert muss deshalb immer gemeinsam mit den Beschwerden des Patienten gedeutet werden. Das Vorliegen eines thrombotischen Ereignisses muss über andere Verfahren, zum Beispiel Ultraschall oder CT, bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Zur Risikoabschätzung für eine mögliche Thrombose wird der sogenannte Wells-Score herangezogen, der über ein Punktesystem die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Thrombose ermittelt. Die Tabelle mit den einzelnen im Wells-Score aufgeführten Punkten finden Sie hier

Foto: © Steve Collender – 123RF.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 13. Juni 2017 19:10 von SilkeCCM.
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