Der Ferritinwert

Juli 2017

Ferritin ist ein Eiweiß, das Eisen im Körper speichert. Der Ferritinwert kann im Blut gemessen werden, um den Eisenstoffwechsel zu beurteilen und um einen Eisenmangel nachzuweisen.


Was ist Ferritin?

Ferritin ist ein Eiweiß, das Eisen speichert. Im Menschen findet sich Ferritin hauptsächlich in der Leber, in der Milz und im Knochenmark. Im Körper sind etwa 20 Prozent des gesamten Eisens in Ferritin gespeichert.

Weshalb wird der Ferritinwert bestimmt?

Der Ferritinwert kann im Blut bestimmt werden und gibt Aufschluss über die Eisenvorräte im menschlichen Körper. So kann der Arzt einen Eisenmangel oder eine Eisenüberladung des Körpers feststellen. Wenn Eisen therapeutisch substituiert wird, lässt sich durch den Ferritinwert der Therapieerfolg kontrollieren.

Normwerte

Bei Männern zwischen 18 und 45 Jahren sollte der Ferritnwert zwischen 10 und 220 Mikrogramm pro Liter liegen. Bei über 45-jährigen Männern sollte der Ferritinwert zwischen 15 und 400 Mikrogramm pro Liter liegen.


Bei Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren sollte der Ferritinwert zwischen 6 und 70 Mikrogramm pro Liter liegen. Bei Frauen über 45 Jahren sollte der Ferritinwert zwischen 18 und 120 Mikrogramm pro Liter liegen.

Ursachen für einen verminderten Ferritinwert

Ein zu niedriger Ferritinwert verursacht an sich keine Symptome. Ein niedriges Ferritin kann jedoch auf eine Eisenmangelanämie hindeuten. Generell kann der Ferritinwert aus vielen Gründen zu niedrig sein. Dazu gehören mangelnde Eisenversorgung (zum Beispiel bei Vegetariern), erhöhter Eisenbedarf in der Schwangerschaft, starke Menstruationsblutungen oder sonstige Blutungen, häufiges Blutspenden, Malabsorbtion von Eisen, übermäßige körperliche Anstrengungen und Dialyse.

Ursachen für einen erhöhten Ferritinwert

Ein hoher Ferritinwert ist an sich nicht gefährlich, der Arzt sollte bei dauerhaft erhöhten Ferritinwerten aber die Ursache feststellen. Der Ferritinwert kann aus verschiedenen Gründen zu hoch sein. So erhöht eine vermehrte Eisenzufuhr (zum Beispiel durch die Nahrung oder durch Medikamente) den Ferritinwert. Auch regelmäßiger Alkoholkonsum, Hepatitis, Hämochromatose (Eisenspeichererkrankung), Bluterkrankungen (zum Beispiel Leukämie), Lymphome, Infektionen, Tumore bzw. Krebserkrankungen, Thalassämie (genetisch bedingte Blutarmut) und andere Faktoren können den Ferritinwert erhöhen.

Hinweis

Laborwerte allein erlauben keine Diagnose. Diese kann nur in Zusammenschau der Blutergebnisse mit den spezifischen Beschwerden des Patienten und unter Berücksichtigung aller Faktoren, die die Werte beeinflussen können, erfolgen. Deshalb sollten Laborwerte vom Arzt interpretiert werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, er wird Ihnen die Relevanz der Abweichung einzelner Blutwerte individuell erklären.


Foto: © Rui Santos – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 19. April 2017 02:49 von SilkeCCM.
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