Die Costochondritis

Mai 2017

Schmerzen im Brustkorb sind einer der häufigsten Gründe, weshalb Patienten einen Arzt aufsuchen. Dabei können Brustschmerzen unter anderem von einer Costochondritis ausgelöst werden.


Die Costochondritis - Definition

Bei der Costochondritis handelt es sich um eine Entzündung des Knorpels an den Übergängen zwischen Brustbein und Rippen (Sterno-Costalgelenk). Die Gelenke schwellen im Rahmen der Entzündung an und schmerzen. Die Costochondritis kann an einer oder an mehreren Rippen auftreten, am häufigsten tritt die Entzündung jedoch an den linksseitigen, höher gelegenen Rippen (meist zweite bis vierte Rippe) auf.


Die Erkrankung kann zu heftigen und lang andauernden Schmerzen führen. Vor allem junge Menschen (zwischen 20 und 40 Jahren) sind betroffen. Eine geschlechtsspezifische Häufung kann nicht beobachtet werden.

Costochondritis - Ursachen

Eine Costochondritis kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Dazu zählen Traumata am Thorax, Infektionen, fortgeleitete Entzündungen aus dem Respirationstrakt, Systemerkrankungen (zum Beispiel durch rheumatische Erkrankungen) und Stress.

Die Costochondritis kann auch im Rahmen des Tietze-Syndroms auftreten. Bei diesem Syndrom kommt es zu feinen Brüchen an den knorpeligen Gelenken zwischen Brustbein und Rippen.

Außerdem kann eine Costochondritis durch Systemerkrankungen wie zum Beispiel dem Morbus Reiter ausgelöst werden. Beim Morbus Reiter handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Gelenke, die infolge eines bakteriellen Infekts auftritt.

Welche Symptome verursacht eine Costochindritis?

In den meisten Fällen klagen Betroffene über einen Thoraxschmerz, der nahe dem Brustbein lokalisiert ist. Manchmal kommt eine Schwellung im Bereich des Knorpels zwsichen den Rippen und dem Brustbein hinzu. Der Schmerz kann bis in die Arme oder in den Hals ausstrahlen und nimmt bei manuellem Druck auf die Rippen und bei Thoraxbewegungen wie Husten zu.

Erkrankungen an Herz und Lunge ausschließen

Wenn Sie unter Brustschmerzen leiden, müssen immer zunächst akute Erkrankungen am Herzen oder an der Lunge ausgeschlossen werden, da diese Beschwerden unter anderem auch auf einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie hindeuten können. Konsultieren Sie beim Auftreten von Schmerzen im Brustkorb also immer schnellstmöglich einen Arzt!

Wie wird eine Costochondritis diagnostiziert?

Die Costochondritis ist vor allem eine klinische Diagnose. Im Rahmen der Untersuchung müssen zunächst Herz- und Lungenerkrankungen ausgeschlossen werden. Da die Symptome auch auf einen Herzinfarkt hindeuten können, muss zunächst eine Erkrankung an den Herzkranzgefäßen sorgfältig ausgeschlossen werden. Auch andere krankhafte Prozesse an den Knochen können mittels einer Röntgenuntersuchung, einer CT- oder MRT-Aufnahme oder einer Szintigrafie ausgeschlossen werden. Außerdem sollte eine Blutuntersuchung erfolgen, um Auffälligkeiten wie etwa erhöhte Entzündungswerte festzustellen.

Costochondritis - Behandlung

Die Costochondritis kann auf verschiedene Weise therapiert werden. Vielen Betroffenen hilft Physiotherapie. Auch das Auftragen von schmerzstillenden Salben und regelmäßiges Kühlen wirken lindernd. Haben diese Maßnahmen keinen Erfolg, können Injektionen mit einem örtlichen Betäubungsmittel Abhilfe schaffen. Als nächsthöhere Therapiestufe kommt die sogenannte Stellatumblockade in Frage. Dabei wird gezielt ein Schmerzmittel in eine Ansammlung von Nervenzellkörpern auf Höhe des sechsten Halswirbels injiziert, um die schmerzleitenden Impulse zu unterbrechen.

Verlauf

Die Erkrankung heilt normalerweise innerhalb einiger Wochen spontan ab. In einigen Fällen verläuft die Erkrankung jedoch rezidivierend, also wiederkehrend. In seltenen Fällen kommt es zu einem chronischen Verlauf.


Foto: © Pop Paul-Catalin – Shutterstock.com

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Erstellt von Dr. Blattmann. Letztes Update am 24. April 2017 09:05 von SilkeCCM.
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