Das Blutbild - Hämatogramm

Mai 2017

Das Blutbild gehört zu den am häufigsten angeforderten Blutanalysen. Es gibt einen Überblick über die im Blut enthaltenen zellulären Bestandteile.


Das Blutbild

Der Fachbegriff Hämatogramm bezeichnet eine spezielle Blutuntersuchung, das sogenannte Blutbild. Dafür benötigt man wenige Milliliter Blut, das aus der Vene abgenommen und zur Untersuchung ins Labor geschickt wird.


Im Blut gibt es verschiedene Zellen: rote Blutkörperchen (Erythrozyten), Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen (Retikulozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Im Blutbild wird die Zahl dieser Zellen gemessen. Im Blutbild werden diese sowie Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) und Hämatokrit (Blutzellen im Gesamtblut) bestimmt. Zudem werden das durchschnittliche Erythrozytenvolumen (MCV-Blutwert), die durchschnittliche Hämoglobin-Menge der Erythrozyten (MCH) und der Anteil des Hämoglobins am Gesamtvolumen der roten Blutkörperchen (MCHC-Wert) bestimmt.

Viele Erkrankungen beeinflussen das Blutbild, sodass diese Blutuntersuchung ein wichtiger Bestandteil im klinischen Alltag ist, um auf die Anzahl und die Beschaffenheit der Blutzellen Rückschlüsse ziehen zu können. Man unterscheidet zwischen einem sogenannten "kleinen Blutbild" und einem "großen Blutbild".

Das kleine Blutbild

Bei einem kleinen Blutbild werden die Konzentration an roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten), die Konzentration des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), der Hämatokritwert, der MCV- der MCH- und der MCHC-Wert bestimmt.

Das große Blutbild

Bei einem großen Blutbild werden noch weitere Blutwerte bestimmt und es wird ein sogenanntes Differentialblutbild durchgeführt. Das Differentialblutbild schlüsselt dabei die verschiedenen Typen von weißen Blutkörperchen auf (Leukozyten-Subpopulation).

Was sind Erythrozyten?

Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen im Blut. Sie transportieren mithilfe des Hämoglobins Sauerstoff im Blut.

Was ist das Hämoglobin?

Hämoglobin (Hb) ist ein eisenhaltiges Protein, das in den Erythrozyten enthalten ist. Das Hämoglobin verleiht dem Blut seine rote Farbe und wird deshalb auch als "roter Blutfarbstoff" bezeichnet. Die Aufgabe des Hämoglobins ist es, Sauerstoff in den Lungenbläschen zu binden und im Blut zu den Organen zu transportieren. Etwa 65 Prozent der Eisenreserven im Körper sind an Hämoglobin gebunden. Die Menge der roten Blutkörperchen und des Hämoglobins im Blut gibt Aufschluss über verschiedene Erkrankungen wie zum Beispiel eine Anämie.

Normwerte

Denken Sie daran, dass Laborbefunde nur vom Arzt interpretiert werden sollten. Der Arzt bezieht sowohl das Befinden des Patienten als auch weitere Untersuchungen in seine Diagnose ein. Laborbefunde können von Labor zu Labor variieren und je nach Alter und Geschlecht abweichen.

Erythrozyten und Hämoglobin - Normwerte

Im Blut sollten 3,5 bis 6 Millionen Erthrozyten pro Mikroliter (µl) enthalten sein.

Männer

Normalerweise sollte bei Männern der Hämoglobinwert zwischen 13 und 18 Gramm pro 100 Milliliter (g/100 ml) liegen. Das Blut sollte 4,5 bis 5,5 Millionen Erythrozyten/µl enthalten.

Frauen

Der Hämoglobinwert sollte bei Frauen zwischen 11,5 und 15 g/100 ml liegen. Das Blut sollte 4,0 bis 5,0 Millionen Erythrozyten/µl enthalten. Bei schwangeren Frauen gelten abweichende Normwerte.


Foto: © JPC-PROD - Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 29. Dezember 2016 10:39 von SilkeCCM.
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