HIV - Alarmzeichen

Juni 2017

Eine HIV-Infektion kann lange Zeit unbemerkt verlaufen. Lesen Sie hier, auf welche Alarmzeichen Sie achten sollten.


Was ist HIV?

Die Abkürzung HIV steht für das Humane Immundefizienz-Virus, den Erreger der HIV-Erkrankung. Der HI-Virus befällt Abwehrzellen im Körper und führt so zu einer zunehmenden Immunschwäche. Unbehandelt mündet eine HIV-Infektion nach mehreren Jahren Verlauf in die Krankheit AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome). AIDS bezeichnet die Kombination von Symptomen, die durch die vom HI-Virus ausgelöste Immunschwäche verursacht werden.

Ansteckungswege

Das HI-Virus kann durch Blut und durch ungeschützte Sexualkontakte (auch durch ungeschützten Oralverkehr) übertragen werden. Eine Ansteckung im Alltag über Hautkontakt, Tröpfcheninfektionen (Husten, Niesen) oder durch Küssen ist nicht möglich.

Krankheitsverlauf

Eine HIV-Infektion verläuft in drei Krankheitsphasen: die primäre oder akute HIV-Infektion, eine symptomlose Latenzphase und eine symptomatische Phase mit dem Vollbild der Erkrankung (Aids). Die Symptome einer HIV-Infektion bei der Frau und beim Mann unterscheiden sich nicht.

Frühe Anzeichen einer HIV-Infektion

Einige Tage bis Monate nach der Ansteckung mit dem HI-Virus vermehren sich die Viren im Körper. Es kann zu Symptomen kommen, die einem grippalen Infekt ähneln. Manchmal kommt es begleitend zu einer Schwellung der Lymphknoten. Die Symptome klingen nach einiger Zeit wieder ab, da sich die befallenen Immunzellen zunächst "erholen". Da die Symptome unspezifisch sind, bringen die meisten Menschen die Beschwerden nicht mit einer HIV-Ansteckung in Verbindung.

Latenzphase

Nach der Ansteckung und den ersten unspezifischen Symptomen folgt eine Phase, in der die Viruslast im Körper niedrig bleibt, weil das Immunsystem die Viren noch gut in Schach halten kann. In dieser Phase spüren Betroffene in der Regel noch keine Krankheitssymptome. Die Latenzphase kann einige Jahre andauern.

Spätere Anzeichen

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu einer zunehmenden Immunschwäche, die sich in verschiedenen, zum Teil sehr unspezifischen, Symptomen äußern kann.

Unspezifische Symptome

Die HIV-Erkrankung manifestiert sich zunächst in unspezifischen Symptomen. Dazu zählen ständige Müdigkeit, unerklärliche spontane Gewichtsabnahme, geschwollene Lymphknoten, Entzündungen der Haut, Durchfall, trockener Husten und unklare Fieberperioden.

Diese Anzeichen sind unspezifisch und können daher auf verschiedene Erkrankungen hindeuten. Wenn Sie vermehrt unter diesen Symptomen leiden, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Infektionen

HIV greift die Abwehrzellen des Körpers an. Deshalb kommt es vermehrt zu Infektionen, die ein gesundes Immunsystem normalerweise eindämmen kann. Wenn Sie häufig unter Infektionen leiden, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren.

Neurologische Erkrankungen

Durch die Abwehrschwäche kann es zu neurologischen Infektionen kommen, zum Beispiel einer zerebralen Toxoplasmose, einer Infektion mit Cytomegalievirus (Humanes Herpes-Virus 5) oder einer Cryptokokkenmeningitis. Diese können mit Kopfschmerzen, Fieber, Schläfrigkeit, Schwindel, Erbrechen, Fieber, Lichtempfindlichkeit, Lähmungserscheinungen, Einschränkungen der Sehkraft usw. einhergehen. Wenn Sie unter diesen Symptomen leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Hauterkrankungen

Im Rahmen der Erkrankung können Hautveränderungen wie Infektionen oder Knoten auftreten. Typisch ist das Auftreten von Herpesinfektionen (labial oder genital), Gürtelrose und eines Kaposi-Sarkoms. Beim Letzteren handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der sich auf der Haut, den Schleimhäuten und den inneren Organen ausbreitet. Am häufigsten ist eine bräunliche, knotige Hautveränderung, die meist zuerst an den Beinen, im Gesichtsbereich oder an der Mundschleimhaut erscheint.

Abdominale Schmerzen

Infektionen (wie zum Beispiel durch den Cytomegalievirus) können unter anderem Bauchschmerzen, Fieber und Durchfällen verursachen.

Unklares Fieber

Eine HIV-Infektion geht häufig mit Fieberschüben einher.

HIV-Test

Nähere Informationen zum HIV-Test finden Sie in diesem CCM-Artikel.

Behandlungsmöglichkeiten

HIV lässt sich zwar nicht heilen, inzwischen jedoch sehr gut therapieren. Eine HIV-Therapie hilft, das Leben der Betroffenen deutlich zu verlängern und steigert zudem die Lebensqualität der Erkrankten. Betroffene, die rechtzeitig mit einer konsequenten Therapie beginnen, haben heutzutage eine nahezu unverminderte Lebenserwartung.


Foto: © lenetstan - Shutterstock.com

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 24. April 2017 09:36 von SilkeCCM.
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