Die Entwicklung des Babys: Geburt bis erstes Lebensjahr

Oktober 2017
Jedes Baby entwickelt sich nach seinem eigenen Rhythmus und seiner familiären Umgebung. Trotzdem gibt es in der Entwicklung sogenannte "Meilensteine", die jedes Kind durchläuft.


Ab dem ersten Monat

Die Nackenmuskulatur Ihres Babys ist noch schwach und wird ab sofort ständig trainiert. Babys versuchen jetzt schon, den Kopf für kurze Momente selbst zu halten. Ihr Kleines beginnt jetzt auch, den Kopf einige Momente vom Boden zu heben oder seinen Kopf zu drehen, wenn es auf dem Bauch liegt. Das ist allerdings noch sehr anstrengend und erfordert viel Kraft und Übung. Babys beginnen nun auch, ihren Körper zu entdecken. Bei der Geburt ist dem Kind noch nicht klar, dass Beine, Arme, Füße und Hände zu ihm gehören. Deshalb erforschen Babys ihren Körper, indem sie sich selbst anfassen und befühlen.

In der ersten Zeit ist für Babys alles neu und ungewohnt, so dass sich ihr Kind schnell ängstigen kann. Hier vermittelt Körperkontakt Sicherheit und Geborgenheit. Sie können Ihr Baby zum Beispiel im Tragetuch bei sich tragen. Wenn Sie Dinge erledigen müssen und sich kurz vom Baby entfernen, können Sie mit ihm sprechen und ihm so Nähe vermitteln. Die meisten Babys beruhigt es außerdem, an etwas zu saugen. Wenn kein Schnuller zur Hand ist, tut es für gewöhnlich auch der Daumen oder ein anderer Finger.

Etwa am Ende des ersten Monats beginnen Babys, anders auf bekannte Personen zu reagieren als auf Fremde. So lassen sie sich zum Beispiel von den Eltern besser beruhigen.

Ab dem zweiten Monat

Im zweiten Lebensmonat kommt bei den meisten Babys der Zeitpunkt des ersten Lächelns. Genießen Sie das neue Gefühl, dass Ihr Baby sie nun anstrahlt, wenn es bei Ihnen ist und sie erkennt. Außerdem beginnt Ihr Kleines nun, sich mehr und mehr für seine Umwelt zu interessieren. Geben Sie Ihrem Kind deshalb viele, möglichst bunte Dinge in unterschiedlichen Formen und Strukturen zum Kennenlernen. Ihr Kind mag nun auch komplexer strukturierte oder stärker gemusterte Gegenstände. Es entdeckt die Welt mit ausgewogeneren Bewegungen und beginnt Dinge bewusst zu greifen.

Ab dem dritten Monat

In diesem Monat beginnt ihr Baby, seinen Kopf in der Rückenlage für einige Minuten vom Boden zu heben. Aus der Bauchlage kann es nun den Mini-Liegestütz: Dafür hebt es Kopf und Schultern für kurze Zeit vom Boden ab und stützt sich dabei mit den Armen ab. Motorisch wird Ihr Kind zunehmend aktiver: Es winkt mit den Armen und strampelt mit den Beinen. Da die aktiven Phasen ihr Kind viel Energie kosten, pendeln sich bei vielen Babys in diesem Monat auch die Schlafgewohnheiten besser ein. Das bedeutet nicht, dass alle Babys nun durchschlafen. Machen Sie sich also keine Sorgen, wenn Ihr Baby nachts noch mehrmals aufwacht und hungrig ist.


Die Bindung zu den Bezugspersonen wird immer enger. Ihr Baby wendet sich bekannten Stimmen zu, lächelt und schäkert mit den Eltern.

Ab dem vierten Monat

Die Füllmenge des Babymagens hat inzwischen zugenommen. Deshalb müssen Sie Ihr Kleines nun nicht mehr so häufig stillen und es kann größere Portionen zu sich nehmen. Das kann auch nachts für mehr und mehr Entspannung sorgen.

Das Interesse an der Umwelt steigt. Ihr Baby wird nun versuchen, Gegenstände zu erreichen, indem es sich nach ihnen ausstreckt, Ihre Finger in die Faust nimmt und versucht, Sie mit dem Mund abzutasten. Bei manchen Babys beginnen nun auch schon die ersten Zähnchen herauszuwachsen. Falls dies nicht der Fall ist, müssen Sie sich aber keine Sorgen machen. Viele Babys beginnen ab dem vierten Monat außerdem, sich vom Bauch auf den Rücken zu drehen. Denken Sie deshalb unbedingt daran, einen sicheren Ort zu wählen, wenn Sie Ihr Baby ablegen.

Ab dem fünften Monat

Die körperliche und motorische Entwicklung schreitet nun schnell voran und viele Babys haben einen richtigen Entwicklungsschub. In der Bauchlage können Babys jetzt schon Arme und Beine ausstrecken und den Rücken krümmen - eine wichtige Voraussetzung fürs spätere Krabbeln. Auch kurzes Sitzen ist häufig schon möglich. Polstern Sie die Umgebung aber gut ab, denn die Sitzposition ist noch ungewohnt und die Kleinen können leicht umkippen. Generell sollten Sie Ihr Kind erst dann längere Zeit frei sitzen lassen, wenn es sich alleine hinsetzt.


Babys lieben es jetzt außerdem, das "Ursache-Wirkungs-Prinzip" zu erkunden. Auch wenn es für Sie anstrengend ist: Ihr Baby wird beginnen, gezielt Sachen wegzurollen oder fallen zu lassen, um zu erkunden, wo diese landen und ob Sie das Spielzeug wieder aufheben.

Ob und wann Sie mit Beikost beginnen, bleibt Ihnen und Ihrem Baby überlassen. Generell gilt, dass Babys zwischen dem vierten und sechsten Monat motorisch in der Lage sind, mit Beikost zu beginnen. Ein gutes Zeichen, dass es Zeit für den Beikoststart wird, ist das Interesse des Babys an Nahrung. Fragen Sie im Zweifel Ihren Kinderarzt oder Ihre Hebamme um Rat.

Ab dem sechsten Monat

In diesem Monat lernen viele Babys, sich in jede Richtung umzudrehen. Das bedeutet ein ganz neues Potenzial an Mobilität. Außerdem lernen die Kinder, Sachen mit den Händen zu sich zu ziehen, diese festzuhalten und auch wieder loszulassen.


Mit sechs Monaten hört und sieht Ihr Baby seine Welt so klar wie Erwachsene. Regen Sie seine Sinne an, indem Sie singen, klatschen und das Kind bunte, abwechslungsreiche Sachen betrachten und ertasten lassen. Viele Babys beginnen nun auch, Silben und Laute zu plappern. Ihr Baby erkennt erstmals unterschiedliche Tonlagen und -höhen und reagiert darauf. Deshalb wird es wahrscheinlich weinen, wenn Sie mit ihm schimpfen, und strahlen, wenn Sie freundlich mit ihm sprechen.

Ab dem siebten Monat

Ihr Baby beginnt nun zunehmend, Gewicht auf die Beine zu verlagern, und kann sich vielleicht auch schon aus der Bauchlage zum Sitzen hochziehen, indem es die Arme aufstützt. Das freie Sitzen ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung, denn es ermöglicht dem Kleinen, die Welt aus einem aufrechten Blickwinkel zu betrachten und auf andere Art und Weise als bisher zu spielen. Wenn Babys sich auf Hände und Knie aufstützen und vor und zurück wiegen, ist dies die Vorstufe des Krabbelns. Einige Kinder beginnen auch schon, sich an Dingen hochzuziehen, um in den Stand zu kommen. Auch die Feinmotorik entwickelt sich weiter. Babys lieben es nun, Dinge aneinanderzuschlagen, einige klatschen oder üben das Greifen von schwerer zu fassenden Gegenständen.


Viele Babys zahnen nun zudem. Das kann Schmerzen bereiten und die Laune deutlich verschlechtern.

Ab dem achten Monat

Mit acht Monaten können die meisten Babys frei sitzen und einige beginnen zu krabbeln oder zu robben. Damit eröffnet sich eine neue Welt, in der Babys in der Lage sind, Dinge alleine zu erreichen und oft schneller an einen anderen Ort zu gelangen, als Sie es vermuten. Nun beginnt auch die Zeit, in der sich Babys an allen möglichen Gegenständen hochziehen und entlanghangeln. Machen Sie Ihr Haus deshalb unbedingt kindersicher!


In diesem Alter leiden die meisten Babys unter Trennungsangst und Fremdeln. Das ist normal und wird sich nach einiger Zeit wieder legen.

Ab dem neunten Monat

Babys lieben es, die Welt zu erkunden und einige wagen jetzt schon die ersten Schritte, indem sie zum Beispiel Möbel umkreisen und eventuell auch einen freien Schritt versuchen. Im Krabbeln oder Robben sind Babys nun sicherer und schneller unterwegs.


Viele Kinder lieben es, Dinge umzufüllen oder einfache Sachen zu stapeln und wieder umzuwerfen. Sortier- und Steckspiele sind deshalb beliebte Spielzeuge. Auch einfach Spiele wie das Hin- und Zurückrollen eines Balls oder das Austauschen von Gegenständen untereinander sind nun möglich.

Ab dem zehnten Monat

Das Krabbeln ist jetzt flüssig und ihr Baby wird zuverlässig frei sitzen. Im Stand wagen Kinder mit Hilfe gerne die ersten Schritte und sind von der neuen Fortbewegung begeistert. Ihr Baby lernt nun außerdem den Zangengriff und kann Dinge zwischen Daumen und Zeigefinger festhalten. Viele Babys lieben es deshalb, selbst mit den Fingern zu essen.


Die Persönlichkeit Ihres Kindes kristallisiert sich nun heraus. Während einige Kinder sehr schüchtern sind, sind andere richtige Draufgänger, die gern im Mittelpunkt stehen und die Welt erkunden. Respektieren Sie die Eigenschaften, die Ihr Baby an den Tag legt, und versuchen Sie es gemäß seines Charakters zu stärken und zu fördern. Sprechen Sie viel mit Ihrem Kind, denn Babys beginnen jetzt, einfache Sätze zu verstehen.

Ab dem elften Monat

Ihr Kind wird nun körperlich immer unabhängiger und kann alleine stehen, sich wieder hinsetzen, zurück in den Stand ziehen und wird eventuell anfangen zu laufen. Kinder begreifen mehr und mehr den Inhalt von Sätzen und Wörtern und können die Bedeutung eines Nein schon gut verstehen, auch wenn sie dies häufig überhören und auch wieder vergessen, welche Dinge genau verboten waren. Setzen Sie Ihrem Kind liebevoll aber bestimmt Grenzen.

Mit einem Jahr

Ihr Baby wird nun ein Jahr alt und überschreitet die Grenze vom Baby zum Kleinkindalter. Die meisten Kinder machen jetzt die ersten freie Schritte und wollen auch sonst unabhängiger werden. Ermutigen Sie Ihr Kind immer wieder zur Autonomie, auch wenn es zum Beispiel anstrengend sein kann, wenn Kinder selbst mit dem Löffel essen wollen, aber den Mund meist noch verfehlen.


Auch die Spielgewohnheiten Ihres Kindes werden sich ändern: Es wird nicht mehr vor allem die Feinmotorik, sondern die größeren Muskelgruppen trainieren und Dinge hinschmeißen, klappern oder stapeln. Motorisch anspruchsvolles Spielzeug wie Schiebewagen oder Rutschautos werden zunehmend interessanter.

Viele Kinder gehen mit einem Jahr in die Krippe, weil die Elternzeit endet. Nehmen Sie sich Zeit für die Eingewöhnung und verzweifeln Sie nicht, wenn Sie und Ihr Kind am Anfang unter Trennungsschmerz leiden. Das ist normal und auch ein Zeichen der Liebe zwischen Ihnen. Sie werden merken, dass Ihr Kind sich langsam aber sicher auch in einer fremden Umgebung eingewöhnt.

Entwickelt sich mein Kind normal?

Eine Entwicklungstabelle mit allen wichtigen Meilensteinen können Sie hier noch einmal nachlesen. Bedenken Sie aber immer: Ihr Kind ist ein Individuum und entwickelt sich nicht genau nach Plan. Lassen Sie sich deshalb nicht verunsichern. Bei Zweifeln an der altersgerechten Entwicklung Ihres Kindes sollten Sie sich an Ihren Kinderarzt wenden.

Foto: © Stephen Denness – 123RF.com

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Letztes Update am 23. Februar 2017 09:30 von SilkeCCM.
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