Der Prolaktinwert

Juli 2017

Prolaktin ist ein wichtiges Hormon, das vor allem die Milchbildung in der Stillzeit sowie das Brustwachstum in der Schwangerschaft beeinflusst. Ein gestörter Prolaktinspiegel kann die Menstruation verhindern und ist ein möglicher Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch.


Was ist Prolaktin?

Prolaktin ist ein Hormon, das in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert wird. Die Hypophyse ist eine endokrine Drüse, die sich in einer knöchernen Vertiefung der Schädelbasis auf Höhe der Nase in der Mitte des Schädels befindet.


Bei Frauen ist das Hormon vor allem für die Milchbildung nach der Schwangerschaft wichtig. Außerdem hemmt ein hoher Prolaktinspiegel nach der Schwangerschaft den Zyklus, so dass unmittelbar keine erneute Schwangerschaft eintritt. Das Stillen allein verhindert jedoch nicht zuverlässig eine erneute Schwangerschaft.

Daneben stimuliert Prolaktin das weibliche Immunsystem. Ein normaler Prolaktinspiegel ist für die weibliche Lust von Bedeutung. So haben Frauen mit hohen Prolaktinwerten eine geringere Libido.

Prolaktin wird auch beim Mann in der Hirnanhangsdrüse produziert. Die physiologische Bedeutung von Prolaktin bei Männern ist jedoch bislang nicht vollkommen geklärt. Bekannt ist, dass der Prolaktinwert beim Mann vor und nach dem Orgasmus ansteigt. Das Hormon erlangt dann eine Relevanz, wenn die Prolaktinwerte dauerhaft erhöht sind.

Eine Tabelle mit Normwerten finden Sie hier .

Ursachen eines zu niedrigen Prolaktinspiegels

Der Prolaktinspiegel kann bei einer Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse und bei Einnahme bestimmter Medikamente (wie zum Beispiel Dopaminagonisten) vermindert sein.


Zu niedrige Werte verursachen keine Symptome und keinen Handlungsbedarf.

Ursachen eines erhöhten Prolaktinspiegels

Physiologische Ursachen

Es ist normal, dass der Prolaktinwert bei Frauen während der Schwangerschaft und in der Stillzeit ansteigt.

Pathologische Ursachen

Die häufigsten Ursachen für eine pathologische Erhöhung des Prolaktinspiegels sind gutartige Tumore der Hirnanhangdrüse und die Einnahme von Medikamenten, die den Prolaktinspiegel beeinflussen. Außerdem kann der Prolaktinwert bei einer Schilddrüsenunterfunktion erhöht sein. Auch Stress kann den Prolaktinwert erhöhen. Eine Nierenfunktionsstörung, Esstörungen, Autoimmunerkrankungen und Drogenkonsum können ebenfalls Einfluss auf den Prolaktinspiegel haben. Manchmal kann die Ursache eines erhöhten Prolaktinwertes nicht eindeutig festgestellt werden.

Wenn der Prolaktinspiegel erhöht ist, sollte der Arzt Untersuchungen vornehmen, um die Ursache herauszufinden. Vorrangig sollte ein Tumor der Hirnanhangdrüse ausgeschlossen werden.

Welche Medikamente können den Prolaktinspiegel erhöhen?

Verschiedene Medikamente wie zum Beispiel Neuroleptika, Antidepressiva, Antihistaminika, Antiemetika oder Verhütungsmittel können einen erhöhten Prolaktinspiegel verursachen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Symptome bei hohem Prolaktinwert

Bei Frauen, die weder schwanger sind noch stillen, sowie bei Männern kann ein anhaltend hoher Prolaktinspiegel zu einer milchigen Absonderung aus der Brust führen. Dies bezeichnet man in der Fachsprache als Galaktorrhoe. Hohe Prolaktinwerte können den Zyklus und die Menstruation stören und Unfruchtbarkeit verursachen. Typisch ist zudem eine Abnahme der Libido, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Bei Männern können hohe Prolaktinspiegel auch Potenzstörungen verursachen.

Wie kann man den Prolaktinspiegel senken?

Ein hoher Prolaktinspiegel kann medikamentös durch sogenannte Prolaktinhemmer gesenkt werden. Wenn Medikamente der Auslöser für zu hohe Prolaktinwerte sind, sollte eine Umstellung der Medikation in Erwägung gezogen werden.


Foto: © Sebastian Kaulitzki – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 3. Juni 2017 04:58 von SilkeCCM.
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