Der weibliche Zyklus

März 2017

Als weiblichen Zyklus bezeichnet man die monatlich wiederkehrende Veränderung der Gebärmutterschleimhaut, das Heranreifen einer Eizelle und die abschließende Menstruationsblutung. Der Zyklusablauf wird vom Körper hormonell gesteuert.


Wie berechnet man die Zykluslänge?

Als erster Tag des weiblichen Zyklus zählt der erste Tag der Menstruationsblutung. Der Zyklus hört auf, wenn die nächste Menstruation einsetzt. Wenn beispielsweise der erste Tag der Menstruation auf den 2. Januar fällt und die nächste Blutung am 30. Januar einsetzt, ist der Zyklus 28 Tage lang. Die Zykluslänge ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich.

Fachbegriffe

Um den weiblichen Zyklus besser zu verstehen, ist es günstig, sich mit einigen Fachbegriffen vertraut zu machen.

Das Endometrium

Der Fachbegriff Endometrium bezeichnet die Gebärmutterscheimhaut. Wird eine Eizelle befruchtet, kann sie sich im Endometrium einnisten. Wenn keine Eizelle befruchtet wird, wird das Endometrium während der Periode abgestoßen. Dies spüren Frauen als Monatsblutung.

Die Eierstöcke

Die Eierstöcke produzieren die Eizellen. Außerdem werden in den Eierstöcken weibliche Hormone ausgeschüttet, die den Zyklus beeinflussen. Dazu zählen die Hormone Östrogen und Progesteron.

Ablauf des weiblichen Zyklus

Der weibliche Zyklus unterteilt sich in verschiedene Phasen:

Reifungsphase der Eibläschen (Follikelphase)

In der ersten Zyklushälfte verdickt sich das Endometrium. Die Follikel oder Eibläschen (die zukünftigen Eizellen) reifen in den Eierstöcken heran. Im Eierstock reifen etwa 40 bis 100 Eibläschen heran, die Östrogene produzieren. Nur eins der Eibläschen entwickelt sich in der Regel zum sprungbereiten Follikel.

Der Eisprung

Der Eisprung findet zwischen dem 10. und 14. Zyklustag statt. Vor dem Eisprung wird durch die Östrogenausschüttung ein starker Anstieg des Hormons LH (luteinisierendes Hormon) in der Hirnanhangsdrüse ausgelöst. Daraufhin erfolgt etwa zwölf Stunden später der Eisprung. Beim Eisprung wird eine reife Eizelle aus dem Eierstock ausgestoßen. Wenn mehrere Eibläschen zu sprungbereiten Follikeln herangereift sind und als reife Eizellen aus dem Eierstock ausgestoßen werden, kann es bei der Befruchtung zu Mehrlingsschwangerschaften kommen. Die Eizelle wandert über den Eileiter in die Gebärmutter, wo sie befruchtet werden kann.

Gelbkörperphase (Lutealphase)

Aus den Resten des Follikels, die im Eierstock verbleiben, entwickelt sich der Gelbkörper (Corpus luteum). Der Gelbkörper bildet das Hormon Progesteron. Unter dem Einfluss von Progesteron und Östrogen verdickt sich die Endometriumschleimhaut, so dass sich die Eizelle im Falle einer Befruchtung dort einnisten kann. Wenn die Eizelle nicht befruchtet wird, bildet sich der Gelbkörper zurück. Der Abfall des Progesterons löst die Periode aus. Die Gebärmutterschleimhaut wird dabei abgestoßen. Die Lutealphase dauert etwa 14 Tage.

Veränderungen im Zervixschleim

Während des weiblichen Zyklus verändert sich der vaginale Ausfluss. Dabei gilt allgemein Folgendes: Während der unfruchtbaren Tage besteht kein vaginaler Ausfluss. Kurz vor der fruchtbaren Tagen tritt schließlich vaginaler Ausfluss auf, der zunächst eine weißliche Farbe hat und zähflüssig ist. Kurz vor dem Eisprung wird der Ausfluss milchig, schließlich dann klar und dünnflüssig.


Einige Frauen ziehen diese Kriterien heran, um ihre fruchtbaren Tage zu bestimmen. Allerdings handelt es sich hierbei um eine sehr unsichere Verhütungsmethode, da vaginaler Ausfluss auch anderen Ursachen haben kann und sich aufgrund von verschiedenen Erkrankungen (wie etwa einer Pilzinfektion) verändern kann.

Weiblicher Zyklus: Fruchtbare Tage berechnen

Lesen Sie in diesem CCM-Artikel, wie Sie den Zeitpunkt Ihres Eisprungs und die fruchtbaren Tage berechnen. Eine Berechnung ist auch bei unregelmäßigem Zyklus möglich.

Zyklusveränderungen durch die Pille

Die Pille enthält die Hormone Östrogen und Gestagen und hat folgende Auswirkungen auf den weiblichen Zyklus und die Fruchtbarkeit: Unterdrückung des Eisprungs, Verdickung des Schleimpfropfs in der Vagina, so dass Spermien nicht eindringen können, Verhinderung des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut, so dass sich keine Eizelle in der Gebärmutter einnisten kann.


Die Pille wird in der Regel 21 Tage lang eingenommen, dann wird sieben Tage pausiert. Nach 21 Tagen setzt aufgrund der fehlenden Hormonzufuhr eine Blutung ein, die jedoch schwächer ist als die übliche Monatsblutung. Somit dauert der Zyklus mit Pille ebenso 28 Tage wie der Zyklus ohne Einnahme der Pille.

Foto: © Ivan Kotliar - 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann.
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