Die Pille danach

März 2017

Viele Frauen fragen sich, wie die Pille danach richtig angewendet wird und in welchem Zeitfenster sie genutzt werden kann. Lesen Sie hier Wissenswertes über das Thema Notfallverhütung.


Die Pille danach

Die Pille danach ist eine Verhütungsmethode, die in Notfällen verwendet werden kann, wenn andere Verhütungsmethoden versagt haben (zum Beispiel wenn das Kondom gerissen ist). Die Pille danach enthält Hormone, die sowohl den Eisprung hemmen (ovulationshemmende Wirkung), als auch die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter (Nidation) verhindern.

Die Pille danach ist seit dem Jahr 2015 rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Falls die Verhütungspanne außerhalb der normalen Öffnungszeiten der Apotheke passiert, können Sie das Präparat über eine Notdienstapotheke erhalten.

Wie oft darf die Pille danach eingenommen werden?

Die Pille danach sollte nur in Ausnahmesituationen angewendet werden und ersetzt keinesfalls die normale Verhütung. Da das Präparat den Eisprung verschiebt und den hormonellen Kreislauf im Körper "durcheinanderbringt", sollte die Pille danach so selten wie möglich genutzt werden.

Verschiedene Präparate

In Deutschland gibt es verschiedene Präparate zur Notfallverhütung, die unter dem Begriff Pille danach erhältlich sind. Zum einen gibt es Levonorgestrel (in der Regel vertrieben unter dem Handelsnamen Pidana), ein Medikament, das schon seit über zehn Jahren erhältlich ist. Ulipristalacetat (Handelsname Ellaone) ist seit etwa fünf Jahren auf dem Markt. Welches Präparat gewählt wird, sollte immer mit dem Apotheker oder mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.


Beide Medikamente haben Vor- und Nachteile: Pidana dürfen Frauen nur bis zu 72 Stunden (also drei Tage) nach der Verhütungspanne einnehmen. Ellaone hingegen kann bis zu 120 Stunden (fünf Tage) nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden. Zu bedenken ist allerdings, dass Ellaone ein relativ neues Medikament ist, mit dem nicht so viele Langzeiterfahrungen - auch über mögliche Nebenwirkungen und Sicherheit - vorliegen. Auch im Preis unterscheiden sich die beiden Medikamente: Ellaone ist mit etwa 35 Euro etwa doppelt so teuer wie Pidana, das um die 18 Euro kostet.

Die Nebenwirkungen beider Medikamente sind nach allem, was bisher bekannt ist, ähnlich. Beide Präparate gelten grundsätzlich als relativ gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Spannungsgefühl der Brüste, Bauchschmerzen sowie eine verspätete, stärkere oder schwächere Regelblutung.

Wie sicher ist die Pille danach?

Die Pille danach kann eine Schwangerschaft nicht zu 100 Prozent verhindern. Generell gilt: Je früher das Präparat eingenommen wird, desto sicherer wirkt es. Das Präparat muss deshalb so bald nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr wie möglich eingenommen werden.

Die Schutzwirkung richtet sich vor allem danach, in welchem Zeitraum Sie nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr die Pille danach eingenommen haben. Wenn die Pille danach innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem unverhüteteten Geschlechtsverkehr eingenommen wurde, senken beide Wirkstoffe das Schwangerschaftsrisiko auf weniger als ein Prozent.

Es gibt Untersuchungen, die davor warnen, dass die Wirkung der Pille danach bei stark übergewichtigen Frauen nachlässt. Übergewichtige Frauen sollten dies bei der Wahl des Präparats mit ihrem Arzt oder Apotheker absprechen.

Risiken

Frauen, die rauchen, unter Diabetes, einer Hypercholesterinämie, kardiovaskulären Erkrankungen, einem erhöhten Risiko für Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaften, unter Thrombosen oder Blutgerinnungsstörungen, Leberfunktionsstörungen, sonstigen chronischen Erkrankungen oder Übergewicht leiden, sollten die Pille danach nur nach strenger Indikationsstellung einnehmen.

Erbrechen nach der Einnahme

Wenn in den ersten drei Stunden nach Einnahme des Präparats starkes Erbrechen auftritt, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker halten. Normalerweise müssen Sie das Medikament dann noch einmal einnehmen.

Die Pille danach und die Menstruation

Wenn Sie die Pille danach eingenommen haben, kann die folgende Menstruation früher oder später als gewohnt auftreten und stärker oder schwächer als üblich ausfallen. Abweichungen von bis zu einer Woche sind nicht ungewöhnlich. Außerdem kann es zu Zwischenblutungen kommen.
Wenn die Periode ausbleibt, sollten Sie einen Schwangerschaftstest machen. Konsultieren Sie im Zweifel Ihren Frauenarzt.

Stillzeit

Wenn Sie stillen, sollten Sie die Pille danach nicht einnehmen. Der Wirkstoff kann in die Muttermilch übergehen.

Foto: © maridav – 123RF.com

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Erstellt von Dr. Blattmann.
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