Die fibrozystische Mastopathie

Februar 2017

Die fibrozystische Mastopathie ist eine gutartige Veränderung der Brust. Die Symptome sind vielfältig und reichen über Brustspannen bis hin zu zystischen und knotigen Veränderungen der Brustdrüse.

Die fibrozystische Mastopathie

Bei der fibrozystischen Mastopathie vermehrt sich das Bindegewebe in den Brüsten und nimmt eine narbenähnliche Form an. Zudem können sich in den Brüsten Zysten bilden. Unter einer Zyste versteht man eine flüssigkeitsgefüllten Hohlraum im Gewebe. Bei einer fibrozystischen Mastopathie können die Zysten so groß werden, dass Sie als Knoten tastbar sind. Fibrozystische Mastopathien treten vor allem bei Frauen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren auf. In der Regel betrifft die Veränderung beide Brüste, eine einseitige fibrozystische Mastopathie ist selten.

Ursachen

Während des Zyklus verändert sich die Brust als Reaktion auf die weiblichen Hormone. Bei Frauen, die von einer fibrozystischen Mastopathie betroffen sind, finden in den Brüsten besonders starke Veränderungen statt, die zu Zysten und einem narbigen Umbau der Brüste führen. Am häufigsten und ausgeprägtesten sind die Symptome kurz vor und während der Menstruation. Nach den Wechseljahren bilden sie sich die Veränderungen häufig zurück, da die auslösenden Hormone nun von den Eierstöcken nicht mehr produziert werden.

Diagnostik

Die Veränderungen bei einer zystischen Mastopathie werden als gutartig eingestuft. Je nach Schweregrad der Erkrankung muss jedoch eine mehr oder weniger engmaschige Befundkontrolle erfolgen. Beim Auftreten knotiger Veränderungen müssen trotzdem immer zunächst auch bösartige Prozesse in der Brust ausgeschlossen werden.

Einteilung der fibrozystischen Mastopathie

Nach feingeweblichen Kriterien wird die fibrozystische Mastopathie in drei Schweregrade unterteilt. Bei Grad I kommt es zu einer leichtgradigen Vermehrung des Bindegewebes und es treten wenige Zysten auf. Bei Grad II kommt es zusätzlich zu einer Vermehrung von normalem Gewebe in den Milchgängen der Brust, so dass das Bild von Narben, Knötchen und verengten Milchgängen geprägt wird. Bei einer fibrozystischen Mastopathie Grad III vermehren sich die Drüsenzellen in den Milchgängen noch stärker und die Zellen können vom normalen Zellbild abweichen. Liegen solche veränderten Zellen vor, ist das Brustkrebsrisiko der betroffenen Patientinnen statistisch um etwa das 4-fache erhöht. Aus diesem Grund werden jene Patientinnen besonders sorgfältig und häufig kontrolliert.

Symptome

Bei einer fibrozystischen Mastopathie können betroffene Frauen unter einer Schwellung, Brustspannen und berührungsempfindlichen Brüsten leiden. Die Beschwerden verstärken sich kurz vor und während der Menstruation. Außerdem kann es zu narbigen Veränderungen und durch die Zysten zu tastbaren Knoten kommen. Kleine Zysten sind in der Regel verschieblich. Sind die zystischen Knoten sehr groß, kann die Verschieblichkeit fehlen. Die Schwellungen und die Anzahl der Knoten kann in den beiden Brüsten unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Diagnose einer fibrozystischen Mastopathie

Bei der Tastuntersuchung der Brust fallen knotige Veränderungen in den Brüsten auf, die schmerzhaft sein können. Wenn solche Knoten in den Brüsten ertaste werden, wird die Patientin zu einer Mammographie überwiesen. Wenn möglich, werden die Mammographie-Aufnahmen mit älteren Aufnahmen der Patientin abgeglichen, um festzustellen, ob sich das Gewebe verändert.
Außerdem werden die Brüste mit dem Ultraschall untersucht. In einigen Fällen muss aus dem suspekten Gewebe eine Biopsie entnommen werden. Durch eine Biopsie kann eine fibrozystische Mastopathie eindeutig diagnostiziert werden.

Differenzialdiagnosen

Bei Knoten, narbigen Veränderungen oder andere Auffälligkeiten an den Brüsten muss immer zunächst eine Brustkrebserkrankung ausgeschlossen werden.

Kann eine fibrozystische Mastopathie bösartig werden?

Die fibrozystische Masopathie ist eine gutartige Veränderung. Einfache fibrozystische Veränderungen erhöhen das Brustkrebsrisiko nicht und werden lediglich regelmäßig kontrolliert.
Nur wenn sich in den Milchgängen atypisch veränderte Zellen finden (wie es bei einer fibrozystischen Mastopathie Grad III möglich ist), ist das Brustkrebsrisiko statistisch erhöht. Das individuelle Brustkrebsrisiko setzt sich allerdings aus verschiedenen Faktoren zusammen, die der Arzt im einzelnen abwägen muss und im mit der Frau bespricht. So spielt dabei etwa das Alter, die Vorerkrankungen, Erkrankungen in der Familie und auch der Mammographiebefund eine Rolle. Ist die Brust in der Mammographie sehr dicht, gilt dies als eigenständiger Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs. Betroffene Frauen sollten sich am besten in einem erfahrenen Brustzentrum beraten lassen.

Behandlung

Die fibrozystische Mastopathie wird lediglich behandelt, wenn Schmerzen auftreten. In der Regel ist eine Schmerztherapie mit einem leichten Schmerzmittel wirksam.

Einige Betroffene empfehlen auch eine Ernährungsumstellung und den Verzicht auf alkoholische Getränke und Tabak. Auch Homöopathie wird von vielen Frauen genutzt. Allerdings gibt es keine Belege für die Wirksamkeit dieser Verfahren in der Behandlung der fibrozystischen Mastopathie.
Außerdem kann ein gut sitzender BH die Symptome lindern.

Einige Frauen werden von Ihrem Frauenarzt bei starken Beschwerden auf die Pille eingestellt. Die hormonelle Veränderung durch die Pilleneinnahme kann die Beschwerden lindern und zu einem Rückgang der Veränderungen führen. In therapieresistenten Fällen, bei denen die Frauen starke Schmerzen haben, kann der Gynäkologe eine OP und die chirurgische Entfernung des Gewebes anraten.

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 15. Februar 2017 21:23 von Dr. Blattmann.
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