Die Galaktorrhoe: Krankhafter Milchausfluss aus der Brust

Juli 2017

Milchausfluss aus der Brust kann bei Frauen auch vorkommen, wenn keine Schwangerschaft vorliegt. Im Folgenden informieren wir Sie über die möglichen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten eines Milchausflusses.


Kann Milch aus der Brust kommen, obwohl man nicht schwanger ist?

Wenn bei Frauen Muttermilch aus der Brust austritt, ohne dass eine Schwangerschaft (oder Stillzeit) vorliegt, sprechen Mediziner von einer Galaktorrhoe.

Was ist eine Galaktorrhoe?

Die Milchsekretion aus der Brust wird durch das Hormon Prolaktin gesteuert, das von der Hirnanhangdrüse produziert wird. Etwa 20 Prozent aller Frauen erleben trotz normaler Prolaktinwerte und normalem Zyklus einmal eine Galaktorrhoe. Auf der anderen Seite bedeutet ein hoher Prolaktinwert nicht zwingend, dass es zu einer Galaktorrhoe kommen muss.


Wenn die Brust ein Sekret absondert, bedeutet dies auch nicht immer, das eine Galaktorrhoe vorliegt. Aus der Brustwarze kann eitriges Sekret (zum Beispiel bei Infektionen), blutiges Sekret, grünliches Sekret oder helles, klares Sekret austreten. Generell gilt: Wenn Sie bemerken, dass die Brustwarze Flüssigkeit absondert, sollten Sie immer Ihren Gynäkologen konsultieren!

Sehr selten sind auch Männer von einer Galaktorrhoe betroffen. Wenn Männer eine Absonderung aus der Brustwarze bemerken, sollten sie ihren Hausarzt konsultieren, der an einen geeigneten Facharzt überweisen wird.

Symptome der Galaktorrhoe

Bei einer Galaktorrhoe tritt eine milchige, klare Flüssigkeit aus einer oder aus beiden Brustwarzen aus. Der Milchfluss kann spontan oder nach Stimulation der Brustwarzen durch Drücken auftreten. Es können Symptome wie das Ausbleiben der Regel, ein unregelmäßiger Zyklus, Fruchtbarkeitsstörungen, vaginaler Ausfluss, Kopfschmerzen, Abnahme der Libido oder Akne hinzukommen.

Woher kommt der Milchausfluss?

In 50 Prozent der Fälle kann keine Ursache für die Galaktorrhoe festgestellt werden. Es ist trotzdem wichtig, einen Arzt aufzusuchen, wenn es zu einem Brustmilchausfluss kommt, da eine Galaktorrhoe durch Adenome (gutartige Tumore) der Hirnanhangdrüse ausgelöst werden kann. Auch Erkrankungen der Brustdrüse (Tumore, Entzündungen usw.) können zu einer Galaktorrhoe führen. Außerdem können einige Medikamente (zum Beispiel Metoclopramid) und Nahrungsergänzungsmittel eine Galaktorrhoe verursachen.


Auch Drogen wie Marihuana und Opiate kommen als Auslöser in Frage. Außerdem kann eine Galaktorrhoe im Rahmen verschiedener Erkrankungen auftreten, zum Beispiel bei einer Schilddrüsenunterfunktion.

Wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen wurde, keine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt und keine Medikamente eingenommen wurden, ist das Hypophysenadenom die häufigste Ursache für eine Galaktorrhoe.

Galaktorrhoe-Diagnose

Die Galaktorrhoe ist zunächst eine klinische Diagnose: Zunächst fällt der Ausfluss von Milch aus der Brust auf. Andere Erkrankungen der Brust gehen meist mit einem anderen charakteristischen Ausfluss aus der Brustwarze einher (blutig, eitrig usw.). Um die Ursache für die Galaktorrhoe herauszufinden, wird der Arzt nach Ihrer Krankengeschichte fragen (Anamnese) und Sie körperlich untersuchen. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung wird der Arzt unter anderem die Brust abtasten, um Veränderungen oder Knoten zu erkennen. In einigen Fällen wird zudem eine Ultraschalluntersuchung der Brust durchgeführt.


Außerdem wird Blut abgenommen, um eine Schwangerschaft auszuschließen, um verschiedene Hormone zu bestimmen und den Prolaktinwert zu messen. In einigen Fällen wird der Arzt eine MRT-Untersuchung vom Kopf anordnen, um die Hirnanhangdrüse darzustellen. Je nachdem, welche Verdachtsdiagnose als Ursache in Frage kommt, schließen sich weitere spezifische Untersuchungen an.

Wie behandelt man die Galaktorrhoe?

In vielen Fällen tritt eine Galaktorrhoe ohne erkennbare bzw. ohne krankhafte Ursache auf. In diesen Fällen verschwindet der Brustmilchausfluss von alleine und es ist keine Behandlung notwendig.


Wenn eine pathologische Ursache für die Galaktorrhoe gefunden wurde, muss diese Ursache behandelt werden. Wenn die Galaktorrhoe durch einen Tumor an der Hirnanhangsdrüse ausgelöst wurde, gilt zunächst: Die meisten dieser Tumoren sind gutartig. Die Tumoren können je nach Ausdehnung medikamentös behandelt oder chirurgisch entfernt werden.

Wenn die Galaktorrhoe durch die Einnahme von Medikamenten ausgelöst wurde, gilt es, eine Alternative für dieses Medikament zu finden, das ein anderes Nebenwirkungsprofil hat.

Foto: © Maxi_m – Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 7. März 2017 04:43 von SilkeCCM.
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