Tachykardie

Februar 2017



Impulsentstehung und Reizleitung im Herzen

  • Die elektrischen Impulse werden vom Sinusknoten, dem natürlichen "Herzschrittmacher" im Herzen erzeugt und vom Reizleitungssystem des Herzes weitergeleitet.
  • Das im Sinusknoten erzegte elektrische Signal breitet sich über die Vorhöfe in Richtung der Herzkammern aus und sorgt dafür, dass diese sich zusammenziehen und das Blut in Richtung der Herzkammern vorschiebt.
  • Eine Störung im Reizleitungssystem oder im Impulszentrum des Herzens führt zu Herzrhythmusstörungen.
  • Je nachdem, welche Zentren im Herz gestört sind, entwickeln sich verschiedene Herzrhythmusstörungen.

Was ist eine Tachykardie?

  • Von einer Tachykardie spricht man, wenn der Ruhepuls anhaltend auf über 100 Schläge pro Minute erhöht ist.
  • Während körperlicher Anstrengung ist ein beschleunigter Herzschlag physiologisch.
  • Eine Tachykardie kann unterschiedlichste Ursachen haben (z.B. Anämie, kardiale Ursachen, Schilddrüsenüberfunktion etc.)

Der normale Herzrhythmus

  • Im EKG sollte ein so genannter Sinus-Rhythmus nachweisbar sein.
  • Bei einem Erwachsenen sollte der Puls in Ruhe zwischen 50 und 80 Schlägen pro Minute liegen.
  • Während körperlicher Anstrengung kann der Puls auf 160 Schläge oder mehr pro Minute ansteigen.
  • Es ist vollkommen normal, dass der Puls bei körperlicher Anstrengung ansteigt.

Die Tachykardie

  • Beim Auftreten einer Tahykardie wird zwischen Kammer und Vorhoftachykardie unterschieden.
  • Vorhoftachykardien sind normalerweise weniger gefährlich als Kammertachykardien.
  • Außerdem wird zwischen akuter und chronischer Tachykardie unterschieden und zwischen Sinustachykardien und Tachykardien im Rahmen von Herzrhythmusstörunegn (z.B. bei Vorhofflimmern) unterschieden.

Symptome einer Tachykardie

  • Bei einer Tachykardie beschreiben Betroffene häufig Palpitationen (Gefühl von Herzstolpern) oder starkes Herzklopfen.
  • Manchmal ist eine Tachykardie von Angstgefühlen begleitet.
  • Je nach Grunderkrankung und Ausprägung der Tachykardie beschreiben betroffene Patienten Luftnot, Schwindel, Brustschmerz, Ohnmachtsanfälle etc.


====Was sind Palpitationen?==
  • Von Palpitation spricht man, wenn der eigene Herzschlags bewusst wahrgenommen wird und als anormal empfunden wird.
  • Der Herzschlag kann dabei als zu schnell, zu unregelmäßig, zu langsam etc. empfunden werden.
  • Palpitationen können unterschiedliche Ursachen haben. Dazu zählen z.B. Stress, Alkohol, Drogen, Nikotin, Erkrankungen der Schilddrüse, Erkrankungen des Herzens, Panikatacken, etc.

Wie wird eine Tachykardie diagnostiziert?

  • Eine Tachykardie sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden.
  • Ein EKG ist in der Diagnostik der Tachykardie unerlässlich.
  • Gegebenfalls sind weitere Zusatzuntersuchungen (Blutuntersuchungen, Sonografie etc.) notwendig, um die Ursache für die Tachykardie herauszufinden.

Faktoren, die eine Tachykardie auslösen können

  • Eine Tachykardie muss nicht durch Herzerkrankungen ausgelöst werden. Auch andere Ursachen können eine Tachykardie verursachen. Dazu zählen z.B.
    • Kaffee;
    • Schwarzer Tee;
    • Rauchen;
    • Alkohol;
    • Drogen;
    • Nervosität und Stress;
    • Schilddrüsenüberfunktion;
    • Anämie;
    • Blutungen;
    • Nierenfunktionsstörungen;
    • Psychische Erkrankungen;
    • Medikamentennebenwirkungen;
    • Etc.
  • Bei Panik- und Angstgefühlen, die mit einer Tachykardie einhergehen, ist es wichtig herauszufinden, ob die Tachykardie durch die Panikattacke ausgelöst wurde, oder ob die Tachykardie Panikgefühle auslöst.

Tachykarde Herzrhythmusstörungen

Die Sinustachykardie

  • Die Sinustachykardie geht mit einer schnellen, aber regelmäßigen Herzaktivität einher.
  • Das Herz schlägt im Sinusrhythmus.
  • Die Herzfrequenz liegt über 100/ Minute.
  • Die Sinustachykardie tritt häufig als Kompensationsmechanismus auf bei Blutverlusten, Blutarmut (Anämie), Fieber etc.

Die AV-Reentry-Tachykardie

  • Die AV-Reentry-Tachykardie tritt anfallsweise auf.
  • Betroffene spüren dies meist als plötzlich einsetzende Tachykardie.
  • Die AV-Reentry-Tachykardie wird durch eine veränderte Erregungsleitung zwischen Vorhöfen und Herzkammern ausgelöst.

Vorhofflimmern

  • Bei einem Vorhofflimmern kontrahieren die Vorhöfe zu schnell und unregelmäßig.
  • Dies führt zu einem unregelmäßigen, tachykarden Herschlag.
  • Eine Vorhofflimmern muss ärztlich behandelt werden.

Das Wolff-Parkinso-White-Syndrom

  • Beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW-Syndrom) kann es zu einer kreisenden Erregung zwischen Herzvorhöfen und den Herzkammern kommen.
  • Dieses Kreisen wird durch eine zusätzliche Leitungsbahn im Herzen ausgelöst, die die elektrischen Impulse im Herzen "fehlleitet".

Die paroxysmale Tachykardie

  • Als paroxysmale Tachykardie wird das plötzliche Auftreten einer stark beschleunigten Herzaktivität (160-220 Schläge/min) bezeichnet.
  • die Tachykardie kann in den Vorhöfen (supraventrikuläre Tachykardie) oder in den Herzkammern (ventrikuläre Tachykardie) entstehen.
  • Der ventrikulären paroxysmale Tachykardie liegt in der Regel eine Herzerkrankung zugrunde. Die supraventrikuläre Form entsteht häufig durch Leitungsstörungen oder zusätzliche Leitungsbahnen im Herzen.

Kammertachykardien

  • Bei einer Kammertachykardie liegt der Ursprung der schnellen Herzschläge in den erregungsleitenden Fasern der Herzkammern.
  • Eine Kammertachykardie ist lebensgefährlich und muss sofort ärztlich behandelt werden.
  • Häufig liegen schwere Herzerkrankunegn (Infarkt, Insuffizienz etc.) zu Grunde. Ursachen einer Kammertachykardie sind.

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Artikel im Original veröffentlicht von . Übersetzt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 28. Januar 2013 17:56 von Dr. Blattmann.
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