Die Ernährung des Babys - Beikosteinführung

November 2017
Die Einführung von Beikost für Babys wird frühestens nach dem vollendeten vierten Lebensmonat empfohlen. Viele Babys zeigen aber bereits mit fünf oder sechs Monaten Interesse an der Nahrung der "Großen".


Brei- und Beikost einführen

Babys bekommen in den ersten Lebensmonaten alle wichtigen Nährstoffe über die Muttermilch oder die Flaschennahrung zugeführt. Mit steigendem Alter reichen die Nährstoffe aus der Milch jedoch nicht mehr aus und die Kleinen entwickeln mehr und mehr Neugier auf die Konsistenz und den Geschmack von richtigem Essen. Der Beikoststart ist frühestens ab dem abgeschlossenen vierten Lebensmonat möglich, denn das Baby muss in der Lage sein, den Kau-Schluck-Reflex zu koordinieren.

Wann Ihr Baby bereit für richtiges Essen ist, lässt sich nicht anhand eines festen Plans oder einer vorgefertigten Tabelle bestimmen. In der Regel signalisieren Babys sehr gut selbst, wann der Zeitpunkt zum Beikostbeginn gekommen ist. Sie werden merken, dass Ihr Kind immer wieder nach Ihrem Löffel greift oder versucht, sich Nahrungsmittel in den Mund zu stecken. Ab diesem Zeitpunkt sollten Sie beginnen, dem Baby schrittweise Breikost zuzufüttern. Ziel ist zunächst, eine Milchmahlzeit durch eine Breimahlzeit zu ersetzen. So fällt mit der Zeit Milchmahlzeit um Milchmahlzeit weg. Später folgt der Schritt, die Menge der einzelnen Mahlzeiten langsam zu erhöhen, um die Anzahl der Mahlzeiten zu verringern.

Essensplan für den Beikoststart

Jedes Baby ist individuell. Manche Babys futtern vom ersten Tag an wie die Weltmeister, andere wollen nicht recht mit der Nahrung beginnen, wieder andere lehnen stückige Breie ab. Lassen Sie sich deshalb Zeit mit der Beikosteinführung. Wenn Ihr Baby etwas nicht auf Anhieb mag, sollten Sie geduldig sein. Denken Sie daran: Für das Baby ist alles neu und jede Nahrung hat einen neuen Geschmack und eine neue Konsistenz.

Start mit Gemüsebrei

Sie beginnen zunächst, dem Baby einen Gemüsebrei aus einer Zutat anzubieten. Meist entscheiden sich Eltern für Karotte oder Pastinake, da beide Gemüse leicht süßlich schmecken und Babys diese Breis mögen. Sie können den Brei fertig im Gläschen kaufen oder selbst herstellen, indem Sie das Gemüse waschen, weich garen und sehr fein pürieren.



Sie fügen keine Gewürze und kein Salz, aber einen Teelöffel Öl hinzu. Hier verwenden Sie native Öle, da raffinierte Öle hocherhitzt wurden und dadurch viele gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe verlieren. Geeignet sind zum Beispiel natives Rapsöl, Olivenöl oder Leinöl. Viele Drogeriemärkte bieten auch Beikostöl zum Kauf an. Dass Sie dem Brei Öl hinzufügen, ist wichtig, da pflanzliche Öle das Baby mit lebensnotwendigen essenziellen ungesättigten Fettsäuren sowie mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren versorgen. Dadurch ermöglichen sie unter anderem die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen aus dem Gemüsebrei.

Wenn Ihr Baby diesen Brei gut isst, können Sie nun Woche für Woche eine neue Gemüsezutat hinzufügen. Hier eignen sich zum Beispiel Kartoffeln, Zucchini, Kürbis oder Süßkartoffeln. Mit der Zeit können Sie auch beginnen, die Kartoffeln durch Nudeln, Reis und Getreidesorten zu ersetzen.

Fleisch und Fisch

Je nachdem in welchem Monat Sie gestartet haben, ist es zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat Zeit, den Brei um fein püriertes, ungewürztes Fleisch zu ergänzen, um den wachsenden Eisenbedarf ihres Kindes zu decken. Verwenden Sie dazu etwa 30 Gramm mageres, gut gegartes Fleisch (keine Wurst!). Gut gegarter pürierter Fisch, auch fettreicher Fisch wie Lachs, sollten alternativ zum Fleisch ein- bis zweimal die Woche gegeben werden. Gut durchgegarte Eier stehen für Babys wegen des hohen Eiweißgehalts erst etwa ab dem zehnten Monat auf dem Speiseplan und dann auch eher selten. Als Faustregel ist hier zu beachten: etwa ein Ei pro Woche bis zum ersten Lebensjahr.

Milchbrei

Etwa einen Monat nach Einführung des ersten Breis können sie beginnen, abends oder nachmittags eine weitere Milchmahlzeit durch einen Vollmilch-Getreide-Brei zu ersetzen, dem sie vitaminreiches Obstpüree oder Obstsaft hinzufügen. Wenn Sie Milchbrei kaufen, sollten Sie darauf achten, dass der Brei zuckerfrei ist, wenige Zutaten und möglichst wenige künstliche Zusätze wie Aromen enthält. Wenn Sie Milchbrei selbst zubereiten, sollten Sie pasteurisierte und ultrahocherhitzte Vollmilch, länger frische ESL-Milch, H-Vollmilch oder eine Säuglingsmilch verwenden. Roh- oder Vorzugsmilch bergen für Ihr Baby Gesundheitsrisiken durch eine mögliche Keimbelastung und gehören nicht auf den Speiseplan.


Sie bereiten den Milchbrei mit einer Getreideart, zum Beispiel zarte Haferflocken, zu und fügen eine pürierte Obstsorte hinzu. Dafür eignen sich zum Beispiel Äpfel, Bananen oder Pfirsiche. Auch hier gehört ein kleiner Teelöffel Beikostöl in den Brei. Sie können diese Breis ebenso Woche für Woche um eine Zutat (Getreide und Obst) erweitern. Ab dem zehnten Lebensmonat können Sie Joghurt einführen. Quark ist für Babys eher ungeeignet, da er mehr Eiweiß enthält, das die kindlichen Nieren belasten kann.

Milchfreier Getreide-Obst-Brei

Der milchfreie Getreide-Obst-Brei kommt etwa einen Monat nach der Einführung des zweiten Breis hinzu. Dafür werden Vollkorngetreideflocken oder Grieß für Babys mit etwas Wasser zum Quellen aufgekocht und schließlich etwas Obstpüree und Beikostöl hinzugefügt. Zusätze und Zucker sind nicht notwendig und sollten auch bei Fertigprodukten gemieden werden.

Zunächst muss der Brei sehr fein püriert sein, da Babys keine Stücke kauen können. Mit der Zeit wird die Konsistenz etwas stückiger und mit den ersten Zähnchen können etwa auch ab dem achten Monat weiche kleine Stückchen im Brei enthalten sein.

Milch als Basis der Ernährung

Das Baby sollte zur Beikost zusätzlich gestillt werden oder weiter Flaschennahrung erhalten, bis schließlich alle Mahlzeiten durch Beikost ersetzt sind. Wasser sollten Sie ab der Einführung des zweiten bis dritten Breis anbieten. Alternativ können Sie für Babys geeignete ungesüßte Tees wie Fencheltee verwenden. Ihr Baby wird übrigens auch nachts noch einige Zeit eine Milchmahlzeit benötigen. Wenn Sie ihm diese abgewöhnen möchten, können Sie vor dem Zubettgehen einen gut sättigenden Milch-Getreide-Brei füttern.

Was gehört im ersten Lebensjahr nicht auf den Speiseplan?

Süßigkeiten, Honig, Schokolade, Süßungsmittel und Zucker gehören nicht auf den Speiseplan von Babys. Dies gilt auch für gesüßte Getränke und Softdrinks. Ebenso wenig gehören nicht durchgegarte tierische Lebensmittel zur Babyernährung. Fettige Soßen und Panaden sind häufig Teil von Fertiggerichten, aber für Babys noch vollkommen ungeeignet. Mit dem Würzen und Salzen sollten Sie sich ebenso vollkommen zurückhalten, da gewürzte und gesalzte Lebensmittel auch erst mit der Familienkost ab dem vollendeten ersten Lebensjahr eingeführt werden.


Foto: © Oksana Kuzmina – 123RF.com
Letztes Update am 16. November 2017 02:41 von SilkeCCM.
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