Der Harnwegsinfekt: Untersuchungemethoden Urinteststreifen und Uricult

Juli 2017

Harnwegsinfekte werden in der Regel durch Bakterien verursacht. Diese können mit Hilfe eines sogenannten Uricult-Tests nachgewiesen werden.


Was ist ein Harnwegsinfekt?

Bei einem Harnwegsinfekt handelt es sich um eine Entzündung der Blase und/oder der ableitenden Harnwege.

Harnwegsinfekt - Symptome

Harnwegsinfekte verursachen verschiedene Symptome. Es besteht ein verstärkter Harndrang, zum Teil kommen jedoch nur ein paar Tropfen beim Toilettengang. Dies wird in der Fachsprache als Pollakisurie bezeichnet. Es treten zudem Schmerzen oberhalb des Schambeins sowie Schmerzen beim Wasserlassen auf. Blut im Urin ist ein Zeichen für eine komplizierte Harnwegsentzündung. Hier sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Wenn Fieber hinzukommt, sollten Sie sofort zum Arzt gehen, da dies ein Hinweis darauf sein kann, dass die Entzündung auf die Nieren übergegriffen hat.

Harnwegsinfekt - Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel durch eine Urinuntersuchung gestellt. Im Folgenden werden die verschiedenen Untersuchungsmethoden bei einem Harnwegsinfekt vorgestellt.

Urinteststreifen

Um festzustellen, ob es Hinweise auf eine Harnwegsinfektion gibt, untersucht der Arzt den Urin zunächst mit einem Teststreifen. Dazu muss der Patient eine Urinprobe abgeben. Der Arzt stellt dafür sterile Becher zur Verfügung. Mittels des Teststreifens können Parameter wie der pH-Wert, der Glukose-Wert, Eiweiß, rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Nitrit im Harn nachgewiesen werden.


Bei einem Harnwegsinfekt finden sich meist weiße Blutkörperchen (Leukozyten), Nitrit und manchmal auch rote Blutkörperchen im Urin. Nitrit wird von Bakterien gebildet, die einen Harnwegsinfekt auslösen. Die Bakterien selbst können mit einem Teststreifen jedoch nicht nachgewiesen werden.

Uricult-Test: Was ist das?

Durch den Uricult-Test können die Bakterien, die den Harnwegsinfekt ausgelöst haben, nachgewiesen werden.

Durchführung

Einen Uricult-Test abnehmen funktioniert auch mit einer Urinprobe. Am besten geeignet ist der Morgenurin, weil er noch wenig verdünnt ist. Achten Sie darauf, das Gefäß nicht an der Innenfläche zu berühren, da es dadurch kontaminiert werden kann.

Tauchen Sie den mitgelieferten Nährboden in den Urin ein und verschließen Sie den Becher fest. Der Uricult wird im Labor in einem Wärmeschrank bebrütet. Nach 24 Stunden kann man den Test ablesen.

Auswertung

Die Bakterien, die auf der Platte gewachsen sind, werden im Labor quantifiziert und bestimmt. Außerdem wird im Labor untersucht, auf welche Antibiotika die Bakterien sensibel reagieren.

Werte

Wenn im Mittelstrahlurin eine Keimzahl von mehr als 10 hoch 5 pro Milliliter nachgewiesen werden kann, gilt der Befund als positiv und es ist von einer Infektion auszugehen.


Foto: © Sylvie Bouchard - Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 7. März 2017 10:34 von SilkeCCM.
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