Behandlung von Menometrorrhagien in der Prämenopause

Mai 2017
Im Jahr 2008 gab die französische Vereinigung von Gynäkologen und Geburtshelfern (CNGOF) einen Ratgeber zur Behandlung von Menometrorrhagien in der Prämenopause heraus. Normale Regelblutungen dauern 3 bis 6 Tage mit einem normalen Blutverlust von bis zu 80 ml.

Als Menorrhagie bezeichnet man Regelblutungen von mehr als 7 Tagen mit einem Blutverlust über 80 ml. Ihre Auftrittshäufigkeit in der Gesamtgesellschaft wird auf 11 % bis 13 % geschätzt, mit dem Alter nimmt dieser Wert zu und beträgt bei 36-40 Jahren 24 %.



Diagnostische Behandlung

Befragung

  • Untersuchung auf :
    • Vorwissen über bekannte Krankheiten des Urinärtrakts,
    • ausgelöste Metrorrhagien,
    • RisikofaktorHypothyreose,
    • persönliche oder familiäre Präzedenzfälle von Hämostasestörungen.
  • Wichtig ist eine ausführliche Befragung über
    • ein mögliches Vergessen der Pille,
    • Interaktionen zwischen Tabak und Medikamenten.

Klinische Untersuchung

  • Vollständige klinische Untersuchung mit Schwerpunkt auf
    • Anzeichen für Anämie,
    • Bauchabtastung,
    • Vaginaluntersuchung,
    • Spekulum-Untersuchung,
    • eine Ausnahme machen hier Patientinnen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, und Jugendliche.

Zusätzliche bildgebende Untersuchungsverfahren

  • Ultraschall der Beckenregion
    • in erster Intention empfohlen zur ätiologischen Diagnose.
  • Endokavitäre Untersuchungen
    • Hysteroskopie,
    • Hysterosonographie,
    • können in zweiter Intention empfehlenswert sein
      • wird beim Ultraschall eine endokavitäre Anomalie vermutet,
      • bei Nicht-Aufscheinen einer endokavitären Anomalie beim ersten Ultraschall,
      • bei Wirkungslosigkeit der medikamentösen Behandlung.

Biopsie der Gebärmutterschleimhaut

  • Muss durchgeführt werden
    • bei Vorhandensein von Krebsrisikofaktoren,
    • bei jeder Patientin über 45.
  • Die Biopsie mit der Cornier-Pipelle nach diagnostischer Hystereskopie oder Hysterosonographie ist jene Methode, die in erster Intention empfohlen wird.

Therapeutische Behandlung

Bei möglichem Schwangerschaftswunsch

  • Beschränkte chirurgische Möglichkeiten
    • die Curettage ist die einzige vorgeschlagene Chirurgische Behandlungsmethode ;
    • die Wirksamkeit ist ungewiss und zeitlich beschränkt.
  • Die Behandlung von organischen Menometrorrhagien hängt von der festgestellten Krankheit ab :
    • atypische Hyperplasie der Gebärmutterschleimhaut : biopsie-Curettage und medikamentöse Behandlung ;
    • Polypen der Gebärmutterschleimhaut : Resektion mit Hysteroskopie ;
    • Myome des Uterus : medikamentöse Behandlung kann eingesetzt werden, um
      • die Blutungen zu stillen,
      • die Anämie zu korrigieren,
      • das Volumen des Fibroms zu verringern,
    • Adenomyose : GnRH-Analoga + add-back-Therapie oder Intrauterinpessar mit Levonorgestrel für 6 Monate ;
    • Arteriovenöse Missbildung : Embolisation der Uterus-Arterien.

Kein weiterer Schwangerschaftswunsch

  • Bei Frauen, die ihre Fortpflanzungsfähigkeit nicht beibehalten wollen
    • konservierende chirurgische Behandlung,
    • Intrauterinpessar mit Levonorgestrel ,
    • Techniken zur Destruktion der Gebärmutterschleimhaut 2.Generation.
  • Die chirurgische Behandlungsmethode muss mit der Patientin gemeinsam gewählt werden.

Sonderfall von Jugendlichen

  • Menometrorrhagien hängen in der Regel zusammen mit dem Auftreten von
    • Anovulation,
    • Polyzystischem Ovarialsyndrom,
    • gutartiger Hyperplasie der Gebärmutterschleimhaut,
    • Koagulopathien.
  • Die Behandlung soll
    • Koagulopathien erkennen und behandeln,
    • genitalen Blutverlust stoppen.
  • Medikamentöse Behandlung
    • orale Verhütung mit Östrogen-Progestin,
    • nicht-hormonelle Therapieformen.

Sonderfall von Patientinnen, die antikoagulierende Mittel nehmen oder eine Koagulopathie haben

  • Empfohlen ist eine multidisziplinäre Behandlung.
  • Behandlung gleicht jener von Patientinnen, die keine Koagulationsprobleme haben.

Sonderfall von Menometrorrhagien bei Einsatz von Kontrazeptiva

  • Östrogen-Progestine
    • stärker dosierte Pillen führen zu einer leichteren Blutung als leichter dosierte ;
    • bei zwischenzeitlichen Metrorrhagien ohne organischen Grund ist es empfehlenswert, zwei bis drei Monate zu warten, bevor eine andere Pille verschrieben wird ;
  • Wenn die Blutungen nicht aufhören :
    • Präparatswechsel auf eine Kombination mit höherem Östrogengehalt ;
    • oder ein Präparat, das stärker antigonadotrop ist ;
    • Möglichkeit einer durchgehenden Einnahme im Fall von Menorrhagien.
  • Progestativa
    • die Auftrittshäufigkeit von Metrorrhagien kann bedeutend verringert werden,
    • durch Verabreichung einer substitativen Dosis Östrogen,
    • durch Verkürzung des Verabreichungszeitraumes um einen Tag.
  • Treten bei Verhütung mit Progestativa häufig Blutungen auf, ist es empfehlenswert, die Art des Präparats oder der Verhütung zu ändern.

Quellen

Prise en charge des ménométrorragies en préménopause, 2008, CNGOF.
Foto Copyright : Istockphoto - Martin Dimitrov

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Letztes Update am 6. Mai 2016 09:23 von SilkeCCM.
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